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Breite Unterstützung für Umbenennung der Treitschkestraße beim Ökumenischen Kirchentag

Breite Unterstützung für Umbenennung der Treitschkestraße beim Ökumenischen Kirchentag
Pressemitteilung 3. Juni 2003

Mehr als 3.000 Menschen haben beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin die Resolution der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) zur Umbenennung der Steglitzer Treitschkestraße in Kurt-Scharf-Straße unterzeichnet. In der Kirchentagsresolution werden die Mitglieder der CDU- und der FDP-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf aufgerufen, ihren Widerstand gegen eine Straßenumbenennung aufzugeben. "Wir hoffen, dass nun endlich ein Umdenken in der BVV einsetzt", so ASF-Pressesprecher Johannes Zerger.

Auf der Kirchentagsveranstaltung "Keine Ehrung für Wegbereiter des Antisemitismus" im Zentrum Jerusalem-Kirche bezeichnete es der Historiker Wolfgang Wippermann als "Skandal", dass die CDU im Bezirk seit 50 Jahren eine Namensänderung verhindere und den antisemitischen Historiker Heinrich von Treitschke verteidige. Treitschke dürfe als "widerlicher und wirkungsvoller Antisemit" nicht mit einem Straßennamen geehrt werden. Von Heinrich von Treitschke (1834 - 1896) stammt der berühmt-berüchtigte Satz "Die Juden sind unser Unglück", der von den Nationalsozialisten wieder aufgegriffen wurde und auf jeder Titelseite der antisemitischen Zeitschrift "Der Stürmer" stand.

Der grüne Bezirksverordnete aus Steglitz-Zehlendorf Johann Müller-Gazurek forderte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) dazu auf, in die Bezirksangelegenheit einzugreifen und die Umbenennung der Treitschkestraße in Kurt-Scharf-Straße voranzutreiben. Fälle von gesamtstädtischer Bedeutung könne der Senat gemäß Bezirksverwaltungsgesetz an sich ziehen, sagte er. Der Straßenname schade dem Ansehen der Stadt Berlin.

Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer sprach sich für eine Umbenennung in Kurt-Scharf-Straße aus, da die Ehrung dieser außerordentlichen Persönlichkeit längst überfällig sei. Die Ev. Patmosgemeinde Berlin-Steglitz und Aktion Sühnezeichen Friedensdienste fordern seit Jahren eine Umbenennung der Treitschkestraße in Kurt-Scharf-Straße. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bischof in Berlin- Brandenburg, Kurt Scharf (1902 - 1990) hat sich in herausragender Weise für eine solidarische und demokratische Gesellschaft sowie für Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt.

Wortlaut der Kirchentagsresolution zur Umbenennung der Treitschkestraße in Kurt-Scharf-Straße, die von insgesamt 3.361 KirchentagsbesucherInnen unterzeichnet wurde.

Rückfragen bitte an:
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Johannes Zerger (Referent für Öffentlichkeitsarbeit), Auguststr. 80, 10117 Berlin, Telefon: 030/28395-203, Fax: -135, E-Mail: zerger[at]asf-ev[dot]de

 

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»Der Krieg ist hier manchmal so präsent, so zeitlich nah, dass ich zumindest eine leise Ahnung von den Geschehnissen KRIEGe. Und in diesen Momenten weiß ich, wie wichtig der Ort Wolgograd für die russische und deutsche Geschichte ist.«

Ulrike Bischoff, 20 Jahre, ASF-Freiwillige in Wolgograd

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