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Mit ASF kann ein Freiwilligendienst für 12 Monate in Belarus geleistet werden. Bewerbungsschluss ist immer der 1. November.
ASF-Freiwillige arbeiten aktuell in sieben Projekten in Belarus. Schwerpunkte sind dabei die Begleitung und Unterstützung für Schoa-Überlebende und ehemalige NS-Zwangsarbeiter_innen sowie für Kinder und Erwachsene mit Beeinträchtigungen. Alle Projekte befinden sich in Minsk.
Russisch zu lernen, Spaß an Improvisationen, Flexibilität und die Bereitschaft, eigene Vorurteile und Wertesysteme zu hinterfragen, helfen beim Einstieg in das Leben in Minsk und bei der Bewältigung von Alltagsproblemen. Dazu gehört zum einen, dass die Bevölkerung noch immer mit den Folgen der Atomreaktor-Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl konfrontiert ist, durch die ein Viertel des belarussischen Staatsgebiets kontaminiert wurde. Zum anderen wird das Land seit über 15 Jahren von dem autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko regiert und ist international weitgehend isoliert.
Im September 1992 traf erstmals eine größere ASF-Freiwilligengruppe in Belarus ein. Zu den ersten Partnern gehörte die gemeinnützige belarussische Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl". Heute arbeiten Freiwillige u.a. in Nowinki, einem Heim für geistig und physisch beeinträchtigte Kinder und junge Erwachsene und begleiten ehemalige NS-Zwangsarbeiter in Zusammenarbeit mit dem Häftlingsverband „Dolja“.
Die Geschichte des NS-Angriffskriegs gegen die Sowjetunion ist in Belarus immer noch sichtbar. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass ein Drittel der Bevölkerung der damaligen Sowjetrepublik während der NS-Besatzung ermordet wurde; hunderte von Dörfern wurden durch die Heeresgruppe Mitte zerstört – und nie wieder aufgebaut. Der offizielle Erinnerungsdiskurs ist in Belarus – zu Sowjetzeiten auch gerne „Partisanenrepublik“ genannt - immer noch der sowjetischen Tradition verhaftet – so dass beispielsweise die stalinistischen Säuberungswellen nach wie vor kaum erinnert werden.
Schon Anfang der 1970er Jahre hatte ASF Studienfahrten nach Minsk, Leningrad und Wolgograd organisiert. Doch die politischen Rahmenbedingungen des Kalten Kriegs erschwerten die Kontakte bis in die frühen 1990er Jahre.
Viele ehemalige ASF-Freiwillige kehren regelmäßig in „ihre“ Projekte nach Minsk zurück; sie organisieren Sommerlager für Kinder mit Behinderungen in Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort und unterstützen die Geschichtswerkstatt in Minsk, die die Geschichte des Minsker Ghettos dokumentiert und international zugänglich gemacht hat.
Belarus gehört zum internationalen Programm von ASF für Freiwillige aus Deutschland.