Arbeitsfelder

Initiativen für demokratisches Handeln, Musik- und Kunstprojekte für Jugendliche, Renovierungsarbeiten für ehemalige ZwangsarbeiterInnen: Das Programm der Sommerlager ist so bunt wie seine Teilnehmer*innen verschieden sind.

Gedenkstätten

© ASF/Archiv: Buchenwald 2009

Als Orte des Erinnerns befinden sich Gedenkstätten an ehemaligen Konzentrations- oder Arbeitslagern, in denen Menschen aus zum Beispiel ethnischen, religiösen oder politischen Gründen inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden.

Zu unseren Sommerlagerprojekten in Gedenkstätten gehören jegliche Arbeiten, die der Erhaltung und Entwicklung, oft auch von kleineren und weniger bekannten, Gedenkstätten dienen. Zur Instandhaltung der Gedenkstätte gehören einerseits handwerkliche Arbeiten und Renovierungen. Die Freiwilligen kümmern sich um Haus und Garten, indem sie Türen streichen, Unkraut jäten oder Gedenkwege errichten. Von gleicher Bedeutung sind auch unsere Archivierungs- und Recherchearbeiten, die zur Bewahrung der Einzelschicksale in den Lagern und der Biographien der Inhaftierten beitragen sollen. So bekommen die Freiwilligen die Möglichkeit, mit Quellen und Fundstücken Dokumentationsarbeit zu betreiben und die Vergangenheit der Gedenkstätte herauszuarbeiten. Doch auch Projekte wie „Leichte Sprache“, in denen die Teilnehmer*innen der Sommerlager Broschüren und Kataloge in einfache Sprache für Menschen mit Lernbeeinträchtigungen transponieren, können dazugehören.

Diese Erhaltungsarbeiten werden von thematisch passenden Workshops und inhaltlichen Exkursionen begleitet. So setzen sich die Teilnehmer nicht nur mit der Geschichtsaufarbeitung ihres eigenen Landes auseinander, sondern kommen mit den internationalen Teilnehmenden in anregende Diskurse über  Ausgrenzung, Rassismus und Vergangenheitsbewältigung im internationalen Kontext. Diese Diskussionen werden von Ausflügen in andere Gedenkstätten, Konzentrationslager, aber auch Orte der religiösen Ausübung begleitet und unterstützt. In historischer Auseinandersetzung mit der Gedenkstätte und dem Ort bildet dabei den Höhepunkt meist das Treffen mit einem/einer Zeitzeug*in und/oder Überlebenden, der*die durch seine*ihre Erzählungen ein Stück Realität an den Ort des Geschehens zurückbringt und ihn so für die Freiwilligen greifbarer macht. 

Jüdische Gemeinden

© Marton Meresz / Budapest 2018

© Marton Meresz / Budapest 2018

Europas Geschichte und Gegenwart sind ohne das kulturelle Erbe der jüdischen Gemeinden und den wechselseitigen Einflüssen zwischen Juden und Nicht-Juden nicht vorstellbar. Vernichtungs- und Rassenwahn der Nationalsozialisten und ihrer Helfer*innen führten zu einer fast vollständigen Auslöschung jüdischen Lebens. In den Sommerlagern erinnern wir an die Menschen, die aus der Mitte Europas gerissen wurden und begeben uns auf eine Spurensuche in die kulturelle Vielfalt des europäischen Judentums.

Literatur, Musik, Kunst, Religion, Politik und Forschung: In allen Lebensbereichen kommen wir in Berührung mit den Spuren jüdischer Kultur und Schaffenskräfte in Europa. Beinahe achtzig Prozent der heute weltweit lebenden Juden haben ihre Wurzeln in den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Mit unserer Arbeit in den Sommerlagern wollen wir die heutigen, oft kleinen jüdischen Gemeinden dabei unterstützen, Zeugnisse ihres kulturellen Erbes zu bewahren. Daher arbeiten die Teilnehmenden oft auf jüdischen Friedhöfen, legen alte Wege frei, säubern Grabsteine, beseitigen Unkraut und Gestrüpp und helfen dabei, den Friedhof als Erinnerungsort erfahrbar zu machen. Bis heute werden immer wieder jüdische Friedhöfe und Grabstätten geschändet. Mit unserem Engagement wider dieser Zerstörung wollen wir an die Menschen erinnern, die auf den Friedhöfen ruhen, und an diejenigen, die die Gräber ihrer Eltern und Großeltern nicht mehr pflegen können, weil sie von den Nationalsozialisten vertrieben oder ermordet wurden. Junge und ältere Teilnehmer*innen setzen aktive Zeichen gegen Judenfeindschaft und Rassismus.

Über diese aktive Erinnerungsarbeit hinaus, suchen wir in den Sommerlagern eine lebendige Begegnung zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Teilnehmer*innen und Projektpartner*innen: Oft dürfen die Gruppen einen Shabbattgottesdienst erleben und kommt es zu intensiven Gesprächen über Religion, Judentum heute, Alltag, Kunst, Musik....und vieles mehr.

Vielfalt ist Programm

Jedes Sommerlager ist ein Unikat. Manche Projekte mitsamt den dahinter steckenden kreativen Ideen für Friedens- und Versöhnungsarbeit lassen sich nicht in einem Programmzweig zusammenfassen oder vereinen mehrere Arbeitsfelder in sich. Deshalb belassen wir sie in dieser Buntheit und laden euch ein, die "weiteren Projekte" von ASF, genau wie die anderen Sommerlager, einfach selbst kennenzulernen. 

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