Gedenkstätten

Als Orte des Erinnerns befinden sich Gedenkstätten an ehemaligen Konzentrations- oder Arbeitslagern, in denen Menschen aus zum Beispiel ethnischen, religiösen oder politischen Gründen inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden.

Zu unseren Sommerlagerprojekten in Gedenkstätten gehören jegliche Arbeiten, die der Erhaltung und Entwicklung, oft auch von kleineren und weniger bekannten, Gedenkstätten dienen. Zur Instandhaltung der Gedenkstätte gehören einerseits handwerkliche Arbeiten und Renovierungen. Die Freiwilligen kümmern sich um Haus und Garten, indem sie Türen streichen, Unkraut jäten oder Gedenkwege errichten.

Von gleicher Bedeutung sind auch unsere Archivierungs- und Recherchearbeiten, die zur Bewahrung der Einzelschicksale in den Lagern und der Biographien der Inhaftierten beitragen sollen. So bekommen die Freiwilligen die Möglichkeit, mit Quellen und Fundstücken Dokumentationsarbeit zu betreiben und die Vergangenheit der Gedenkstätte herauszuarbeiten. Doch auch Projekte wie „Leichte Sprache“, in denen die Teilnehmer der Sommerlager Broschüren und Kataloge in einfache Sprache für Menschen mit Lernbeeinträchtigungen transponieren, können dazugehören.

Diese Erhaltungsarbeiten werden von thematisch passenden Workshops und inhaltlichen Exkursionen begleitet. So setzen sich die Teilnehmer nicht nur mit der Geschichtsaufarbeitung ihres eigenen Landes auseinander, sondern kommen mit den internationalen Teilnehmenden in anregende Diskurse über Neo-Faschismus, Ausgrenzung,  Rassismus und Vergangenheitsbewältigung im internationalen Kontext. Diese Diskussionen werden von Ausflügen in andere Gedenkstätten, Konzentrationslager, aber auch Orte der religiösen Ausübung begleitet und unterstützt. In historischer Auseinandersetzung mit der Gedenkstätte und dem Ort bildet dabei den Höhepunkt meist das Treffen mit einem/einer Zeitzeug_in und/oder Überlebenden, der/die durch seine/ihre Erzählungen ein Stück Realität an den Ort des Geschehens zurückbringt und ihn so für die Freiwilligen greifbarer macht.

Praktische Arbeit:

  • Projekt „leichte Sprache“ > Umformulierung von Flyern, Katalogen in einfache, verständliche Sprache für Menschen mit Lernbeeinträchtigungen
  • Archivierungsarbeiten, Recherche, Herausarbeiten von Biographien der Gefangenen/ Zwangsarbeiter, Quellenarbeit, Dokumentationsarbeiten, Restaurationsarbeiten (Fundstücke, Aufzeichnungen, Fotos)
  • Arbeiten an Haus und Garten (Türen streichen, Unkraut jäten), Erhaltungsarbeiten, Renovierungen und handwerkliche Aufgaben
  • Gedenkwege erarbeiten

Inhaltliche Arbeit:

  • Zeitzeugentreffen/ -gespräche
  • historische Auseinandersetzung mit Ort/ Gedenkstätte/ jüdischem Leben
  • Workshops zum Thema Holocaust, Ausgrenzung, Rassismus, aktuelle Tendenzen mit Rechtsextremismus, Homophobie - Exkursionen, thematische Ausflüge (zu Kirchen, Synagogen, Moscheen, ehemaligen Konzentrationslagern)

Sommerlager 2010 in Sztutowo (Polen)

Ein Highlight unserer thematischen Arbeit waren wechselseitige Führungen, die alle Teilnehmer individuell mit Büchern, Zeitzeugenberichten und Kopien aus dem Archiv erstellt hatten. Das Ergebnis waren sehr intensive, persönliche und berührende Momente, weil verschiedene Personen eben ganz verschiedene Blickwinkel haben. Catherine Schilling, Teamerin

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  • im Rahmen des Bundesprogramm
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