Briefe aus Belarus

Clara in Minsk

Hallo, ich bin Clara Schilke, 18, aus Kemmlitz, einem wirklich sehr, sehr kleinen Dorf zwischen Leipzig und Dresden. Seit Mitte September wohne ich zusammen mit vier anderen ASF Freiwilligen in Minsk/Belarus. In meinem Freiwilligendienst arbeite ich in drei verschieden Projekten.  

Ich arbeite in einem Kinderheim für Kinder mit Behinderung in Novinki, wo die Hauptaufgabe der Freiwilligen darin besteht, die Kinder von der Langeweile des Heimes abzulenken, ihnen Zuneigung zu geben und mit ihnen, wenn möglich, zu spielen. Novinki ist auf jeden Fall ein sehr kräftezerrendes Projekt, aber auch das Projekt, wo man als Freiwillige sehr viel helfen kann und jede dort verbrachte Minute wertvoll ist. 

Als zweites Projekt arbeite ich in der NGO Belapdi, die sich für die Rechte für Menschen mit Behinderung einsetzt und dafür kämpft, dass Kinder nicht in Heime wie Novinki gesteckt werden. Über Belapdi besuche ich zweimal pro Woche zwei Familien, die jeweils ein Kind mit Behinderung haben, um diese Familie zu entlasten. Weiterhin arbeiten meine Mitfreiwillige und ich in der Werkstatt von Belapdi, wo verschieden Handarbeiten von Menschen mit Behinderung hergestellt werden. Das erfüllt uns immer mit großer Freude weil es jedes Mal bewundernswert ist mit welcher Filigranität und Ernsthaftigkeit die Stickereien und Basteleien angefertigt werden, wie gut die Kinder bei Belapdi gefördert werden, aber auch mit Frustration, weil viele der Kinder in Novinki auch mühelos in so einer Werkstatt integriert werden könnten, aber ihnen jede Perspektive verwehrt bleibt, weil sie in einem dieser Heime gefangen sind.

Das dritte Projekt ist das Kinderkrebskrankenhaus in Barawlanji. Da die Pädagog*innen in Barawlanji uns sehr freundlich gesinnt sind und schon unzähliges Bastelmaterial vorhanden ist, ist unsere Arbeit hier im Vergleich zu Novinki um einiges angenehmer. Meistens überlegen wir uns ein Bastelprojekt für die Kinder, aus dem sich dann im Laufe des Tages verschiedene Aktivitäten bis hin zu Uno spielen entwickeln.

Lisa in Minsk

Nun bin ich schon mehr als einen Monat in Minsk und langsam richtig angekommen. Meine Projekte sind sehr unterschiedlich, so dass meine Woche nie langweilig wird.

Montags besuche ich eine Oma Anna. Sie ist schon sehr alt und kann aus gesundheitlichen Gründen ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Während ich für sie einkaufen gehe, kocht sie Tee, den wir dann gemeinsam trinken. Danach erzählt sie mir ein, zwei Stündchen ein paar Geschichten, die sich aber meistens alle wiederholen. Macht nichts, durch das Wiederholen verstehe auch ich auf Russisch jedes Detail. Dienstags bin ich immer in der Geschichtswerkstatt im ehemaligen jüdischen Ghetto Minsk. Dort wohne ich dem Deutschklub bei. Vor zwei Wochen haben wir am Tag der Mutter ein Märchen aufgeführt, ich habe dazu Geige gespielt und meine Mitfreiwillige Clara hat eine Rolle aus dem Märchen gespielt. Nach dem Deutschklub machen Clara und ich Recherchearbeit in der Geschichtswerkstatt. Mittwochs und freitags bin ich im Kinderkrebskrankenhaus in Barawlani. Wir sind dort den ganzen Tag und basteln und spielen mit den Kindern, denen oft sehr langweilig ist.

Am Donnerstag besuche ich eine zweite Oma, die auch Anna heißt. Bei ihr putze ich und helfe ihr im Haushalt. So gestaltet sich meine Woche sehr abwechslungsreich, ich freue mich auf weitere Monate :)

Charlotte im Kinderheim Nowinki

Seit etwa sechs Wochen bin ich jetzt schon in Minsk und arbeite in insgesamt drei Projekten. Am Montag bin ich in Nowinki im Kinderheim für Kinder mit Behinderung, wenn dort die Mittagsruhe beginnt gehen wir, meine zwei Mitfreiwilligen und ich, noch ins Erwachsenenheim. Unsere Aufgabe im Kinderheim besteht vor allem aus Kuscheln, Spazieren gehen und Spielen. Im Erwachsenenheim hören wir viel zu und halten Händchen oder kochen zusammen.

Am Dienstag besuche ich Nastja und spaziere mit ihr durch die Wohnblocks Minsks. Nastja ist 21 und Epileptikerin mit autistischen Zügen. Wenn sie Lust hat gehen wir sogar über eine Stunde raus, wenn nicht sind wir schon nach zehn Minuten wieder in ihrer Wohnung.

Unerwarteter Weise arbeite ich mittwochs noch im Kinderkrebskrankenhaus etwas außerhalb von Minsk. Dort basteln wir besonders viel mit den Kindern und spielen z.B. UNO. Am Abend habe ich dann meistens noch Russisch, nach einem langen Tag im Krankenhaus kann das oft große Überwindung kosten!

Donnerstags gehe ich wieder mit Nastja spazieren und am Abend bouldern.

Freitag bin ich bei BelAPDI und helfe etwas in der Behinderten-Werkstatt aus. BelAPDI organisiert auch die Familien welche wir Zuhause unterstützen sollen. Ab Ende November kümmere ich mich noch um die kleine Laura, sie ist Autistin und braucht eine Begleitperson für diverse Kulturveranstaltungen.

Das Wochenende habe ich meistens frei und verbringe viel Zeit mit den anderen Freiwilligen! Insgesamt gefällt es mir wirklich sehr gut in Minsk, ich habe das Gefühl, dass, auch wenn es nicht so offensichtlich ist, meine Arbeit wichtig ist und gebraucht wird.

Jonas bei BelAPDIiMI Minsk

Ich bin Jonas Wildermuth, 19 Jahre alt, meine ersten Wochen in Minsk liegen bereits hinter mir und ich konnte erste Eindrücke gewinnen. Montag und Freitag arbeite ich im „Kinderheim für Kinder mit Besonderheiten in der psychischen und physischen Entwicklung“. Die Umstände in diesem Heim sind für mich noch gewöhnungsbedürftig und nicht mit denen deutscher Einrichtungen zu vergleichen. Meine Arbeit besteht darin, mich mit den Kindern zu beschäftigen, mit ihnen zu reden, ihnen Gesellschaft spenden, mit ihnen zu spielen oder einfach zu kuscheln, da die Angestellten im Heim selbst zu wenig Zeit dafür haben. Natürlich füttert man auch die Kinder oder hilft beim Umziehen. Dieses Projekt bereitet mir unglaublich viel Spaß jedoch ist das Heim auch eine Wundertüte und man weiß nie was einen am heutigen Tag erwartet. Jedoch merkt man von Tag zu Tag mehr, wie sehr sich die Kinder über den Besuch freuen. Nachmittags arbeite ich zudem im Heim für Erwachsene, wo man sich mit den Heimbewohner*innen beschäftigt oder einzelne Personen besucht.

Auf der anderen Seite arbeite ich bei BelAPDIiMI, einer Organisation, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Belarus einsetzt. Dienstag und Donnerstag unterstütze ich zwei Familien zuhause und betreue ihre Söhne, die schon um einiges älter sind als ich. So bekommen die Eltern Zeit zu Arbeiten oder Einkäufe zu tätigen, um es zu schaffen, ihr Kind nicht in ein solches Kinderheim abgeben zu müssen.

In meinem letzten Projekt arbeite ich jeden Mittwoch in einer Behindertenwerkstätte, wo momentan ich einem Jungen Mathe und Sticken beibringe und bei den alltäglichen Aufgaben helfe, wie zum Beispiel die Leute beim Sportunterricht zu begleiten.

Zusammengefasst habe ich eine sehr vielseitige Woche, mit interessanten Projekten die mir den Einblick in komplett unterschiedliche Arbeitsbereiche mit Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten ermöglichen. Sowie die Möglichkeit, Belarus kennenzulernen, ein sehr schönes und interessantes Land mit unglaublich netten Menschen, von dem leider viele Westeuropäer*innen sehr wenig wissen.

Clara in Minsk

Mein Name ist Clara Sauerbrey und seit gut einem Monat wohne und arbeite ich in der Hauptstadt von Belarus, in Minsk. Ich besuche hier ein jüdisches Gemeinschaftszentrum und helfe dort im Seniorenklub. Hier treffen sich ältere Menschen um zusammen zu basteln, zu singen, tanzen und ab und zu machen wir auch gemeinsame Ausflüge. Trotz der großen Sprachbarriere, wurde ich ganz herzlich aufgenommen und die alten Menschen sind auch immer ganz neugierig. Mein zweites Projekt ist die Arbeit in der Geschichtswerkstatt, hierbei handelt es sich um ein deutsch-belarussisches Projekt, das sich mit der historischen Aufarbeitung über das Ghetto in Minsk auseinandersetzt. Im Moment recherchiere ich über belarussische Opfer des Holocaust. Die Arbeit ist sehr spannend und ein guter Ausgleich zu dem Projekt im Seniorenclub. Einmal die Woche besuche ich außerdem Irina, sie ist eine alte Frau die schon seit vielen Jahren von ihren „Kindchen“, wie sie uns Freiwillige nennt, besucht wird. Sie ist sozusagen mein Oma-Ersatz hier in Minsk. Sie kümmert sich ganz lieb um mich und kocht immer reichlich landestypische Küche. Im Gegenzug helfe ich ihr bei Arbeiten im Haushalt. Die Besuche bei Irina sind ganz herzerwärmend und ich freue mich immer sehr darauf. Die Stadt im Herzen Belarus' ist definit ein spannender Ort, hinter den vielen grauen Sowjetbauten verbergen sich durchaus auch viele kleine schöne Ecken mit netten Cafes, Bars und kleinen Läden. Ich bin auf jedenfall gespannt die Stadt und vor allem das Land und die Leute hier in den nächsten Monaten besser kennenzulernen.

 

 

 

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