Briefe aus Belgien

Christopher in der Kazerne Dossin

Meine Name ist Christopher Schmitz-Arenst, ich bin 18 Jahre alt, komme aus Düsseldorf und ich bin nun seit etwas mehr als einen Monat in meinem Projekt. Ich wurde über ASF nach Belgien versandt und lebe in Antwerpen mit anderen Freiwilligen in einer Wohngemeinschaft.

Mein Projekt liegt etwas außerhalb von Antwerpen, in Mechelen, die Kazerne Dossin. Mein Projekt, Kazerne Dossin fällt unter den Bereich der historischen Bildung und ist seit knapp 5 Jahren ein Museum/Memorial und Dokumentationszentrum über den Holocaust und Menschenrechte. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kazerne Dossin von den Nationalsozialisten als Durchgangslager für ungefähr 26.000 Juden und Sinti und Roma genutzt, die von der Kazerne aus (hauptsächlich) nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.

Ich arbeite im „Team Publiek“ / Öffentlichkeitsarbeit und habe in den ersten Wochen viele neue Erfahrungen gemacht.  Zunächst ist alles sehr fremd und neu für mich gewesen. Ich habe meine Kolleg*innen kennengelernt, meinen Arbeitsplatz und mein neues Umfeld in Antwerpen, und das Alltagsleben in Belgien. Doch die Eingewöhnung und die ersten Wochen in meinem Projekt waren sehr schön. Ich habe viel geholfen und mich dank meiner sehr sympathischen und sehr hilfsbereiten Kolleg*innen super in meine Arbeitsstelle eingelebt. Die ersten Wochen verlief die Kommunikation natürlich noch auf Englisch und Französisch, aber man merkt schnell, wie viel man schon nach 2-3 Wochen auf Flämisch/Niederländisch sagen kann. Ich habe viel über den generellen Arbeitsablauf in der Kazerne Dossin gelernt und mich auch in mehreren Arbeitsbereichen eingefunden (wie z.B. Museumsworkshops vorbereiten, bei Ausstellungen helfen, Besucher*innen helfen, organisieren, im Archiv arbeiten, an Projekten arbeiten). In meinem Projekt gibt es immer viel zu tun und es gibt viele Bereiche in denen ich mich noch einfühlen möchte wie z. B. die Rezeption, Museums-Führungen, Vorträge und Workshops.

Insgesamt habe ich viele schöne neue Erfahrungen mit Besucher*innen, der Arbeit im Büro und im Museum gemacht und freue mich auf viele weitere!! Ich habe gemerkt wie selbstständig man wird, sein eigenes Leben organisiert und besonders auch auf der Arbeit seine Schwerpunkte nach seinen Fähigkeiten setzen kann. Ich bin nicht nur sehr glücklich mit meinem Projekt, sondern auch mit meiner Wohngemeinschaft in Antwerpen, habe das Gefühl mich gut eingelebt zu haben und selbst richtig loslegen zu können, um mich in meinem Projekt zu verwirklichen und auch Eigeninitiative zu zeigen. 

Paula im Musée Juif de Belgique

Mein Name ist Paula Skriebeleit und ich komme aus einer kleinen Stadt namens Weiden in Bayern. Vor ein paar Wochen habe ich das Bundesland des Bieres gegen Belgien eingetauscht – das Land der Pommes… und des Bieres.

Ich arbeite hier im Musée Juif de Belgique und wurde nach kurzem Kennenlernen gleich in meiner zweiten Arbeitswoche voll und ganz in die Vorbereitungen für unsere neue Ausstellung eingespannt. Diese ist seit dem 13. Oktober geöffnet und ist die erste Ausstellung seit das Museum vor zwei Jahren wegen Umbaus geschlossen wurde.
Somit war es schon etwas Besonderes, dass ich bei dieser Wiedereröffnung dabei sein durfte.

Aber nicht nur diese Veranstaltung habe ich miterleben und unterstützen dürfen, sondern auch die Vernissage in unserer Kooperationsgedenkstätte in Mechelen sowie diverse andere Events, wie Konzerte und Konferenzen im Museum.

Die Zeit, in der ich nicht arbeite, konnte ich gut nutzen, um mich hier gut einzuleben, die Stadt und neue Leute kennenzulernen und auch um Besuch zu bekommen (z.B von ein paar anderen ASF-Freiwilligen).

Ich freue mich wirklich sehr auf die folgenden Monate, die hoffentlich genauso ereignisreich und spannend werden wie die bisherige Zeit…und hoffe, dass ich meine Sucht nach belgischen Waffeln irgendwann in den Griff bekomme.

Josefina bei ATD Quart Monde

Jetzt bin ich seit rund eineinhalb Monaten in meinem Projekt, kaum zu glauben, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Mittlerweile ist es schon fast normal geworden, morgens in Brüssel aufzuwachen und schon um sieben Uhr früh Französisch zu sprechen.

Hallo alle zusammen, ich heiße Josefina, bin 18 Jahre alt und arbeite in der Organisation ATD Quart Monde, auf Deutsch ATD Vierte Welt. Sie hat es sich zum Ziel gemacht sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene Armut zu bekämpfen. Der Leitgedanke der Organisation lässt sich wie folgt zusammenfassen: Armut ist kein unausweichliches Schicksal. Es ist eine kollektive Aufgabe, den Menschen die in Not sind zu helfen, denn in dem Moment in dem Menschen in Armut leben, werden Menschenrechte verletzt.

Klingt erstmal sehr theoretisch, in der Tat habe ich die ersten Tage viel damit verbracht, mich in die Philosophie die hinter der Organisation steht einzulesen. Schnell habe ich erfahren, dass ein Grundprinzip von ATD Quart Monde ist, Armut mithilfe derer zu bekämpfen, die selber in Armut leben oder gelebt haben. Hier haben diese Menschen einen eigenen Namen «Militant» auf Deutsch «Kämpfer».  Mit einem von ihnen habe ich bereits in einem kreativen Workshop zusammenarbeiten dürfen, wir haben mit zwei anderen Ehrenamtlichen eine Art Ausstellung für den 17. Oktober, den internationalen Tag zur Beseitigung der Armut vorbereitet. Ich habe es als eine unglaubliche Bereicherung wahrgenommen ihn im Team zu haben, denn natürlich möchte ich gerne Menschen in Armut helfen, aber wie soll das gehen, ohne zu wissen, wie es ist, in Armut zu leben?

Gleiches galt für den 17. Oktober. In Absprache mit Menschen, die Armut erlebt haben, hat ATD Quart Monde ein Event vorbereitet, das alle Menschen aus allen sozialen Schichten zusammenführen soll, um gemeinsam Armut zu bekämpfen. Im Vorfeld habe ich Flyer verteilt, eine Liste mit den Materialien erstellt , die wir brauchen etc. also viel im organisatorischen Bereich gemacht. Am Tag selber habe ich beim Aufbau geholfen, Kinder geschminkt und geholfen den rund 800 Leuten ihre Plätze im Theatersaal zuzuweisen. Ich mag diese etwas einfacheren Aufgaben, es ist trotz allem sehr anstrengend immer Französisch zu sprechen und sie sind ein guter Ausgleich zu meiner anderen Arbeit:

Den größten Teil der Zeit verbringe ich im nämlich im Bereich «Kinder und Jugendarbeit». Jeden Mittwoch helfe ich bei der Straßenbibliothek im Stadtviertel Molenbeek mit. Ich suche vorher mit meinem Team, wir sind insgesamt fünf Leute, die Bücher aus und wir gehen dann für zwei Stunden auf einen zentralen Platz im Viertel. Manchmal lese ich ein Buch vor, manchmal wird mir von einem der Kinder vorgelesen. Unser Ziel ist es jedoch möglichst alle zu erreichen, auch die, die vielleicht nicht so viel mit Büchern anfangen können, deshalb gibt es auch kreative Angebote, wie zum Beispiel Malen oder auch mal ein Gesellschaftsspiel. Jede Woche sind andere Kinder da, manche kommen seit mehreren Jahren und Monaten, andere laufen vorbei, schauen es sich vielleicht erstmal aus der Ferne an und kommen dann für eine kurze Zeit vorbei.

Die zwei Stunden sind jedes Mal sehr intensiv, plötzlich möchten drei Kinder gleichzeitig malen oder ein Buch lesen und schreien «Madame, Madame» und wenn dann auch noch ein Teil des Teams fehlt und man zu dritt für 25 Kinder verantwortlich ist, wird das schnell mal stressig. Doch ich habe trotzdem immer eine Menge Spaß und danach bin ich sehr zufrieden. Die Kinder geben einem immer das Gefühl, unsere Aufmerksamkeit zu schätzen und ihre Begeisterung beim Lesen eines Buches wird schnell auch mal zu meiner Begeisterung.

Emilia bei "Vrouwenwerking" und "Jongerenwerking" in Antwerpen

Ich bin Emilia, komme aus einem kleinen Ort in der Nähe von Lüneburg und bin seit dem 1. September mit ASF unterwegs. Jetzt bin ich schon eine ganze Weile in meinem neuen Zuhause mitten in Antwerpen angekommen und arbeite hier in zwei verschiedenen Projekten.

Drei Tage pro Woche gehe ich ins "Vrouwenwerking", einem Tageszentrum und Schutzraum für Frauen mit Migrationshintergrund, die oftmals keine belgischen Papiere haben. Daneben arbeite ich im "Jongerenwerking" mit jugendlichen Geflüchteten, die unbegleitet nach Belgien gekommen sind.  In beide Projekten übernehme ich ganz unterschiedliche Aufgaben: Manchmal sitze ich einfach mit den Menschen zusammen und führe ganz normale Gespräche, an anderen Tagen nähe oder koche ich mit ihnen, begleite die Frauen z.B. zum Schwimmen oder zum Yoga und mache bei der "kreativen Therapie" mit. Mit den Jugendlichen nehme ich an Tanz- und Sportprogrammen teil, mache Ausflüge in den Freizeitpark oder ins Senior*innenheim, aber verbringe auch ohne ein festes Programm einfach Zeit mit ihnen und unterhalte mich. Es wird hier viel gesungen, getanzt, gegessen, auf verschiedensten Sprachen durcheinander geredet und die Atmosphäre ist wahnsinnig warm und familiär.

Bei allem fröhlichen Beisammensein gibt es aber auch immer wieder harte und traurige Situationen, die mich auch nach dem Ende meines Arbeitstages weiter beschäftigen: Ich höre von häuslicher Gewalt, die ertragen wird, um belgische Papiere zu kriegen, von Fluchterfahrungen und getrennten Familien, von der Schwierigkeit mit einem arabischen Namen einen Praktikumsplatz – oder mit einer dunklen Hautfarbe einen Job zu kriegen, von stundenlangen Interviews bei belgischen Behörden und Asylverfahren, die nach jahrelangem Warten plötzlich eingestellt werden.

Mit jeder dieser Geschichten kriege ich einen Einblick in die Schwierigkeiten, die das Leben als geflüchtete Person beinhaltet und mit jedem neuen Tag, den ich in meinen Projekten verbringe, verstehe ich weniger, wie so viele Menschen das Zusammenkommen verschiedener Kulturen und Lebensweisen als Bedrohung, statt als Bereicherung wahrnehmen können.

Wenn ich auf meine bisherige Zeit hier zurückblicke, kann ich sagen, dass ich über meine Arbeit , die Erfahrungen, die ich machen darf und die Menschen um mich herum wirklich sehr glücklich bin und mich auf die vielen weiteren Monate, Begegnungen und Herausforderungen freue!

Lucia in der Gedenkstätte Fort Breendonk

Ich heiße Lucia Gries, bin 18 Jahre alt und komme aus Buchholz in der Nordheide (einer Kleinstadt 30km südlich von Hamburg). Am 1.9.2017 hat mein einjähriger Freiwilligendienst für Aktion Sühnezeichen Friedensdienste begonnen. Bis zum 22.9. hatte ich zunächst drei verschiedene Vorbereitungsseminare für meinen Auslandsaufenthalt.

Am 22.9. bin ich dann zusammen mit drei anderen Freiwilligen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste nach Antwerpen (zweitgrößte Stadt Belgiens) gefahren. Dort wohnen wir zusammen mit noch einem anderen Freiwilligen von der Deutschen Seemannsmission in einer WG. Die WG ist ein großes Haus, welches sehr zentral in Antwerpen liegt. Ich bin sehr froh, mit den anderen vier dort in der WG zu wohnen, da wir uns sehr gut verstehen und uns auch gegenseitig in diesem für uns alle neuen Lebensabschnitt unterstützen.

Auch an meinem Arbeitsplatz, der Gedenkstätte Fort Breendonk, fühle ich mich sehr wohl. Meine Kollegen haben mich vom ersten Tag an hier sehr herzlich aufgenommen. Es wurde mir viel Zeit und Freiraum gegeben, mich mit der Gedenkstätte vertraut zu machen. Somit habe ich in den ersten beiden Wochen hauptsächlich damit Zeit verbracht, Informationsmaterial zum Ort durchzulesen und an Führungen durchs Fort teilzunehmen. Die neu gewonnenen Erkenntnisse in Bezug auf die Geschichte hier sind sehr interessant, aber gleichzeitig auch bedrückend. Deswegen ist es umso besser, freundliche und hilfsbereite Kollegen zu haben, die immer ein offenes Ohr für mich haben, wenn mich irgendwas bedrückt oder mir sehr nahe geht. Zudem fällt es mir mit der Zeit immer leichter, mich von den Geschehnissen, die hier während der NS-Zeit passierten, zu distanzieren.

Nach dieser "Kennenlernphase" an meinem neuen Arbeitsplatz bin ich nun damit beschäftigt, alte Akten, zu den während des Zweiten Weltkrieges hier Inhaftierten, durchzugehen und Exceltabellen über sie zu erstellen. Dabei finde ich es sehr interessant mich mit den einzelnen Personen näher zu befassen, einzelne Biografien zu lesen und mehr über die individuellen Schicksale zu erfahren.

Meine ersten beiden Monate in meinem Freiwilligendienst für Aktion Sühnezeichen Friedensdienst würde ich zusammenfassend als sehr lehrreich und gelungen beschreiben. Deswegen möchte ich mich zum Schluss dieses kurzen Berichtes bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, meinen Paten, generellen Spendengebern an ASF und allen weiteren Personen bedanken, die mich während dieses Jahres unterstützen und ohne die diese für mich so tolle Zeit nicht möglich wäre.

Hannah in der Arche in Gent

So, da sitze ich nun auf dem Sofa in der Arche Gent und schreibe die Eindrücke meiner ersten Wochen auf. Ich bin dieses Jahr Freiwillige in Belgien und arbeite in einer Arche-Lebensgemeinschaft für Menschen mit und ohne einer geistigen Behinderung.

Und weil ich schon so viel erlebt und so viele unfassbare Erfahrungen gemacht habe seitdem ich hier bin, kann ich kaum fassen, dass es erst zwei Monaten her ist, dass ich meinen Friedensdienst begonnen habe.

Die ersten Wochen waren unglaublich aufregend. Ich habe das Gefühl nun angekommen zu sein, dennoch passieren hier fast täglich neue Dinge und Überraschungen, die mein Leben hier sehr aufregend machen.

Ich wohne in Drongen, einem kleinen Vorort von Gent. Hier wurde ich vor sechs Wochen herzlich aufgenommen und habe schon jetzt meinen Platz gefunden. Die Gemeinschaft ist sehr offen und schließt einen schnell ins Herz, ebenso sehr habe ich meine neue Wohngemeinschaft schon ins Herz geschlossen.

Mein Alltag ist unglaublich abwechslungsreich und kann von den alltäglichen Dingen wie der Vorbereitung des Essens, ausgiebigen Kaffeepausen, hin zu Theatervorführungen und IKEA-Besuchen gefüllt sein. Aber das eigentlich Eindrucksvolle ist, dass ich lerne mit der Gemeinschaft als Ganzes, aber auch jeder individuellen Person zusammenzuleben. Ich habe ein Gespür entwickelt Momente mit den Bewohner*innen und kleine Aufmerksamkeiten ganz besonders aktiv wahrzunehmen und ich weiß nun, dass ein kleines Lächeln oder eine hilfsbereite Geste sehr viel bedeuten kann! Jede Eigenheit, jede kleine Aufmerksamkeit, die einem gemacht wird, nimmt man mit anderen Augen war.

Schön ist es auch zu erleben, dass mir immer mehr zugetraut wird und ich nach und nach mehr Verantwortung übernehmen kann. Das Gefühl gebraucht zu werden, freut mich ungemein.

Und so sehe ich gespannt und gleichzeitig mit einer wohligen Vorfreude den nächsten Monaten entgegen!

Lena bei "A.S.B.L.-Rencontres"

Mein Name ist Lena. Meinen einjährigen Freiwilligendienst verbringe ich im französischsprachigen Mouscron in Belgien, nahe der französischen Grenze. Dort lebe und arbeite ich in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche, „A.S.B.L.-Rencontres“ oder auch „Escabelle“ genannt, denen es nicht gegeben ist in einer Familie aufzuwachsen. In der Einheit der Einrichtung in welcher ich arbeite, leben etwa sechzehn Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis siebzehn Jahren. Das Aufgabenfeld, welches sich mir erschließt, ist vielfältig. Ich bereite das Essen vor, begleite Kinder zu ihren Freizeitaktivitäten, betreue die Hausaufgaben, spiele Fußball, Basketball, übe mich in turnerischen Verrenkungen, bastle gemeinsam mit Interessierten. Abends, wenn der Wind aus den Segeln weicht, singe ich gute Nachtlieder, lese gute Nachtgeschichten, höre zu, wenn erzählt wird, tröste, bin da.

Auch der hiesigen Gegend konnte ich etwas abgewinnen. Bildet Mouscron zwar den Rand einer riesigen, endlos scheinenden Betonfläche in der Stadt auf Stadt folgt bis nach Lille und darüber hinaus, so wird dennoch einiges geboten.

Bis jetzt lässt sich konstatieren: Der Freiwilligendienst war genau die richtige Entscheidung zum genau richtigen Zeitpunkt und Belgien hat trotz seiner geografischen Begrenztheit einiges Unerwartetes zu bieten und ich bin gespannt auf das, was vor mir liegt!

Lukas in der Arche Moerkerke-Brugge

Mein Name ist Lukas und ich komme aus der Nähe der brandenburgischen Stadt Cottbus im Süden von Berlin. Nachdem ich im Frühling dieses Jahr die Schule beendet habe, werde ich meinen Friedensdienst mit ASF in Belgien verbringen.

Nun lebe ich seit etwa sechs Wochen im Projekt „De Ark Gemeenschap Moerkerke-Brugge“ in einem Dorf etwa zehn Kilometer nördlich von Brügge mit Menschen mit Behinderungen zusammen und kann nach der Vielzahl von Seminaren in der ersten Septemberhälfte ein gemütliches Zimmer im zweiten Stock eines alten Backsteinbaus mit großem Garten mein neues Zuhause nennen.

Weil ich mein Projekt bereits im Juli besucht habe, konnte ich die anfängliche Nervosität recht schnell ablegen und pflege bereits jetzt zu den meisten meiner Mitarbeiter*innen und Mitbewohner*innen eine vertrauensvolle bis freundschaftliche Beziehung. Interessant für mich ist bisher besonders die Erfahrung im Projekt zu wohnen, da ich sowohl Konflikte als auch Sympathiegesten zwischen meinen Mitbewohner*innen, mir und den Mitarbeiter*innen um ein vielfaches intensiver erlebe und jeden Tag neue Erkenntnisse über die Beziehungen der Menschen in der Arche sammeln kann.

Leo im Staatsarchiv Eupen

Liebe Freund*innen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste,

ich nutze heute die Gelegenheit, mich Ihnen vorzustellen: Mein Name ist Leo Buddeberg, ich bin 18 Jahre alt und komme aus Münster. Am 1. September 2017 habe ich mit „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ und dem „Erasmus +“-Projekt meinen Friedensdienst begonnen, den ich für ein Jahr im Staatsarchiv in Eupen leisten werde. Seitdem habe ich am ASF-Vorbereitungsseminar in Hirschluch und am Länder- sowie am EVS-Seminar in Brüssel teilgenommen, die mich auf meine Arbeit und mein Leben in Belgien vorbereitet haben und bei denen ich sehr viele neue Freunde kennengelernt habe, die ebenfalls einen Freiwilligendienst leisten. Seit ungefähr sechs Wochen bin ich nun im Staatsarchiv. Für Geschichte und das Archivwesen habe ich mich schon immer sehr interessiert, sodass mir die Arbeit mit historischen Akten und Dokumenten große Freude bereitet. Neben meiner Tätigkeit im Archiv werde ich im Rahmen mehrerer „Oral-history“-Projekte regelmäßig mit den Bewohner*innen eines Eupener Altenheims über ihre Vergangenheit sprechen.

In meinen ersten Wochen habe ich bereits viele tolle Eindrücke gewinnen und zahlreiche interessante, neue Erfahrungen machen dürfen, sodass ich mit voller Begeisterung auf meine kommende Zeit  in Eupen schaue. Im Oktober war ich zum Beispiel mit dem Archiv bei der Frankfurter Buchmesse und habe dort unter anderem bei einem Empfang der Belgischen Königin begegnen dürfen. In der letzten Zeit durfte ich vor allem an einer Archivausstellung über die Gefallenen Ostbelgier im Ersten Weltkrieg mitarbeiten, die wir anlässlich des Jahrestags des Waffenstillstandes von 1917 Mitte November eröffnen werden. Dabei habe ich bereits sehr viel lernen dürfen. Auch auf alle weiteren Herausforderungen, die bei der Arbeit noch auf mich warten werden, freue ich mich ebenfalls.

Länderübersicht

Das ist die Freiwilligengeneration 2017/18

Belarus

Berichte der Freiwilligen aus Belarus

Belgien

Berichte der Freiwilligen aus Belgien

Frankreich

Berichte der Freiwilligen aus Frankreich

Großbritannien

Berichte der Freiwilligen aus Großbritannien

Israel

Berichte der Freiwilligen aus Israel

Niederlande

Berichte der Freiwilligen aus den Niederlanden

Norwegen

Berichte der Freiwilligen aus Norwegen

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Berichte der Freiwilligen aus Polen

Russland

Berichte der Freiwilligen aus Russland

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Berichte der Freiwilligen aus Tschechien

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Berichte der Freiwilligen aus den USA

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