Buntheit ist Programm

Jedes Sommerlager ist ein Unikat. Manche Projekte mitsamt den dahinter steckenden kreativen Ideen für Friedens- und Versöhnungsarbeit lassen sich nicht in einem Programmzweig zusammenfassen oder vereinen mehrere Arbeitsfelder in sich. Deshalb belassen wir sie in dieser Buntheit und laden euch ein, die "weiteren Projekte" von ASF, genau wie die anderen Sommerlager, einfach selbst kennenzulernen.

Schon seit mehreren Jahren kommen Freiwillige unter dem Stichwort "Kvartira" (russ. für Wohnung) in wechselnden Städten der Permer Region zusammen und renovieren die Wohnungen von ehemaligen Opfern stalinistischer Repressionen. Nicht nur in Workshops, sondern auch in Exkursionen setzen sie sich mit dem Thema "Totalitarismus" auseinander und besuchen zum Beispiel das einzige in dieser Form noch erhaltene Lager des sowjetischen GULAG-Systems "Perm-36".

Auch auf der Krim in der Ukraine tischlern, tapezieren oder malern die Freiwilligen. Sie renovieren Wohnungen für ehemalige NS-Zwangsarbeiter_innen, jene also, die als "Ostarbeiter" bezeichnet und während des Zweiten Weltkriegs aus der Sowjetunion zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt wurden.

Renovierungs- und andere Arbeiten rund ums Bauen oder Gärtnern leisten die Sommerlager in Einrichtungen für Menschen, die an den gesellschaftlichen Rand gedrängt wurden und werden: in Obdachlosenheimen, Frauenhäusern, Einrichtungen für alkoholkranke Menschen und an anderen Orten.

Sich über moderne Formen von Rechtsextremismus und Rassismus auszutauschen und Strategien für demokratisches Handeln zu entwickeln, ist Bestandteil der inhaltlichen Arbeit in vielen Sommerlagern. Aber auch praktisch unterstützen wir das Engagement lokaler Initiativen für Toleranz und ein gleichberechtigtes Miteinander durch handwerkliche Arbeiten, Foto-, Musik- und Kunstprojekte und vieles mehr.

Sommerlager 2010 in Perm und Dobrijanka

Wir haben insgesamt 4 Wohnungen ehemaliger Repressierter renoviert und ihnen dadurch auch ein Stück Abwechslung in ihrem Alltag beschert. Wir hatten die Möglichkeit eine jeweils andere Kultur etwas genauer kennenzulernen (...), durch unsere Arbeit ein Zeichen für mehr Menschlichkeit zu setzten. Jonas Pfisterer, Teamer

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