Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Pressemitteilungen 2016

Wiederwahl von Dr. Stephan Reimers zum Vorsitzenden von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Berlin, den 22. Mai 2016

Dr. Stephan Reimers nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste: „Von einer Verengung der deutschen Erinnerungskultur kann keine Rede sein. Die AfD braucht dringend Geschichtsunterricht!“

Die Mitglieder von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste wählten Dr. Stephan Reimers, früherer Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, in ihrer Mitgliederversammlung in Berlin auf zwei weitere Jahre wieder. In seiner Rede äußerte sich der soeben wiedergewählte Vorsitzende besorgt über den zunehmenden Zuspruch für die rechtspopulistische AfD und geschichtsrelativierende Passagen in deren Grundsatzprogramm.

Ein Satz aus dem Grundsatzprogramm der AfD berührt die Arbeit von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste besonders: „Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiven, identitätsstiftenden Aspekte der deutschen Geschichte umfasst“. Dr. Stephan Reimers: „Ein Blick auf die vielfältige deutsche Erinnerungskultur mit ihren zahlreichen Gedenktagen, Museen und Ausstellungen zeigt, dass von einer Verengung keine Rede sein kann. Eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen und einer Würdigung der Opfer ist essentiell wichtig für eine starke Demokratie. Die Delegierten der AfD scheinen wenig zu wissen von den Leiden der vom NS-Regime verfolgten Menschen und bräuchten dringend Nachhilfe in deutscher Geschichte. Ihre Forderung öffnet Geschichtsrevisionismus und einer Schlussstrichmentalität Tür und Tor.“

Seit 1958 trägt Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im Rahmen von kurz- und langfristigen Freiwilligendiensten zu Frieden und Verständigung bei, setzt sich für Menschenrechte ein und sensibilisiert die Gesellschaft für die Auswirkungen der nationalsozialistischen Geschichte. Jährlich absolvieren rund 180 Freiwillige in 13 Ländern ihren Friedensdienst mit ASF. Zu den Schwerpunkten des Vereins gehört auch die Auseinandersetzung mit der Vermittlung der NS-Geschichte im Einwanderungsland Deutschland.

Stephan Reimers war nach seinem Theologie-Studium und Vikariat Direktor der Evangelischen Akademie Nordelbien. In seiner Funktion als Leiter des Diakonischen Werkes Hamburg initiierte er zahlreiche Projekte gegen Armut und Obdachlosigkeit. So gründet er beispielsweise 1993 die Obdachlosenzeitung »Hinz & Kunzt«. Mit seiner Person verbunden werden auch das von ihm ins Leben gerufene Spendenparlament, bei dem Spender_innen über den Einsatz des Geldes mitbestimmen können, sowie der Mitternachtsbus, welcher nachts bedürftige Menschen mit Decken und warmen Getränken versorgt. Bis in die 1980er Jahre war Stephan Reimers in der Hamburger CDU aktiv, unter anderem als Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. Von 1976 bis 1980 war er CDU-Bundestagsabgeordneter. Als EKD-Bevollmächtigter war er von 1999 bis zum Ruhestand 2009 für Bundesregierung und Parlament ein wichtiger Ansprechpartner. Seit 2008 ist Reimers Mitglied im Präsidium der Welthungerhilfe.


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Lena Altman, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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ASF erhält den Preis des Westfälischen Friedens

Berlin, den 17. März 2016

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste wird am 8. Oktober 2016 in Münster mit dem zehnten Preis des Westfälischen Friedens für seine nachhaltige Arbeit für Frieden und Verständigung ausgezeichnet.

Das teilte die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL), die den mit 100.000 Euro dotierten Preis verleiht, gestern mit. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste teilt sich den Preis mit dem jordanischen König Abdullah II.

Mit seinem internationalen Freiwilligenprogramm und Sommerlagern in Europa, Israel und den USA trage Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zur Förderung des Friedens bei. „Dabei ist es stets das Ziel, die Auseinandersetzung insbesondere junger Deutscher mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen zu fördern: durch Dialog und in der direkten Begegnung mit Menschen unterschiedlichster Herkunft“, sagte Dr. Reinhard Zinkann, der Vorsitzende der in Münster ansässigen WWL.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung unserer Arbeit. In Freiwilligendiensten und Sommerlagern setzen sich junge Menschen mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste auf vielfältige Weise für eine friedliche und gerechte Welt ein. In der Begegnung mit Überlebenden der Schoah, mit Flüchtlingen und mit ausgegrenzten Menschen wachsen unsere Freiwilligen und setzen Zeichen für Menschlichkeit und Vielfalt und gegen die fortwährenden Formen von Rassismus und Antisemitismus in unseren Gesellschaften. Mitgefühl, Solidarität, aber auch historisches und politisches Gespür werden durch die Praxis eines Friedensdienstes gestärkt“, so Jutta Weduwen, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.

In diesem Jahr wird der Westfälische Friedenspreis zum zehnten Mal vergeben. Die Wirtschaftliche Gesellschaft von Westfalen und Lippe, ein Zusammenschluss von Unternehmern, stiftete ihn erstmals 1998. Damals jährte sich das Ende des 30-jährigen Krieges und der Friedensschluss in Münster und Osnabrück zum 350. Mal. Gemeinsam mit Persönlichkeiten wie z. B. Václav Havel, Carla del Ponte und Helmut Schmidt ehrt der Preis immer auch Jugendorganisationen, die durch ihre Taten ein Beispiel für politische, soziale und ökologische Versöhnung und damit für Frieden in der Welt gegeben haben. Die Auszeichnung wird bei einer feierlichen Verleihung am 8. Oktober 2016 im Rathaus zu Münster überreicht. Die Laudatio auf den jordanischen König wird Bundespräsident Joachim Gauck halten.

Seit der Vereinsgründung 1958 ist Aktion Sühnezeichen Friedensdienste aktiv in der politischen Arbeit gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus und setzt sich für eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen ein. In Freiwilligendiensten und Sommerlagern engagieren sich jedes Jahr mehrere hundert, überwiegend junge Menschen in vielen Ländern Europas, den USA und Israel in Gedenkstätten, in der Begleitung von Überlebenden der Schoa und in der politischen Arbeit für eine inklusive, tolerantere Gesellschaft.

Bei Rückfragen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an Lena Altman, Tel.: 030 28 395-203, Mobil 0151 165 28 347 oder altman@asf-ev.de.

Engagement gegen gesellschaftlichen Rechtsruck

Berlin, den 15. März 2016

„Wir brauchen jetzt ein stärkeres Engagement durch Kirchen und Zivilgesellschaft für Geflüchtete und gegen menschenverachtende Stimmungsmache,“ fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus (BAG K+R). Als Trägerverein der BAG K+R unterstützt ASF die stärkere Vernetzung engagierter Christ_innen und zivilgesellschaftlicher Initiativen gegen Rassismus, Hass auf Minderheiten und die Absage an demokratische Grundwerte.

Am 15./16. April 2016 findet im Evangelischen Tagungshaus Villigst in Schwerte (NRW) die 5. Ost-West-Konferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus (BAG K+R) statt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie kirchlich und zivilgesellschaftlich Engagierte in Ost- und West-Deutschland auf den aktuellen gesellschaftlichen Rechtsruck reagieren können. Unter dem Motto „Kirche im christlichen Abendland ….- Positionierungen im Spannungsfeld neo-konservativer Tendenzen und gesellschaftlichen Engagements“ diskutieren u.a. leitende Geistliche, wie Dr. Antonius Hamers, Katholisches Büro NRW und Albert Henz, theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirchen von Westfalen; Politiker_innen, wie Sylvia Löhrmann, stellv. Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein­ Westfalen; Wissenschaftler_innen wie Dr. Britta Schellenberg, Ludwig­Maximilians­Uni-versität München; in Willkommensbündnissen aktive, wie Birgit Naujoks, Flüchtlingsrat NRW und Luisa Seydel, „Bündnis Hellersdorf hilft“ sowie zivilgesellschaftlich und kirchlich Engagierte aus Ost- und Westdeutschland über eine bessere Koordinierung und effektivere Praxis in der Auseinandersetzung mit offenem Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt.

„Wir brauchen jetzt ein stärkeres Engagement durch Kirchen und Zivilgesellschaft für Geflüchtete und gegen menschenverachtende Stimmungsmache,“ betont Dr. Christian Staffa, Sprecher der BAG K+R. In den Wahlerfolgen der AfD kommt eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung zu asylfeindlichen oder –relativierenden antieuropäischen und die universellen Menschenrechte missachtenden Haltungen zum Ausdruck. Daher sei der Bedarf an Diskussionen und Vernetzung bei allen, die sich kirchlich oder zivilgesellschaftlich für Geflüchtete und für eine weltoffene Gesellschaft engagieren, jetzt größer denn je. Dafür bietet die BAG K+R mit der Ost-West-Konferenz einen wichtigen Raum, so Staffa weiter: „Der virulente, offene Rassismus, Hass auf Minderheiten und die Absage an demokratische Grundwerte begegnen uns allen täglich: im kirchlichen Raum ebenso wie im Alltag, in den Kommunen, an unseren Arbeitsplätzen, in Willkommensinitiativen oder im Familienkontext. Um so wichtiger sei das Bekenntnis zu einer Flüchtlingspolitik, die im Einklang mit den humanitären und menschenrechtlichen Verpflichtungen steht und faire Asylverfahren garantiert.“

Rückfragen bitte an: Dr. Christian Staffa, Sprecher der BAG K+R, 0175/401 34 29

Die BAG K+R unterstützt die Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt:

http://www.allianz-fuer-weltoffenheit.de/

ASF unterstützt Aufruf zur Solidarität mit den Sinti und Roma in Europa

Berlin, den 2. März 2016

Die Verfolgung der Sinti und Roma reicht viele Jahrhunderte zurück. Hunderttausende fielen der systematischen Vernichtung im Nationalsozialismus zum Opfer, eine Anerkennung bleibt an vielen Stellen bis heute aus.

In den vergangenen Jahren hat auch in Deutschland der Rassismus gegenüber Sinti und Roma erschreckend zugenommen. Sie sind in vielen Ländern, die als sichere Herkunftsländer gelten, in besonderer Form Diskriminierungen und Übergriffen ausgesetzt. Wir setzen uns für eine sensible Erinnerung und die Anerkennung der Opfer der NS-Verfolgung ein. Unsere Bildungsprogramme richten sich gegen Antiziganismus in Europa.

Weitere Informationen zu unseren Bildungsangeboten finden Sie hier

Hier finden Sie den Aufruf des Bündnisses für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas.

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Wolfgang Thierse spricht auf ASF-Jahresempfang über Chancen und Herausforderungen im Einwanderungsland Deutschland

Berlin, den 24. Februar 2016

Drei Angriffe pro Tag auf deutsche Flüchtlingsunterkünfte bereits in 2016: Diese traurige Bilanz nahm Bundestagspräsident a. D. Wolfgang Thierse beim Jahresempfang von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Leipzig zum Ausgangspunkt für eine Grundsatzrede zu den Chancen und Herausforderungen von Einwanderung.

Besorgt stellte er fest, dass die Gewaltbereitschaft unter Rechtsextremisten und die Toleranz für Gewalt unter Anhängern von Xgida stark gestiegen sei. Um diesen Bewegungen den Nährboden zu entziehen, „ müssen wir uns dem religiösen, politischen und kulturellen Konfliktpotenzial von Integration stellen“, so Thierse. Dazu gehöre es, „die Probleme offen anzusprechen– ohne Hysterie, so sachlich wie möglich.“ Pluralismus sei keine Idylle.

Andererseits mache die an vielen Orten sichtbare Willkommenskultur Deutschland sympathischer, fand Thierse. Genau diese Willkommenskultur müsse nun in den mühseligen Alltag von Integration übersetzt werden. „Es gibt keine Patentlösungen, aber eine gelungene Integration macht uns alle reicher!“

Auch die deutsche Erinnerungskultur werde durch Einwanderung auf den Prüfstand gestellt „Wer nach Deutschland kommt, wird Teil einer Erinnerungsgemeinschaft, in der es keine Identität ohne Auschwitz gibt“, so Thierse. Dieser „historisch-kulturellen Zumutung“ müsse sich jeder Mensch stellen, der nach Deutschland komme. Die komplette Rede können Sie hier lesen.

Mit dieser Thematik beschäftigt sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste bereits seit vielen Jahren. Geschäftsführerin Jutta Weduwen: „In unserem Projektbereich Interkulturalität setzen wir uns mit der Bedeutung von Geschichte in der Einwanderungsgesellschaft auseinander. In der historisch-politischen Bildungsarbeit werden Migrant_innen häufig nur als Zielgruppe wahrgenommen. Unsere Programme aber zielen darauf ab, dass Migrant_innen selbst aktiv werden und Bildungsprozesse mitgestalten. Dabei geht es primär um die multiperspektivische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.“

Auf dem Jahresempfang sprach neben Frieder Magirius, ehem. Leiter von Aktion Sühnezeichen in der DDR, auch Kai Flechtner, ein aus Frankreich zurückgekehrter Freiwilliger, über seine Begegnung mit dem Shoa-Überlebenden Paul Niedermann. „Mein Friedensdienst hat mich wachgerüttelt und dazu motiviert, mich für Verständigung und Frieden einzusetzen“, so der 21Jährige aus Leipzig. Seine ganze Rede ist hier zu lesen.

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Aktion Sühnezeichen Friedensdienste verurteilt Übergriffe auf Flüchtlinge und fordert stärkeres Engagement gegen Rassismus

Berlin, den 23. Februar 2016

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste verurteilt die zunehmenden rechtsextremen und rassistischen Ausschreitungen der vergangenen Tage und Wochen gegen geflüchtete Menschen. Die jüngsten Übergriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte in Clausnitz und Bautzen zeigen ein verheerendes Bild der rassistischen Stimmung nicht nur in Sachsen.

„Der menschenverachtende Umgang mit schutzbedürftigen Menschen ist inakzeptabel, die menschenfeindliche Polemik der vergangenen Jahre gegenüber Flüchtlingen zeigt sich nun als Wegbereiter von solchen Übergriffen“, sagte Dr. Dagmar Pruin, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF). „Wir müssen die vielen couragierten Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen und sich rassistisch motivierten Übergriffen entgegenstellen, weiter stärken“, fügte sie hinzu.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden unzählige Menschen zur Flucht gezwungen; den meisten gelang die Flucht nicht. Nur wenige Deutsche widersprachen oder leisteten Widerstand. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung, uns für Menschen zu engagieren, die vor Krieg, Elend und Verfolgung fliehen. Die Erfahrungen der ASF-Freiwilligen, die in ihrem Dienst mit Flüchtlingen zusammen kommen zeigen, welche Chance in der Begegnung zwischen Zivilgesellschaft und Geflüchteten liegt. So arbeitet ASF-Freiwillige Tatiana Ovechkina aus Russland seit letztem Herbst beim ASF-Partnerprojekt Asyl in der Kirche. Sie beantwortet telefonische Anfragen, gibt Menschen in Flüchtlingsunterkünften Deutschunterricht und leitet Spielgruppen für Flüchtlingskinder. In ihrer Freizeit begleitet sie einen jungen Tschetschenen  zu einer Traumatherapie. „Als Einzelne kann man viel machen und das sollte man dann auch tun“, findet die 21-jährige. „Wir sind doch alles Menschen und haben fast alle dieselben Werte. Kirchenasyl ist wichtig, weil es eine zusätzliche Möglichkeit für Menschen ist, die in der Gefahr sind, abgeschoben zu werden“, ergänzt sie. 

Seit ihrer Gründung 1958 ist Aktion Sühnezeichen Friedensdienste aktiv in der politischen Arbeit gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Um das Grundrecht auf Asyl und eine aktive Willkommenskultur zu stärken, startete ASF im letzten Sommer mit mehr als 150 Initiativen und Einzelpersonen den  Aufruf „Wir sind Viele – für das Recht zu kommen und zu bleiben“.

Seit 1958 setzt sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen ein. In Freiwilligendiensten und Sommerlagern engagieren sich jedes Jahr mehrere hundert, überwiegend junge Menschen in vielen Ländern Europas, den USA und Israel in Gedenkstätten, in der Begleitung von Überlebenden der Schoa und in der politischen Arbeit für eine inklusive, tolerantere Gesellschaft.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Lena Altman (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Auguststr. 80, 10117 Berlin, Telefon: 030/28395-203, Fax: -135, E-Mail: altman@asf-ev.de, Internet: www.asf-ev.de

Was machen junge Deutsche am 27. Januar?

Berlin, den 26. Januar 2016

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit. Was bedeutet dieser – 50 Jahre später gesetzlich verankerte - Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus für junge Menschen? Rund 150 junge Deutsche, die ein Freiwilligenjahr mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) leisten, verbringen diesen Tag mit Menschen, die unter den Nationalsozialisten gelitten haben, oder in Institutionen, die sich der historischen und politischen Erinnerungsarbeit widmen.


So zum Beispiel Lea Poralla. Die 18-Jährige aus der Nähe von München leistet ihren Freiwilligendienst mit ASF in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Oswiecim / Auschwitz, die vor 30 Jahren von ASF gegründet wurde. Am 27.1. kommen Besuchergruppen aus Polen, Israel, den USA und anderen Ländern zur Gedenkveranstaltung in Auschwitz-Birkenau. Lea wird eine Gruppe aus Deutschland begleiten. Besonders wichtig sind ihr die Begegnungen mit Zeitzeugen. „Es ist etwas ganz Besonderes, wenn mir Überlebende ihre Geschichte erzählen. Viele Leute denken, dass mich die tragischen Geschichten der Auschwitzüberlebenden belasten, aber so schockierend die Erzählungen auch sind: Die Überlebenden sind meist so positiv und voller Energie und das motiviert mich persönlich immer sehr. Sie zeigen mir auch, wie viel Glück ich habe, dass ich in Frieden leben kann und so viele Möglichkeiten in meinem Leben habe.“

Auch die Freiwillige Emily Philippi beschäftigt sich - nicht nur an diesem wichtigen Gedenktag - mit den Folgen des Nationalsozialismus. Die aus Hamburg stammende junge Frau besucht während ihres ASF-Freiwilligenjahres mehrmals wöchentlich drei ältere Damen in Jerusalem. Sie unterstützt auch das Archiv der Dokumentations- und Begegnungsstätte Yad Vashem. „Die Begegnungen in Yad Vashem sind oft sehr eindrücklich. Manchmal kommen Besucher, die nach ihren Angehörigen suchen. Andere sind spezialisiert auf ein bestimmtes Thema. Yad Vashem zeigt mir, wie päsent in dieser Zeit und wie persönlich wichtig für viele Menschen ist, was unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verbrochen worden ist. Dass das Gedenken nicht nur eine Aufgabe späterer Generationen ist, sondern vielen Menschen ein tiefes Bedürfnis.“

„Die Begegnung mit Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung ist seit der Gründung von ASF wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Sie sind für uns Berater und Begleiter. Dass sich Überlebende für unsere Freiwilligen öffnen ist ein großes Geschenk. Unsere Freiwilligen erleben in der Begegnung die Geschichte und die Gegenwart, die Erinnerung und das Weiterleben“, so ASF-Geschäftsführerin Jutta Weduwen. Sie moderiert am Donnerstag, den 28. Januar ein Zeitzeugengespräch bei der Eröffnung der Fotoausstellung „Leben nach dem Überleben“ der Organisation Amcha im Auswärtigen Amt.

Gemeinsam mit der Ev. Kirchengemeinde in der Friedrichstadt lädt Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) alle Berliner_innen zum Gedenkgottesdienst ein: am Mittwoch, 27. Januar, 19 Uhr, Französische Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt.

Bei Interesse an Interviews, Bildmaterial oder bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Lena Altman, Tel.: 030 28 395-203, Mobil 0151 165 28 347 oder altman@asf-ev.de.

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