Sommerlager in Kommunarka nahe Moskau
10.08.-24.08.2019

Mit den Formen und Motiven der Verfolgung während der Zeit des Stalinismus beschäftigt sich das internationale Sommerlager in Kommunarka bei Moskau. Mit der Arbeit an dem dortigen Erinnerungsort soll an die ermordeten Opfer des stalinistischen Regimes erinnert werden.

Kommunarka - so heißt eine zu Moskau gehörige Siedlung, die in etwa einer Stunde mit dem öffentlichen Nahverkehr vom Zentrum zu erreichen ist. Auf dem Gelände befand sich einst eine Sowchose und die Datscha des ehemaligen NKWD-Chefs Jagoda. In den Jahren 1938/38 fanden an dem Ort Massenerschießungen statt. Die Überreste von bis zu 14 000 Menschen liegen dort in Massengräbern verscharrt. Im vergangenen Herbst wurde dort eine Gedenkwand mit etwa 5000 Namen aufgestellt. Außerdem gibt es mehrere Denkmäler. Das einst der orthodoxen Kirche gehörende Gelände wurde 1999 an sie rückübertragen. Seither entstand ein neues Kirchengebäude, gleichzeitig nutzt die lokale orthodoxe Gemeinde auch die ehemalige Datscha von Jagoda.

Das öffentliche Interesse an der Kommunarka als Ort der Erinnerung an die stalinistischen Repressionen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Der Umgang mit dem Gedenken ist Gegenstand heftiger Debatten. Noch gibt es kein Museum vor Ort, die Tatsache, dass dort auch für Repressionen verantwortliche Täter ermordet worden sind, sorgt für Diskussionen. Zudem laufen die Forschungsarbeiten vor Ort weiter, um genauere Kenntnisse darüber zu erhalten, wie viele Menschen in der Kommunarka begraben sind.

Während des Sommerlagers ist es die Aufgabe der Teilnehmer*nnen, zur Pflege des Geländes beizutragen. Dazu zählt beispielsweise die Entfernung von Unkraut und Wildwuchs auf und um die Massengräber. Eventuell werden dem Sommerlager praktische Arbeiten zur Unterstützung der Erforschung des Geländes übertragen.
Im Focus steht jedoch auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Repressionen in Moskau und der Kommunarka insbsondere. Die Organisation Memorial, die sich seit vielen Jahren mit der Aufarbeitung der Repressionen beschäftigt, bereitet dafür ein anspruchsvolles inhaltliches Programm vor. Zum Abschluss ist ein Treffen mit in die Gedenkdebatten involvierten Akteur*innen geplant - neben Angehörigen von Ermordeten sind dies kirchliche Gruppen, Historiker*innen, Museumspädagog*innen u.a. Dadurch erhalten die Teilnehmer*innen einen tiefen Einblick in die aktuelle russische Gedenkkultur.
 

  • Typ: Internationales Sommerlager
  • Arbeit: Pflege des Erinnerungsortes, Garten- und Rodungsarbeiten
  • Gruppe: Wir erwarten 12 bis 14 Teilnehmer*innen
  • Campsprachen: Englisch
  • Unterkunft: Hostel in der Nähe vom Gelände der Kommunarka
  • Extras: Russischgrundkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Teilnahmebedingung. Für Russland wird ein Visum benötigt. Der Reisepass muss mindestens bis Februar 2020 gültig sein.

 

 

Das Sommerlager in Kommunarka bei Moskau

Kurzüberblick

Datum: 10.08.-24.08.2019
Typ: Internationales Sommerlager
Arbeit: Pflege- und Gartenarbeiten
Gruppe: bis zu 14 Teilnehmer*innen
Campsprachen: Englisch
Extra: Anmeldung bis zum 20.07.2019

  • Gefördert vom:
  • im Rahmen des Bundesprogramm
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