Menschen mit Behinderungen

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste begann die Kooperation mit sozialen Projekten aufgrund der historischen Erfahrung, wohin ein einseitig auf Härte, Stärke und Leistung ausgerichtetes Menschenbild führt.

Die nationalsozialistische „Rassenideologie“ teilte Menschen in „wertvolle“ und „lebensunwerte“ Mitglieder der Gesellschaft ein. Als „lebensunwert“ eingestufte Menschen wurden als Forschungsobjekte von den Nazis missbraucht, interniert, ausgebeutet und ermordet. Neben der Herkunft entschieden auch Lebensweisen oder körperliche und geistige Verfassung über Leben und Tod: Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen passten nicht in das nationalsozialistische Welt- und Menschenbild.

Bis heute tragen behinderte Menschen im öffentlichen Bewusstsein - allen Gleichstellungsversuchen auf verschiedenen Ebenen zum Trotz - oft einen Makel und schlägt ihnen Mitleid entgegen. Auf der anderen Seite sind wir Zeugen einer intensiven Diskussion darum, wie weit in das menschliche Erbgut eingegriffen werden soll und darf.

In den Sommerlagern beschäftigen wir uns mit dem "Euthanasie"-Programm der Nationalsozialisten, aber auch mit modernen Debatten über "wertvolles" und "gewünschtes" Leben. In der gemeinsamen Arbeit wollen wir alltägliche Vorurteile und Berührungsängste überwinden und setzen uns dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen als gleichwertige Mitmenschen wahrgenommen und geachtet werden.

Sommerlager 2010 in Kleinwachau (D)

Wie eine eigene kleine Welt für sich empfinde ich das Sommerlager, in dessen Verlauf viele Dinge, die außerhalb dieser kleinen Welt lagen, weit weg erschienen und für den Moment nicht so sehr zählten. Vielleicht ist gerade dieser ‚Ausbruch’ auch eine der Voraussetzungen sich zu öffnen für Neues, neue Perspektiven, und sich auf etwas Fremdes einlassen zu können. Robert Münch, Teamer

  • Gefördert vom
  • im Rahmen des Bundesprogramm
  •  
  •