Freiwilligendienste Freiwilligendienst FSJ im Ausland
“Aktion T4“
Dr. Andreas Nachama
„Aktion T4“– mit diesem Tarnbegriff bemäntelten die Nationalsozialisten ihr Mordprogramm an Kranken, abgeleitet von der Adresse der Berliner Stadtvilla Tiergartenstraße 4, in der dieses sogenannte „Euthanasie“-Programm ab Herbst 1939 geplant und organisiert wurde. Die Opfer des geheim durchgeführten Mordprogramms waren Frauen, Männer und Kinder, meist mit psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen, die gemäß der nationalsozialistischen Rassen- und Volksgemeinschaftsideologie als „lebensunwert“ galten. Sie wurden in einer der sechs „T4“-Tötungsanstalten Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hadamar, Hartheim und Pirna-Sonnenstein durch Gas ermordet. Trotz des Versuchs, die Morde geheim zu halten, gab es Proteste und unbequeme Nachfragen vor allem von Angehörigen der Opfer, die im August 1941 zur Einstellung der „Aktion T4“ führten.
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„Wir wollen Leben wie normale Leute“
Marei Adam
Als ASF-Freiwillige in Novinki – Heim für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen – in Minsk (Belarus). In Novinki sind zurzeit über achthundert Menschen mit Behinderungen „aufbewahrt“ etwa 220 Kinder im Kinderheim und etwa 600 Erwachsene im Erwachsenenheim. Beide Häuser stehen direkt nebeneinander. Dort leben auf engstem Raum zusammengepfercht unzählige Menschen, die förderfähig wären, arbeiten könnten und wollen und vor allem anderen: ihre Situation teilweise reflektieren können und leben wollen. Wie alle anderen normalen Menschen auch.
ausgesteuert – ausgegrenzt … angeblich asozial
Buchrezension
„Weit später, nach der Wende, sah ich in einer Kopie der Transportlisten, dass hinter meinem Namen ein Fragezeichen stand. Nur deshalb habe ich wohl überlebt“, schreibt Elvira Manthey, Jahrgang 1931. Sie ist eine der AutorInnen des Sammelbandes „ausgesteuert – ausgegrenzt … angeblich asozial“ über den staatlichen Mord an „devianten“ und gesellschaftlich randständigen Menschen im Rahmen des T4-Programms der Nationalsozialisten und dessen Nachfolgeprogrammen.
Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen
ASF-Freiwillige übernehmen Verantwortung
Als Amtsrichter im nationalsozialistischen Deutschland war ASF-Gründer Lothar Kreyssig einer der wenigen, der sich gegen den staatlichen Mord an Menschen mit Behinderungen durch die Nationalsozialisten im so genannten „T4 Euthanasie-Programm“ stellte. Als amtlich bestellter Vormund von Menschen mit psychischen Behinderungen erhielt Lothar Kreyssig in den Jahren 1939 und 1940 immer häufiger amtliche Todesmitteilung aus den Heimen und Einrichtungen, in denen seine „Mündel“ und „Pfleglinge“ gelebt hatten.






