Blog | Rückblick | 01. Oktober 2017

As time goes by

Ende September hat sich die ASF Großbritannien Freiwilligengeneration von 2011/12 in London wieder getroffen. Die Gruppe aus polnischen und deutschen Freiwilligen hatte sich in den Vorjahren bereits gegenseitig abwechselnd in den Ländern besucht und war so in Krakow und Poznan sowie Göttingen gewesen. Fünf Jahre nach der Beendigung des Freiwilligendienstes trafen sie sich nun wieder in London, wo die meisten ihre Projektstellen und Lebensmittelpunkt für ein Jahr hatten.

Interessant war für alle – neben der Erkundung der altbekannten Stadt – das Wiedersehen in der Gruppe und der damaligen Länderbeauftragten. Die bekannte Konstellation an bekanntem Ort verdeutlichte, dass die Gruppe sich in fünf Jahren nicht fundamental verändert hat, obwohl sowohl London, als auch der politische und gesellschaftliche Kontext, als auch die ehemaligen Freiwilligen, andere sind.

„Es hat sich irgendwie surreal angefühlt. Die Menschen, mit denen man damals zum ersten Mal die Stadt als Gruppe erkundet hat und mit denen man in dem Jahr und seitdem so viel erlebt hat, jetzt wieder zusammen hier!“, sagt Cora. „Ein Highlight war es, dass wir auch unsere Länderbeauftragte aus der Zeit wieder treffen konnten, mit der wir seit unserer Ausreise keinen Kontakt mehr hatten.“, ergänzt Carlotta.

Für Michal ist der Weg am kürzesten gewesen. Als ASF-Freiwilliger hat er in Coventry Mind gearbeitet. Nach dem ASF-Jahr hat er die Arbeit bei der Arche in Südlondon aufgenommen; einem langjähriges ASF-Projekt. Auch Kasia, die 2011/12 in der Arche ASF-Freiwillige war, hat ihr Jahr dort verlängert. Nach ihrer verlängerten Zeit in der Arche hat sie sogar als Pflegeassistentin in einem Londoner Krankenhaus gearbeitet. Vor einem Jahr ist sie nach Krakow zurückgekehrt, um dort zu studieren. Auch Cora hat kürzer zurückliegende Erinnerungen an Leben in England beizutragen: Im Rahmen ihres Studiums hat sie durch das europäischen Austauschprogramm Erasmus in Wolverhampton studiert. In den freien Stunden hat sie sich wieder – wie während des ASF-Freiwilligendienstes – ehrenamtlich bei der Association of Jewish Refugees engagiert und eine ältere jüdische Dame besucht.

Bei diesen dreien ist deutlich erkennbar, wie das eigene Leben durch das ASF-Jahr geprägt wurde. Doch dessen tiefe Spuren zeigen sich auch in den Lebenslinien der anderen Freiwilligen, die nicht länger in England gelebt haben. Und mindestens einmal im Jahr kommen die Erinnerungen im gemeinsamen deutsch-polnischen Treffen zusammen. Alle sind sich einig: London ist ein Sehnsuchtsort, der mit vielen positiven Erlebnissen verbunden ist, für die sie sehr dankbar sind. Doch wichtiger ist die Gemeinschaft der internationalen Gruppe, die in heutigen Zeiten der wachsenden Grenzen Hoffnung gibt.