„Wir wollten Menschen zusammenbringen und diesen wunderbaren Ort feiern.“

Zehn Tage lang trafen sich Jugendliche aus Russland und Deutschland im tschechischen Kulturzentrum Řehlovice, unweit der Stadt Ústi nad Labem, um die Umgebung des Böhmischen Mittelgebirges und dessen Geschichte als Inspirationsquelle für Musik, Theater und schriftstellerische Ergebnisse zu nutzen.

Am Aussichtpunkt in Dubičky (im Hintergrund die Porta Bohemica), Ausgangspunkt unserer Wanderung. Von links: Felix, Sebastian, Sara, Aleksei, Sophie, Valeriia, Kristina, Marina, Gesa, Lisa, Samira

Am Aussichtpunkt in Dubičky (im Hintergrund die Porta Bohemica), Ausgangspunkt unserer Wanderung.
Von links: Felix, Sebastian, Sara, Aleksei, Sophie, Valeriia, Kristina, Marina, Gesa, Lisa, Samira

Zeitzeuginnengespräch mit Doris

Die Teilnehmer_innen des Sommerlagers in Řehlovice waren dazu eingeladen, sich auf unterschiedlichste Art, kreativ zu betätigen. Sie entwarfen Fotogeschichten, eine musikalische Collage und übten sich im Improvisationstheater. Die Teilnehmer_innen haben gemeinsam einen Text aus ihren gesammelten Eindrücken der vergangenen Tage entwickelt, der dann mit Hilfe von Jirka Pletánek in ein Lied mit Instrumelntalbegleitung umgewandelt wurde. Das Ergebnis war ein dazu entstandenes Video, das die Teilnehmer_innen bei ihrer Performance zeigt.
Wir erlebten einen russischen Abend mit leckerem Essen, Fragerunde, einer szenischen Darstellung eines berühmten Volksmärchens und einer abschließend sehr gelungenen Tanzveranstaltung.
Wir hatten für einen Abend ein paar aktuelle ASF-Freiwillige zu Gast, die sich bereit erklärt hatten, uns über den Freiwilligendienst und die Arbeit mit ASF zu berichten. Es entstand eine angenehme Gesprächsrunde, bei der Erfahrungen weitergegeben wurde und die Organisation vorgestellt wurde.

Wir blieben nicht nur in Řehlovice. So fuhren wir an einem Tag nach Terezín. Wir erfuhren einiges über die Hintergründe des ehemaligen Ghettos und bekamen einen Einblick in die Stadt. Wir besichtigten eine ehemalige Schule, in der eine Dauerausstellung zum Gedenken der verstorbenen Kinder des Ghettos untergebracht war. Die Eindrücke der Stadt haben uns definitiv eine Erfahrung reicher gemacht. Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam nach Prag, wo im jüdischen Bildungs- und Kulturzentrum Doris K. uns erwartete. Als Jüdin wurde sie 1941 nach Terezín deportiert und musste dort vier Jahre ihres Lebens verbringen. Ihre Eltern haben diese Zeit nicht überlebt. Nachdem sie 90 Minuten über die Jahre der Angst und des Hungers berichtet hatte, waren wir alle verstummt. Nachdem wir Terezín besichtigt haben, diesen Ort an dem so viel Schreckliches passiert war, konnten wir ihn nun mit Doris‘ Geschichten in Verbindung bringen. Die Zeit, die nun schon 70 Jahre zurück liegt, erschien uns real wie nie zuvor.

 

Sara-Marie Plekat und Sophie Storch
Sommerlager in Řehlovice
10.-20.08.2015

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