Aktion Sühnezeichen
Logo
     
 
 
   
   
   

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

17. Aug. 2010

Stipendiaten fördern ASF-Freiwilligendienst

Ehemalige ASF-Freiwillige spenden erhöhtes Büchergeld der Begabtenförderung für Solidaritätsstipendium für Freiwilligendienste



 

Wir fordern eine andere Bildung - und fördern sie!

 

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit plant das Bundesbildungsministerium eine Erhöhung des Büchergeldes für studentische StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke von derzeit 80 Euro monatlich auf 300 Euro. Auf den ersten Blick ist das durchaus zu begrüßen: Schließlich wurde das Büchergeld für StipendiatInnen von Studienstiftungen zum letzten Mal im Jahr 1980 erhöht.

 

 

Dennoch haben wir Kritik an dieser Erhöhung, die einen weiteren Baustein im Projekt der so genannten Eliteförderung darstellt: Denn während das Büchergeld unabhängig vom Einkommen der Eltern für alle StipendiatInnen auf 300 Euro monatlich erhöht werden soll, wird die geplante – ohnehin schon sehr geringe – Erhöhung des BaföG erneut auf die lange Bank geschoben. Bei den StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke handelt es sich überwiegend um junge Frauen und Männer  aus gutbürgerlichen Elternhäusern. Der Anteil von StipendiatInnen mit so genannter 'niedriger sozialer Herkunft' liegt nach einer aktuellen Studie der Hochschul Informations GmbH vom April 2009 bei unter 10 Prozent. (1)

 

Wir fördern eine andere Bildung

 

Als ehemalige Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste haben wir uns vor Beginn unseres Studiums ein Jahr lang  in sozialen und politischen Projekten in Belarus, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, in der Tschechischen Republik, der Ukraine und den USA engagiert. Wir haben dabei gelernt, dass soziale Gerechtigkeit ein zentraler Baustein für eine offene und demokratische Gesellschaft ist. Und wir haben gelernt, dass Bildung – formelle wie informelle - für alle gleich zugänglich gemacht werden muss.

 

Für uns war der Freiwilligendienst eine nachhaltige Bildungserfahrung, vielleicht sogar Nachhaltiger als die Schulzeit. Dabei haben wir eine Verschränkung von konkretem, praktischem Handeln mit dem Kennenlernen anderer Gesellschaften, Kulturen, Religionen und Wirklichkeiten erlebt. Das hat dazu geführt, dass wir unsere eigenen Lebenswirklichkeiten und die gesellschaftlichen Verhältnisse mit diesen Erfahrungen reflektieren.

 




 

Solidaritätsstipendien

 

Wir wollen, dass auch diejenigen, die über keine oder nur geringe soziale oder familiäre Ressourcen verfügen, Zugang zu umfassender Bildung erhalten. Deshalb haben wir uns entschieden, 30 Euro monatlich von unserem erhöhten Büchergeld als StipendiatInnen der Stiftungen – Hans-Böckler-Stiftung, Evangelisches Studienwerk Villigst, Studienstiftung des deutschen Volkes, Heinrich-Böll-Stiftung, Cusanuswerk, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Friedrich Ebert Stiftung – an Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zu spenden. Aktion Sühnezeichen Friedendienste wird diese Spenden als Solidaritätsstipendien für diejenigen einsetzen, die ohne finanzielle Unterstützung von Dritten kaum eine Chance auf einen internationalen Friedensdienst hätten.

 

Mit dem Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) wird Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ein verantwortlicher Umgang mit Spenden attestiert.

 

Wir wünschen uns, dass sich möglichst viele StipendiatInnen unserer Initiative anschließen: Wir fordern und fördern eine andere Bildung – für soziale Gerechtigkeit und internationalen Austausch.

 

 

ErstunterzeichnerInnen

 

Katharina Geiling, Berlin, Ev. Studienwerk Villigst e.V.

Dorothea Scheunemann, Oldenburg, Ev. Studienwerk Villigst e.V.

Hans-Ulrich Probst, Berlin, Studienstiftung d. dt. Volkes

Jakob Stürmann, Berlin, Hans-Böckler-Stiftung

Jonas Hahn, Heidelberg, Friedrich-Ebert-Stiftung

Robin Laumann, Dortmund, Heinrich-Böll-Stiftung

Jakob Stauch, ,Berlin, Ev. Studienwerk Villigst e.V.

Catalina Körner, Berlin, Hans-Böckler-Stiftung

Robert Neumann, Dresden, Friedrich-Ebert-Stiftung

Nina Rabuza, Halle, Cusanuswerk

Regine Schwab, Berlin, Heinrich-Böll-Stiftung

Anna Friedrich, Berlin, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Matthias Keil, Berlin, Studienstiftung d. dt. Volkes

Anika Butz, Leipzig, Studienstiftung d. dt. Volkes

 

 



Wenn du dich an dem Solidaritätsstipendium beteiligen möchtest, dann kannst du das einfach bei Onlinespenden unter dem Stichwort "Solidaritätsstpendium".

 

Hier geht es zur Online-Spende ->

 

 

 

 


(1) Im Detail fasst die „Hochschul Informationssystem GmbH“ in dem Bereicht  „Das soziale Profil in der Begabtenförderung“, Berlin, April 20009 die Befragungsergebnisse von rund 10.000 StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke wie folgt zu sammen: „Das soziale Profil der Geförderten in der Studienförderung kann anhand von bildungsbezogenen und sozio-ökonomischen Merkmalen ihrer Herkunftsfamilie beschrieben werden. Gemessen an den Bildungsabschlüssen ihrer Eltern kommen die Geförderten überdurchschnittlich häufig aus akademisch gebildeten Familien: In mehr als 70 % der Elternhäuser haben Vater und/oder Mutter eine Hochschulreife erworben (Bild 3.3). In zwei Dritteln der Herkunftsfamilien hat mindestens ein Elternteil ein Hochschulstudium abgeschlossen (Bild 3.6 und Bild 3.7). Bildungs- und berufsbezogene Charakteristika der Eltern werden im Bericht zusammengefasst zu „sozialen Herkunftsgruppen“. Entsprechend dieser Typisierung gehört mehr als jeder zweite Geförderte in der Studienförderung zur Herkunftsgruppe „hoch“. Jeweils etwa jeder fünfte ist der Herkunftsgruppen „gehoben“ bzw. „mittel“ zuzuordnen und lediglich jeder zehnte kommt aus der Herkunftsgruppe „niedrig“. Verglichen mit allen Studierenden im Erststudium (18. Sozialerhebung) gehören die Geförderten der Begabtenförderungswerke häufiger bildungsnahen Herkunftsschichten an. Differenziert nach Hochschulart, trifft dieser Unterschied jedoch nur auf Geförderte an Universitäten im Vergleich zu allen Studierenden dieser Hochschulart zu.
Die soziale Zusammensetzung Geförderter an Fachhochschulen im Vergleich zu allen hier immatrikulierten Studierenden unterscheidet sich hingegen kaum. Da vergleichsweise wenige Stipendiat/innen an Fachhochschulen eingeschrieben sind (Bild 5.5), wird das Gesamtbild sowohl in Bezug auf das soziale Profil als auch hinsichtlich anderer Merkmale durch die Geförderten an denn Universitäten bestimmt“.
( Das soziale Profil in der Begabtenförderung“, S. 4, download: www.his.de/publikation/archiv/X_Pub/index_html)
 


»Zerstörung kann nicht immer ungeschehen gemacht werden, aber Beziehungen können wieder aufgebaut werden. Das gilt nicht nur für Nationen, sondern auch für Individuen, und es ist die einzig mögliche Grundlegung für Frieden.«

Erika Brooks, ASF-Freiwillige aus den USA in Berlin

Übersicht

06.09.2010
Tatorte und Streiflichter
Historisch-interkultureller Stadtrundgang auf den Spuren deutschtürkischer und auf den Spuren des seit dem 10. August inhaftierten Dogan Akhanli
mehr ->
 

27.08.2010
Offener Brief an Außenminister Guido Westerwelle
Der deutsch-türkische Schriftsteller Dogan Akhanli muss freigelassen werden und ein rechtsstaatliches Verfahren erhalten
mehr ->
 

17.08.2010
Stipendiaten fördern ASF-Freiwilligendienst
Ehemalige ASF-Freiwillige spenden erhöhtes Büchergeld der Begabtenförderung für Solidaritätsstipendium für Freiwilligendienste
mehr ->
 

weitere aktuelle Nachrichten finden Sie hier ->