Sommerlager in Wroclaw

Im Mai 2013 hat eine Gruppe engagierter Freiwilligen Pflegearbeiten in dem jüdischen Friedhof von Wroclaw ausgeführt und sich mit der Geschichte des Orts auseinandergesetzt. Zwischen 19 und 73 Jahre alt, haben die Teilnehmer außerdem eine schöne intergenerationelle Erfahrung erlebt.

Als außergewöhnliche Besonderheit möchte ich die enge Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde nennen. Die Herzlichkeit, mit der wir vom Vorsitzenden Herrn Gleichgewicht und den anderen Gemeindemitgliedern aufgenommen wurden, hat uns sehr berührt. „Das fühlt sich ganz komisch an – eigentlich sind wir doch gekommen, um hart zu arbeiten und werden so großzügig beschenkt!“, sagte Katharina.

Ein weiterer Punkt der unser Sommerlager so besonders machte, war das gelungene Miteinander mehrerer Generationen. Theresa und ich (Anna) waren mit 20 und 19 Jahren die jüngsten in der Gruppe. Dass das aber kein Hindernis, sondern eine Bereicherung sein kann, haben wir schnell gemerkt. So war es für uns immer wieder spannend, Geschichten von Leuten mit deutlich mehr Lebenserfahrung zu hören; wir konnten aber auch selbst den anderen Teilnehmern eine „junge Perspektive“ schildern. Spannend war es auch, von den verschiedenen Beweggründen für die Anmeldung am Sommerlager in Wroclaw zu hören: „Eigentlich wollte ich immer schon mal so etwas Praktisches machen, ein Zeichen setzen – aber bisher war ich immer im Dienst und hatte keine Zeit, aber jetzt bin ich pensioniert und will die Zeit, die ich habe, auch sinnvoll nutzen!“.

Auf dem Friedhof trafen wir zwei Schwestern, die auf der Suche nach Gräbern von Familienangehörigen waren und tatsächlich wieder fündig wurden. Es sei nicht das erste Mal gewesen, meinten die Schwestern, auch im Jahr vorher hätten zwei Sommerlager-Freiwillige dabei geholfen, einen Grabstein eines ihrer Verwandten wiederaufzurichten. „Ohne Ihre Arbeit hätten wir den Grabstein wahrscheinlich nicht so schnell gefunden!“

Anna Kozikowsi, Teamerin
Sommerlager in Wroclaw
11.05.-19.05.2013

 

Dieses Projekt wurde durch die großzügige finanzielle Unterstützung der „Dr. Hella und Dieter Siekermann-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft“ ermöglicht. ASF sagt herzlich Danke!

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