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Wir fordern eine andere Bildung - und fördern sie!
Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit plant das Bundesbildungsministerium eine Erhöhung des Büchergeldes für studentische StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke von derzeit 80 Euro monatlich auf 300 Euro. Auf den ersten Blick ist das durchaus zu begrüßen: Schließlich wurde das Büchergeld für StipendiatInnen von Studienstiftungen zum letzten Mal im Jahr 1980 erhöht.
Dennoch haben wir Kritik an dieser Erhöhung, die einen weiteren Baustein im Projekt der so genannten Eliteförderung darstellt: Denn während das Büchergeld unabhängig vom Einkommen der Eltern für alle StipendiatInnen auf 300 Euro monatlich erhöht werden soll, wird die geplante – ohnehin schon sehr geringe – Erhöhung des BaföG erneut auf die lange Bank geschoben. Bei den StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke handelt es sich überwiegend um junge Frauen und Männer aus gutbürgerlichen Elternhäusern. Der Anteil von StipendiatInnen mit so genannter 'niedriger sozialer Herkunft' liegt nach einer aktuellen Studie der Hochschul Informations GmbH vom April 2009 bei unter 10 Prozent. (1)
Wir fördern eine andere Bildung
Als ehemalige Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste haben wir uns vor Beginn unseres Studiums ein Jahr lang in sozialen und politischen Projekten in Belarus, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, in der Tschechischen Republik, der Ukraine und den USA engagiert. Wir haben dabei gelernt, dass soziale Gerechtigkeit ein zentraler Baustein für eine offene und demokratische Gesellschaft ist. Und wir haben gelernt, dass Bildung – formelle wie informelle - für alle gleich zugänglich gemacht werden muss.
Für uns war der Freiwilligendienst eine nachhaltige Bildungserfahrung, vielleicht sogar Nachhaltiger als die Schulzeit. Dabei haben wir eine Verschränkung von konkretem, praktischem Handeln mit dem Kennenlernen anderer Gesellschaften, Kulturen, Religionen und Wirklichkeiten erlebt. Das hat dazu geführt, dass wir unsere eigenen Lebenswirklichkeiten und die gesellschaftlichen Verhältnisse mit diesen Erfahrungen reflektieren.
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Solidaritätsstipendien
Wir wollen, dass auch diejenigen, die über keine oder nur geringe soziale oder familiäre Ressourcen verfügen, Zugang zu umfassender Bildung erhalten. Deshalb haben wir uns entschieden, 30 Euro monatlich von unserem erhöhten Büchergeld als StipendiatInnen der Stiftungen – Hans-Böckler-Stiftung, Evangelisches Studienwerk Villigst, Studienstiftung des deutschen Volkes, Heinrich-Böll-Stiftung, Cusanuswerk, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Friedrich Ebert Stiftung – an Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zu spenden. Aktion Sühnezeichen Friedendienste wird diese Spenden als Solidaritätsstipendien für diejenigen einsetzen, die ohne finanzielle Unterstützung von Dritten kaum eine Chance auf einen internationalen Friedensdienst hätten.
Mit dem Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) wird Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ein verantwortlicher Umgang mit Spenden attestiert.
Wir wünschen uns, dass sich möglichst viele StipendiatInnen unserer Initiative anschließen: Wir fordern und fördern eine andere Bildung – für soziale Gerechtigkeit und internationalen Austausch.
ErstunterzeichnerInnen
Katharina Geiling, Berlin, Ev. Studienwerk Villigst e.V.
Dorothea Scheunemann, Oldenburg, Ev. Studienwerk Villigst e.V.
Hans-Ulrich Probst, Berlin, Studienstiftung d. dt. Volkes
Jakob Stürmann, Berlin, Hans-Böckler-Stiftung
Jonas Hahn, Heidelberg, Friedrich-Ebert-Stiftung
Robin Laumann, Dortmund, Heinrich-Böll-Stiftung
Jakob Stauch, ,Berlin, Ev. Studienwerk Villigst e.V.
Catalina Körner, Berlin, Hans-Böckler-Stiftung
Robert Neumann, Dresden, Friedrich-Ebert-Stiftung
Nina Rabuza, Halle, Cusanuswerk
Regine Schwab, Berlin, Heinrich-Böll-Stiftung
Anna Friedrich, Berlin, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Matthias Keil, Berlin, Studienstiftung d. dt. Volkes
Anika Butz, Leipzig, Studienstiftung d. dt. Volkes
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Wenn du dich an dem Solidaritätsstipendium beteiligen möchtest, dann kannst du das einfach bei Onlinespenden unter dem Stichwort "Solidaritätsstpendium".
Hier geht es zur Online-Spende ->








