Aktion Sühnezeichen
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Helena Strigina


Gleich mitten drin und dabei: Als ASF-Freiwillige in der Gedenkstätte Augustaschacht

 

Helena Strigina (22) kommt aus Weißrussland und arbeitet als ASF-Freiwillige für ein Jahr in der Gedenkstätte Augustaschacht bei Osnabrück  

 

Die Entscheidung zu treffen, für ein Jahr als Freiwillige in einem neuen Land zu leben, war für mich wegen der erwarteten Trennung von Freunden, der Familie und der gewohnten Lebensumgebung nicht einfach. Der geliebte Bekanntenkreis bleibt virtuell per Internet erreichbar. In realem Leben muss ich schon selbständig „surfen“ und ich fürchtete mich vor Frustration, Einsamkeit und Heimweh. Die beste Medizin dagegen schien für mich die Arbeit zu sein.

 

Das Freiwilligenjahr hat nun nach dem zehntägigen Vorbereitungsseminar wirklich begonnen und ich geriet in das echte Osnabrücker Leben und in einen für mich ganz neuen Alltag. Mit der Arbeit habe ich mich auch gleich vertraut gemacht. Mein Projektleiter Michael Gander von der Gedenkstätte Augustaschacht beschäftigte sich mit einem neuen Projekt, bei dem ich dabei sein konnte. Wir machten uns für eine polnische Amerikanerin auf die Suche nach Spuren ihrer Eltern, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges in Osnabrück Zwangsarbeit für das NS-Regime  leisten mussten.

 

Inzwischen habe ich mich im Arbeitsalltag völlig eingelebt und erledige viele interessante Aufgaben in der Gedenkstätte: Ich übersetzen Interviews mit ukrainischen ZwangsarbeiterInnen, ich helfe beim Produzieren von Filmen über sie, plane die Winterreise in die Ukraine für weitere Nachforschungen und ich schreibe Artikel über Veranstaltungen in der Gedenkstätte. Meine Angst vor dem Alleinsein erscheint mit dieser süßen Arbeitsmedizin nur noch halb so groß.


»Zerstörung kann nicht immer ungeschehen gemacht werden, aber Beziehungen können wieder aufgebaut werden. Das gilt nicht nur für Nationen, sondern auch für Individuen, und es ist die einzig mögliche Grundlegung für Frieden.«

Erika Brooks, ASF-Freiwillige aus den USA in Berlin



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