Was ist ein ASF-Sommerlager

Zwei Wochen arbeiten, lernen und Geschichte erleben: ASF-Sommerlager unterstützen jüdische Gemeinden in Europa, helfen auf Gedenkstätten oder engagieren sich in sozialen und politischen Projekten. In den internationalen Sommerlagern leben und arbeiten Menschen von 16-99 Jahren zusammen. Sie tauschen sich über die Geschichte des Projektorts und die aktuelle Situation im Land aus.

ASF/Archiv:Buchenwald 2021

© ASF/Archiv: Buchenwald 2021

Praktisches Tun

Der Name sagt es schon: In Workcamps wird gearbeitet. Malen, Gärtnern, Bauen, Archivieren und viele weitere Tätigkeiten sind Teil der Sommerlagerarbeit. Auf die international zusammengesetzten Teams warten unterschiedliche Arbeiten, die sich an den Bedürfnissen unserer Projektpartner im In- und Ausland orientieren und daher je nach Sommerlager variieren.
Ob mit oder ohne Vorerfahrung - Wir sind der Meinung, dass sich jede und jeder dabei einbringen kann. Im Vordergrund steht nicht das handwerkliche Geschick, sondern die Bereitschaft, zusammen ein Projekt auf die Beine zu stellen. Durch die gemeinsame Arbeit und in dem Bemühen, etwas Gutes für andere zu tun, zeigen die Teilnehmenden, dass internationale Verständigung über Grenzen hinweg möglich und wichtig ist. Sie übernehmen Verantwortung für gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen und setzen ein Zeichen für Toleranz und Demokratie.

Auf den Spuren der Geschichte

Bildung und Reisen gehören zusammen. Sommerlager bieten nicht nur die Chance, sich freiwillig zu engagieren, sondern andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Eine Beschäftigung mit Ort und Land, in dem das Workcamp stattfindet, gehört daher zu jedem ASF-Sommerlager dazu. Was ist hier geschehen? Wer hat diesen Ort geprägt? Und was hat das heute für eine Bedeutung für mich und andere?
Jedes Sommerlager steht für ein besonderes Thema, mit dem sich die Teilnehmer*innen über das praktische Tun hinaus auseinandersetzen. Diese inhaltliche Arbeit ist das zweite Standbein der Sommerlager und bietet eine Menge Vielfalt: Exkursionen, Ausstellungsbesuche, Gespräche mit Zeitzeug*innen, eigene Workshops, in denen sich die Teilnehmenden mit Gedichten, Liedern und Photos beschäftigen, und vieles mehr ist möglich und ausdrücklich erwünscht. Auf den Spuren der Geschichte im Hier und Jetzt: Das ist eine (Bildungs-)Reise wert.

Verständigung braucht Begegnung

Sommerlager sind kurzfristige Friedensdienste. Unabhängig vom konkreten Projekt und der praktischen Arbeit wollen wir Begegnungen ermöglichen zwischen Menschen verschiedener kultureller, weltanschaulicher und sozialer Herkunft. Im Gespräch miteinander lässt sich die Vielfalt erleben, die die internationalen Teilnehmenden einbringen. Dieser Reichtum an Blickwinkeln wirkt dem Denken in Schubladen über den jeweils anderen entgegen. Was uns ausmacht, verbindet und unterscheidet, ist mehr. Dies im Blick auf sich selbst heraus zu finden, alte Vorurteile zu korrigieren und Ängste abzubauen, ist ein großes Abenteuer, zu dem wir einladen.

Eindrücke aus den Sommerlagern

Neugierig geworden? Zwei kurze Videos aus den Sommerlagern 2019 geben Einblicke in die Sommerlager in den Gedenktstätten (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide) und auf den jüdischen Friedhöfen (Litauen, Stadt Vystytis). Viel Spaß und hoffentlich bis bald! Die Anmeldung für 2022 startet im April.

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