Sommerlager in Wolgograd

In Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde hat sich ein Generationen übergreifendes Sommerlager auf die Spuren des Grossen Vaterländischen Kriegs in Wolgograd begeben. In der Metropole an der Wolga, bekannt durch die "Schlacht um Stalingrad", machten die Freiwilligen nachdenklich stimmende Erfahrungen.

Die jüdische Gemeinde und ihre Mitglieder waren über zwei Wochen unser Zuhause, unsere Freunde und unsere „Arbeitsgeber“. Wir haben dort gekocht und gelebt und haben zusammen mit der jüdischen Gemeinde viel Zeit verbracht. Das jüdische Leben wurde uns nähergebracht, als die Bibliothekarin Vera uns durch die Synagoge geführt hat und als Yael, die Frau des Rabbiners, uns die Geschichte der Gemeinde erzählt hat.  Und gerade die Essensvorschriften des koscheren Kochens haben uns immer wieder fasziniert und beschäftigt.

Wir haben uns mit der Geschichte der Stadt Wolgograd beschäftigt. Zum Hügel selbst sind wir am Samstag gegangen und haben gestaunt über die riesigen Kämpfer, Treppen und Wände, die den Betrachter ganz klein werden lassen um die Größe der heldenhaften Kämpfer zu betonen, was für einige von uns doch sehr befremdlich war. Vor allem da wir schon von vielen schrecklichen Seiten des Krieges gehört haben, in denen Heldengeschichten eine Minderheit sind. Als wir mit mehreren Veteranen über diesen Krieg reden durften, hat sich unser Blick nochmals verändert. Wir durften mit der 90jaehrigen Esfir reden, die im Krieg als Krankenschwester gearbeitet hat. Sie sah die Wolga brennen und so viele Menschen sterben, etwas was für uns unvorstellbar ist. Als wir noch mit Mischa reden durften, der zurzeit des Krieges ein Kind war, konnte man nur erahnen, was für ein Schrecken dieser Krieg, nicht nur den Soldaten, sondern auch der Zivilbevölkerung, gebracht hat.

Natürlich haben haben wir auch ein paar Badeausflüge an und auf der Wolga unternommen, wobei wir mit Schnellbooten sind wir ans andere Ufer gefahren sind. Wir haben zu Fuß die Stadt in Augenschein genommen, und hatten eine Menge Spaß beim gemeinsamen Zusammensitzen und Singen am Lagerfeuer.

Wir wollen hiermit im Namen aller Teilnehmer, der jüdischen Gemeinde und in unserem Namen dafür danken, dass das Projekt stattfinden konnte und dass uns allen zwei wundervolle und sehr wertvolle Wochen geschenkt wurden!

Franziska Reymann, Teamerin
Sommerlager in Wolgograd
21.07 - 04.08.2013

 

 

Danke für die Unterstützung

Begegnungsprojekt in Wolgograd

Ein Teil dieses Vorhabens wurde aus dem Solidaritätsfond der Hans-Böckler-Stiftung finanziert. ASF sagt herzlich Danke!

  • Gefördert vom
  • im Rahmen des Bundesprogramm
  •  
  •