That's Europe!
Du gestaltest Europa

Sommerlager in Kokelv, Norwegen 2012

Sorgenvoll blicken viele Menschen auf die erstarkenden rechtsextremen und rechtspopulistischen Stimmungen und Bewegungen in Europa, die mit konservativem Nationalismus und Europaskepsis einhergehen. Die europäische Vision nach Einheit in Vielfalt gerät zunehmend unter Druck, gar in Vergessenheit. Europa ist mehr als die Europäische Union: Es ist die Abkehr von Krieg und Zerrüttung und das gemeinsame Streben nach Frieden und Verständigung, die nur durch Engagement und Teilhabe vieler erreicht werden können.

Solch ein Engagement in und für ein Europa der Vielfalt war das Leitmotiv des Projekts „Unterdrückung und Widerstand. Chancen von Zivilgesellschaft in Geschichte und Gegenwart Europas“, das Aktion Sühnezeichen Friedensdienste mit Unterstützung des EU-Programms „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ im Jahr 2017 durchgeführt hat. 

In der Beschäftigung mit Lebensgeschichten von Menschen im Widerstand erweiterte das Projekt die erinnerungspolitische Perspektive der Teilnehmenden. Für sie und Menschen vor Ort wurde die zugleich trennende und einende europäische Erfahrung deutlich; sie lernten Demokratiebewegungen und bürgerschaftliches Engagement in verschiedenen europäischen Ländern kennen. Der thematische Bogen umspannte sowohl die Zeit der deutschen NS-Besatzung, als auch Protestformen von Freiheitsbewegungen, beispielsweise in Ungarn 1956. Im Vordergrund des Projekts stand die Frage, wie die historischen Bewegungen des Widerstands in die Gegenwart hineinwirken und welche Rolle sie bei der Erinnerungsarbeit spielen.

Opposition und Widerstand heute

Den Auftakt des Projektes bildete die Tagung „Courage“ am 25. und 26. Mai 2017. Die Teilnehmenden diskutierten gemeinsam mit internationalen Gästen und Projektpartner_innen der Sommerlagerarbeit in Griechenland, Italien, Ungarn und Litauen über die heutige Bedeutung von Zivilcourage und Widerstand in Europa und deren unterschiedliche Formen. Die Tagung bot einen Raum für Vernetzung, ein Ideenforum und gemeinsames Lernen.

Auf dem paralell stattfindenden Deutschen Evangelischen Kirchentag startete Aktion Sühnezeichen Friedensdienste eine projektbegleitende Kampagne unter der Überschrift „That’s Europe“. Die Kampagne lud junge und nicht mehr so junge Menschen dazu ein sich für ein tolerantes und vielfältiges Europa zu engagieren.

Die Fragen nach Repressionen, Widerstand und den Chancen zivilen Handelns haben auch in der Sommerlagerarbeit einen wichtigen Platz eingenommen. In allen vier Projektländern - Griechenland, Italien, Ungarn und Litauen - hatten die Teilnehmenden die Chance, je zwei Orte und deren spezifische Geschichte kennenzulernen und sich mit der Vielschichtigkeit der Erinnerungen vor Ort auseinander zu setzen. Ob Norden oder Süden, überall haben die Teilnehmenden die Möglichkeit gehabt, Menschen und Lebensgeschichten kennenzulernen, die zu unterschiedlichen Zeiten Widerstand üb(t)en.

Seinen Abschluss fand das Projekt am 09. November 2017 in der Ev. Kirchengemeinde Martin-Luther in Berlin Neukölln: Dorthin lud Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ein zu einer Ausstellungseröffnung mit begleitendem Gespräch über die in den Sommerlagern  entstandenen Arbeiten: Wen haben die Freiwilligen kennengelernt? Wie kontrovers wurde in der Gruppe und im persönlichen Gespräch diskutiert? Was sind für junge Menschen heute Formen von Opposition und europäischer Zivilgesellschaft und wie können wir alle Anteil daran haben? Nach der Ausstellungseröffnung fand ein Austausch der Teilnehmenden mit Vertreter*innen verschiedener zivilgesellschaftlichen Akteuren statt sowie ein Zeitzeugengespräch für Schüler*innen und Schüler aus Berlin.

Ob 18, 36 oder 99 Jahre alt – alle konnten mitmachen und das Projekt mitgestalten. Wir danken allen Projektpartner*innen, Teilnehmenden, Initiativen und Ehrenamtlchen, die an dem Projekt mitgewirkt und es mit Leben füllten.

Unser besondere Dank gilt dem EU-Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger, dessen Förderung uns die Durchführung des Projektes ermöglichte.

Ansprechpartnerin für das Gesamtprojekt

Adriana Koch
e-Mail: koch[at]asf-ev.de
Tel: 030/28395-228
Fax: 030/28395-135

Unterstützt von

Europa für Bürgerinnen und Bürger
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  • im Rahmen des Bundesprogramm
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