Direkt zur Hauptnavigation oder zum Inhalt.
In Norwegen arbeiten aktuell 15 ASF-Freiwillige in drei Regionen: im Norden in Tromsø und Alta, in der Mitte des Landes in Trondheim und Oslo sowie im Süden in Kristiansand und Moi. Das ASF-Landesbüro befindet sich in Oslo.
Eingesetzt sind die ASF-Freiwilligen im nördlichsten Projektland Europas u.a. in der offenen Altenarbeit, in Heimen und offenen Einrichtungen für körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie in Projekten für Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Ein weiterer Projektschwerpunkt sind die so genannten Folkehogskolen, Internatsschulen für behinderte und - wie es in Norwegen heißt - normal-behinderte Jugendliche. Die Freiwilligen, die in diesen Institutionen arbeiten, sind meistens im Freizeitbereich eingesetzt. Hier haben die Freiwilligen viele Möglichkeiten, um eigene Ideen umzusetzen und neue Fähigkeiten zu erlernen. Kreativität und Eigeninitiative sind kaum Grenzen gesetzt, denn in Norwegen ist die Freizeitpädagogik sehr etabliert und gut ausgestattet.
Schon ein Jahr nach dem Aufruf zur Gründung von Aktion Sühnezeichen 1958, begann die Arbeit in Norwegen. Freiwillige von Aktion Sühnezeichen setzten 1959 und 1960 zwei Bauprojekte im Norden des Landes um: ein Wirtschaftsgebäude für das Behindertenheim Trastad Gaard und eine Kirche in Kokelv/Finnmark. Pastor Gilleberg, der damalige Leiter des Heims von Trastad Gaard, schrieb dazu: "Es war ein Idealismus, der brannte. Und dieser Idealismus bewirkte, dass die Aktion gelang. Im Jahre 1959 gab es viel Hass gegenüber den Deutschen, und die erste Gruppe bekam dies zu spüren. Ich weiß bestimmt, dass die Aktion und was sie hier geleistet hat, eine Aussöhnung in der Stille war."
Denn die norwegische Bevölkerung hatte massiv unter der deutschen Besatzung nach dem deutschen Überfall im Jahr 1940 gelitten. Vor allem die Luftangriffe der deutschen Luftwaffe auf die Großstädte, die Deportation fast der gesamten jüdischen Bevölkerung Norwegens in die Vernichtungslager sowie die Wehrmachtsstrategie der verbrannten Erde über all dort, wo Widerstandsgruppen aktiv waren – beispielsweise in Nordnorwegen in der Region Finnmark – bestimmten die kollektive Wahrnehmung in Norwegen über Jahrzehnte. Hinzu kam, dass der norwegische Widerstand gesellschaftlich breit verankert war: es gab sowohl politisch organisierte Widerstandsgruppen als auch organisierte Sportler_innen, Lehrer_innen, Jurist_innen und aktive Protestant_innen.
Mitte der 1960er Jahre entwickelten sich dann durch die Bauprojekte Kontakte zu anderen Projektbereichen – in Norwegen vor allem in der Sozialarbeit. ASF-Freiwillige arbeiten seitdem in sozialen Einrichtungen mit – und arbeiten hier mit denjenigen, die im Nationalsozialismus unmittelbar von der Vernichtung als „lebensunwert“ bedroht waren.
Im Jahr 2009 feierte ASF in Norwegen das 50-jährige Jubiläum der Arbeit im Land – gemeinsam mit vielen Projektpartner_innen, ehemaligen Freiwilligen und neuen Freund_innen. Bis heute prägt die Kontinuität langjähriger Projektpartnerschaften die ASF-Arbeit vor Ort. Ein norwegischer Freundeskreis – ASF Venner – unterstützt die Arbeit intensiv.