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14. Jul. 2006

ASF und PRO ASYL fordern Schutz vor Verfolgung wegen sexueller Orientierung


Homosexualität (k)ein Asylgrund in Deutschland?

PRO ASYL und Aktion Sühnezeichen Friedensdienste fordern besseren Schutz bei Verfolgung wegen sexueller Orientierung

 

Deutliche Verbesserungen beim Asylrecht für Homosexuelle haben Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) und die Flüchtlingsorganisation PRO ASYL in Zusammenhang mit dem Christopher Street Day am 22. Juli und dem lesbisch-schwulen Stadtfest in Berlin gefordert. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Kampagne "Asylrecht ist Menschenrecht" weisen die beiden Menschenrechtsorganisationen darauf hin, dass Homosexuelle in vielen Ländern politisch verfolgt werden oder aufgrund gesellschaftlicher und religiöser Vorurteile diskriminiert werden. Zugleich kritisieren sie, dass Homosexualität in Deutschland nur unter engen Voraussetzungen als asylrechtlich relevant eingestuft wird. So müssten Asylsuchende in der Regel eine „irreversible Veranlagung“ nachweisen. Außerdem müssten sie glaubhaft machen, dass die Verfolgung von staatlichen Stellen ausgeht oder Polizei und Behörden im Einzelfall davon Kenntnis haben. Dies stelle für Flüchtlinge oft eine unüberwindbare Hürde im Asylverfahren dar.

 

Der 28. Berliner Christopher Street Day (CSD) fand am 22. Juli unter dem Motto »Verschiedenheit und Recht und Freiheit« statt. Diese Abwandlung des ursprünglich beschlossenen Titels »Einigkeit und Recht und Freiheit« hatte das CSD-Forum nach hitzigen Debatten auf Antrag von ASF beschlossen. Zugleich einigte sich das Forum darauf, vier Forderungen in den Mittelpunkt der schwul-lesbischen Parade zu stellen. Neben dem Schutz für Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung in ihren Heimatländern verfolgt werden, gehören die volle Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe, die Stärkung von Gleichberechtigung durch Aufklärungskampagnen in Schulen und der Ausbau gesundheitlicher Präventionsmaßnahmen zum Forderungskatalog des CSDs in Berlin.

 

ASF beteiligte sich wie im vergangenen Jahr mit einem Stand am Lesbisch-Schwulen Stadtfest am 15./16. Juli 2006 und einem Wagen am Christopher Street Day am 22. Juli in Berlin.

 

Hier finden Sie PDF-Dateien zur Kampagne „Asylrecht ist Menschenrecht! Umfassender Schutz für Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden“ und ausgewählte Länderbeispiele zur Verfolgung von Homosexuellen.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Johannes Zerger

Referent für Öffentlichkeitsarbeit

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Auguststr. 80

10117 Berlin

Tel.: 030/28395-203

Fax: -135

Mail: zerger@asf-ev.de


»Zerstörung kann nicht immer ungeschehen gemacht werden, aber Beziehungen können wieder aufgebaut werden. Das gilt nicht nur für Nationen, sondern auch für Individuen, und es ist die einzig mögliche Grundlegung für Frieden.«

Erika Brooks, ASF-Freiwillige aus den USA in Berlin

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