Ein heller Stern in dunkler Zeit
Begegnung mit dem 95jährigen Max Glückstern, Überlebender des Holocaust
Max Hilck (20) ist für ein Jahr ASF-Freiwilliger in Berlin und begleitet im Rahmen seines Projektes beim American Jewish Committee Überlebende des Holocaust.
Max Glücksstern und ich gehen zum Einkaufen. Geschickt lotst er mich durch den Supermarkt, zeigt mir die Produkte, die er benötigt und packt dann noch mit einem verschmitzten Zwinkern eine Tafel Schokolade für mich in den Wagen. Als wir uns wieder seiner Wohnung nähern, klagt Herr Glücksstern, dass er jetzt gebeugt gehen müsse - ein Bandscheibenvorfall. Er sei früher immer sehr aufrecht gegangen, schnellen und entschlossenen Schrittes. Es ärgere ihn, dass die Leute ihn jetzt für alt halten könnten. Er wird im April 95.
Nach einem kleinen Rundgang in seiner Wohnung, setzen wir uns in sein Wohnzimmer und Max Glückstern erzählt mir Geschichten aus seinem bewegten Leben. Da ist der Holocaust, die Flucht, die Rückkehr. Tragik und Trauer, Zerrissenheit auf der einen Seite. Lebensmut, Sportlichkeit, Geschick und Ironie auf der anderen Seite. Er wirkt weise und lebenserfahren.
Zum Abschied reicht mir Max Glücksstern lächelnd seine Hand. Mir fällt auf, wie sehr sein Name zu ihm passt. In der dunklen Nacht der deutschen Geschichte ist ein erhellender Stern unerlässlich, um wirklich sehen zu können.






