Aktion Sühnezeichen
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6. Okt. 2009

Junge Freiwillige berichten über Einsatz

Bahnhofsvorstadt. Die Rückkehrer haben viel zu erzählen. Mehr als zwei Stunden berichten die Freiwilligen von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in der Begegnungsstätte des Vereins Lebensabend Bremen (LAB) einigen Senioren von ihren Erfahrungen. Ein Jahr lang haben sich die jungen Deutschen in sozialen Projekten im Ausland engagiert.

 

Durch die Freiwilligendienste will ASF den Dialog zwischen Generationen, Religionen und Kulturen fördern und so die Folgen der nationalsozialistischen Vergangenheit überwinden helfen. Hertha Büssenschütt aus Horn und Ruth Reinken aus der Neustadt lauschen gespannt, wenn Sophie Nolle erzählt. Die blonde 20-jährige Berlinerin unterhält sich gern mit den älteren Frauen aus Bremen.

 

 Sie hat ein Jahr lang in einem Seniorenheim in New York gearbeitet und ist begeistert von dem, was sie dort erlebt hat: „Ich habe so viele Leute aus unterschiedlichen Kulturen kennengelernt. Das Heim lag in Manhattan, und die Leute waren von überall her. Aus Japan, Osteuropa und Spanien.“

 

Viele Bewohner in der Nachbarschaft seien jüdischen Glaubens gewesen. Probleme damit, Deutsche zu sein, habe sie nicht gehabt, sagt Nolle. Statt dessen habe sie die jüdische Kultur kennengelernt und Gottesdienste mitgestaltet.

 

Erinnerungen werden wach

  

Bei Ruth Reinken werden im Gespräch Bilder aus der eigenen Jugend wach. Sie habe die Pogrome in Bremen miterlebt und könne sich noch gut an die Rufe der SA-Leute erinnern. Die hätten auf der Sögestraße vor jüdischen Geschäften gestanden und den Passanten befohlen weiterzugehen.

 

 Klaus Krancke, Leiter des Referats „Ältere Menschen“ in der Sozialbehörde, war in den 80er-Jahren selbst mit der ASF im Ausland und hat die Zusammenkunft der Freiwilligen mit den Senioren in die Wege geleitet. Dabei ist ihm bewusst, dass bei den älteren Menschen auch schmerzhafte Erinnerungen wach werden können. „Es sind fruchtbare Gespräche, denn viele Ältere machen da erst die Erfahrung, dass man über diese Erlebnisse reden kann.“

 

Für die Freiwilligen ist das Gespräch in der LAB Begegnungsstätte Teil der Nachbereitung ihres Auslandsaufenthalts. Jakob Stürmann, studentischer Mitarbeiter bei ASF in Berlin, geht es dabei auch darum, „dass die Freiwilligen den Leuten hier zeigen, was sie im Ausland positiv geleistet haben“. ASF sei größtenteils durch Spenden finanziert und wolle sich durch solche Gespräche auch bei denjenigen bedanken, die durch ihre Beiträge die Auslandsaufenthalte erst möglich machten.

 

Quelle: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Stadtteile/Mitte/35143/Junge+Freiwillige+berichten+ueber+Einsatz.html


»Zerstörung kann nicht immer ungeschehen gemacht werden, aber Beziehungen können wieder aufgebaut werden. Das gilt nicht nur für Nationen, sondern auch für Individuen, und es ist die einzig mögliche Grundlegung für Frieden.«

Erika Brooks, ASF-Freiwillige aus den USA in Berlin

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