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ASF begrüßt Urteil zur PeTA-Kampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller"
Pressemitteilung vom 22. März 2004
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) hat die Entscheidung des Berliner Landgerichts zum Stopp der Kampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller" begrüßt und die Tierrechtsorganisation PeTA (People for the Ethical Treatment of Animals) aufgefordert, die einstweilige Verfügung zu akzeptieren. "Es wäre schöner gewesen, wenn PeTA es nicht auf eine gerichtliche Entscheidung hätte ankommen lassen, sondern auf die Proteste im Vorfeld reagiert und ihre Kampagne gar nicht erst gestartet hätte", sagte ASF-Geschäftsführer Christian Staffa heute in Berlin. Zugleich forderte er den Vorstand der Tierrechtsorganisation auf, das Gerichtsurteil hinzunehmen: "Machen Sie die Sache nicht noch schlimmer. Legen Sie keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Berliner Landgerichts ein und verrennen Sie sich nicht weiter in eine Idee, die sowohl Ihrem Anliegen schadet als auch die Holocaustopfer missbraucht."
ASF hatte im Vorfeld mit einer E-Mail- und Protestpostkartenaktion gegen die Werbekampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller" protestiert und wirft der Tierrechtsorganisation "eine skandalöse Verharmlosung des Holocaust" vor. Die Kampagne treibe die Perversion der Instrumentalisierung des Holocaust für Werbungszwecke auf die Spitze. PeTA hatte trotz öffentlicher Proteste am 18. März 2004 die Kampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller" gestartet. Im Mittelpunkt der Werbeaktion steht eine Wanderausstellung mit acht Großplakaten, die mit der Gegenüberstellung der Fotos von Schweinen, Hühnern und Rindern und den Bildern von KZ-Opfern die Tötung von Tieren anzuprangern versucht. Der Zentralrat der Juden hatte daraufhin bei Berliner Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die eine Veröffentlichung der Bildmontagen untersagt.
ASF wendet sich gegen die Instrumentalisierung der Holocaust-Opfer für Werbezwecke und ihre Gleichsetzung mit eingesperrten oder getöteten Tieren. Im Namen der Überlebenden und eines wirklichen Verstehens dessen, was Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern anderen Menschen zugefügt haben, könne eine solche Instrumentalisierung des Holocaust nur abgelehnt werden. ASF-Geschäftsführer Christian Staffa bekräftigte die Auffassung, dass "der Protest gegen die industrielle Haltung und Verwertung von Tieren dringend notwendig ist. Allerdings heiligt der Zweck in diesem Fall keineswegs die Mittel."
Keine Tierrechtskampagne mit dem Holocaust!
ASF ruft zu Protesten gegen die PeTA-Kampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller" auf
English Version
Anlässlich der heute beginnenden "Internationalen Woche gegen Rassismus" hat Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) ihren Protest gegen die von der Tierrechtsorganisation PeTA geplante Kampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller" erneuert und zur Beteiligung an ihrer E-Mail- und Postkartenaktion aufgerufen. ASF wirft der Tierrechtsorganisation "eine skandalöse Verharmlosung des Holocaust" vor. Die Kampagne treibe die Perversion der Instrumentalisierung des Holocaust für Werbungszwecke auf die Spitze. PeTA (People for the Ethical Treatment of Animals) will am Donnerstag, den 18. März 2004, mit "Der Holocaust auf Ihrem Teller" an die Öffentlichkeit gehen. Im Mittelpunkt der Kampagne steht eine Wanderausstellung mit acht Großlakaten, die mit der Gegenüberstellung der Fotos von Schweinen, Hühnern und Rindern und den Bildern von KZ-Opfern die Tötung von Tieren anzuprangern versucht.
ASF wendet sich gegen die Instrumentalisierung der Holocaust-Opfer für Werbezwecke und ihre Gleichsetzung mit eingesperrten oder getöteten Tieren. PeTA treibt diese Perversion mit der geplanten Kampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller" aus ASF-Sicht auf die Spitze. Im Namen der überlebenden und eines wirklichen Verstehens dessen, was Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern anderen Menschen zugefügt haben, könne eine solche Instrumentalisierung des Holocaust nur abgelehnt werden. Der anvisierte Start mitten in der "Internationalen Woche gegen Rassismus" sei ein deutliches Zeichen, "dass PeTA über keinerlei Sensibilität verfügt, wie ihre Kampagne die Gefühle von Holocaust-Opfern verletzt", sagte ASF-Geschäftsführer Christian Staffa heute. "Auch wenn der Protest gegen die industrielle Haltung und Verwertung von Tieren dringend notwendig ist, heiligt der Zweck in diesem Fall nicht die Mittel."
ASF bittet die Öffentlichkeit, sich an unserer Aktion zu beteiligen und PeTA mit einer Mail, einer Postkarte oder einem Brief aufzufordern, die Kampagne "Der Holocaust auf Ihrem Teller" sofort zu stoppen. Der unten angefügte Text kann dazu als Vorlage dienen.
Darüber hinaus bittet ASF, diesen Aufruf weiter zu verbreiten und, wenn Sie sich an PeTA wenden, eine Kopie Ihrer Mail zu senden an: StopPetaKampagne@asf-ev.de.
Über die PeTA-Kampagne können Sie sich unter den unten stehenden Links informieren oder gern bei uns rückfragen.
ASF dankt für Ihr Engagement!
Kontakt:
Johannes Zerger, StopPetaKampagne@asf-ev.de
Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
Auguststr. 80, D-10117 Berlin
Tel: +49 (30) 28 395-203/184 - Fax: +49 (30) 28 395-135
Weitere Informationen zu der von PeTA geplanten Kampagne finden Sie unter:
http://www.asf-ev.de/aktuell/031203.shtml
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,2052744,00.html
http://www.das-parlament.de/2003/40_41/Panorama/002.html
http://www.kolumnen.de/kaufmann-170703.html
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,2092272,00.html
http://www.taz.de/pt/2003/12/03/a0131.nf/text
http://www.taz.de/pt/2003/12/03.nf/ressort.q,TAZ.re,sw
http://www.taz.de/pt/2003/12/03/a0133.nf/text
http://www.taz.de/pt/2003/12/03/a0130.nf/text
http://www.masskilling.com (zur Vorbild-Kampagne in den USA)
Im Folgenden die Vorlage der vorgeschlagenen Protest-eMail:
info@peta.de
An den Vorstand und die Geschäftsführung von
PETA Deutschland e.V.
Pforzheimer Str. 383
70499 Stuttgart
Keine Tierrechtskampagne mit dem Holocaust!
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich schreibe Ihnen in Zusammenhang mit den Presseberichten über die von Ihnen geplante Kampagne "Holocaust auf deinem Teller", die mit der Gegenüberstellung der Bilder von Schweinen, Hühnern und Rindern und den Fotos von Häftlingen nationalsozialistischer Lager die Tötung von Tieren anzuprangern versucht.
Es gibt immer wieder Versuche, beliebige gesellschaftliche und politische Probleme mit dem Verweis auf den Holocaust zu dramatisieren. Im Namen der Überlebenden und eines wirklichen Verstehens dessen, was Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern anderen Menschen zugefügt haben, kann ich solche Instrumentalisierungen des Holocaust für Werbungszwecke nur ablehnen.
Mit ihrer Kampagne "Holocaust auf deinem Teller" wird diese Perversion auf die Spitze getrieben. In einem Panorama-Bericht über die PeTA-Kampagne vom 23.10.2003 wird ein Werbespot, der bildlich die Ermordung der Juden im Vernichtungslager mit der Schlachtung von Schweinen parallelisiert, mit der Stimme von Thomas D. von der Musikgruppe "Die fantastischen Vier" und folgendem Text unterlegt:
"Sie holten uns in der Dunkelheit und trieben uns mit Schlägen in die Waggons, ohne Wasser, ohne Nahrung und kaum Luft zum Atmen. Wir schrieen. Nach und nach verstummten die Schreie. Inzwischen sind viele von uns tot."
Thomas D. kann sogar behaupten, dass der "Mord" an den Schweinen viermal schlimmer sei als der Massenmord an den Juden, weil "viermal soviel Schweine" umgebracht werden wie damals Juden im Dritten Reich. Ich halte dies für eine skandalöse Verharmlosung des Holocaust, die meinen schärfsten Protest herausfordert.
Es steht außer Frage, dass die Bedingungen der Tierhaltung verbessert werden müssen und dass mit lebenden Geschöpfen nicht so umgegangen werden kann, wie dies bei Transporten und in der Massentierhaltung geschieht. In diesem Zusammenhang den Vergleich mit dem Völkermord an den Juden als Dramatisierungseffekt heranzuziehen, scheint mir allerdings in höchstem Maße unangemessen. Um Tierschutz oder Tierrechte zu propagieren braucht man keinen Vergleich mit Morden an Menschen - welcher Art auch immer! Der Verdacht liegt nicht ganz fern, dass mit diesem Vergleich der Völkermord der deutschen Nationalsozialisten an den Juden, den Sinti und Roma sowie der millionenfachen Mord an sowjetischen Kriegsgefangenen und anderen Opfern relativiert werden soll.
Deshalb fordere ich Sie dringend auf, die Kampagne "Holocaust auf deinem Teller" zu stoppen!
Mit freundlichen Grüßen
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