Sommerlager in Perejaslav
02.07.-14.07.2018

Auch diesen Sommer laden wir wieder zu einem Sommerlager in Perejeslaw-Chmelnitzki ein. Die südlich von Kiev gelegene Kleinstadt ist nicht nur wegen des umstrittenen Perejaslaw-Vetrags interessant; nein, auch die jüngere Geschichte hinterließ Spuren und Narben.

So mussten während der nationalsozialistischen Besetzung 1941-1945 mehr als 5000 Menschen aus Perejaslaw und Umgebung als Zwangsarbeiter*innen in Deutschland arbeiten. Nach dem Krieg kehrten viele von ihnen zurück und waren meist mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert: Vielen wurde der erzwungene Aufenthalt in Deutschland zur Zeit der Sowjetherrschaft zur Last gelegt. Man misstraute ihnen und sie wurden als Kollaborateure verunglimpft.

Während des Sommerlagers werden wir ehemalige Ostarbeiterinnen in Perejaslaw und Umgebung besuchen, bei ihnen unterschiedlichen Arbeiten an Haus und Hof durchführen und sie anschließend zu Zeitzeug*innengesprächen einladen. ÜbersetzerInnen werden helfen, die Gespräche für alle Teilnehmenden verständlich zu machen.

Mithilfe von kleinen thematische Einheiten wollen wir uns mit der Zeitgeschichte vor Ort vertraut machen und uns auf die Zeitzeugengespräche vorbereiten. Die Unterstützung bei den älteren Menschen können Gartenarbeiten, kleine Renovierungsarbeiten oder auch Aufräumarbeiten sein.

Natürlich werden wir uns auch mit den aktuellen Entwicklungen beschäftigen: dem Krieg in der Ostukraine, dem Maidan und der Krimfrage. Eine Exkursion nach Kiev ist geplant.

Und selbstverständlich wird es auch Freizeitangebote geben und Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, die Gegend, den Markt und das Kleinstadtleben zu erkunden. Das Programm versteht sich als offenes Angebot, das von euch und euren Interessen mitgestaltet werden soll.

Mit dem Sommerlager möchten wir versuchen, Einblick in die Welten anderer Menschen zu erhalten, wir möchten versuchen, die ehemaligen NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in ihrem alltäglichen Leben zu unterstützen und unser historisches Bewusstsein zu schärfen. Wir möchten Austausch und neue Perspektiven ermöglichen – all das ist Teil des Sommerlager-Gedankens.

Durch die Auseinandersetzung mit der gewaltvollen Geschichte der NS-Zwangsarbeit können wir als internationale Gruppe ein Zeichen für Verständigung und Versöhnung über Grenzen hinweg setzen und einen neuen Blick auf die Gegenwart erhalten.

  • Typ: Internationales Sommerlager
  • Arbeit: Gartenarbeit, Renovieren für ehemalige NS-Zwangsarbeiter_innen
  • Gruppe: Wir erwarten 12-15 Teilnehmer*innen.
  • Campsprachen: Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch
  • Unterkunft: Unterbringung in einfachem Quartier
  • Extras: Für die Einreise wird ein Reisepass benötigt, der noch mindestens sechs Monate nach der Abreise gültig ist. EU-Bürger_innen brauchen für die Einreise in die Ukraine kein Visum.

Das Sommerlager in Perejaslav

Kurzüberblick

Datum: 02.07.-14.07.2018
Typ: Internationales Sommerlager
Arbeit: Garten- Renovierungsarbeiten
Gruppe: 12-15 Teilnehmer*innen
Campsprachen: Englisch (Deutsch, Ukrainisch, Russisch)

  • Gefördert vom
  • im Rahmen des Bundesprogramm
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