Blog | Ausstellungseröffnung | 05. Juli 2017

Lebensgeschichten von Geflüchteten damals und heute - Freiwillige zeigen ihre Ausstellung "Exil in Belgien"

Die ASF-Freiwilligen präsentieren die Ausstellung.

Im Rahmen des Projektes "Exil in Belgien" erforschten ASF-Freiwillige in Belgien Biografien von Geflüchteten von damals und heute. Ihre Empfindungen sowie die Highlights ihres Jahres zeigten sie in Form einer Ausstellung während des Treffen der belgischen Projektpartner*innen und ASF-Freund*innen, das dieses Jahr im Jüdischen Museum von Belgien in Brüssel stattfand.

Das Projekt "Exil in Belgien" entstand vor einigen Jahren im Zusammenarbeit mit unserem Projektpartner CegeSoma in Brüssel. CegeSoma ist das belgische Zentrum für historische Forschung und Dokumentation zu Konflikten des 20. Jahrhunderts. Anhand einer Datenbank des CegeSoma, die "Sonderfahndungsliste" der deutschen Polizei aus der Besatzungszeit Belgiens (1940-1944), erforschten Freiwillige die Biografien von deutschen Geflüchteten in Belgien.

Dieses Jahr kamen sie Lebensgeschichten von deutschen Familien auf die Spur, die auf Grund ihrer politischen Aktivitäten nach Belgien emigrieren mussten. Für ihre politischen Ideale haben die Widerstandskämpferin Ruth Oesterreich und Mitglieder der deutsch-jüdischen Familie Neubeck letztendlich mit ihrem Leben bezahlt: Sie wurden von den Nazis ermordet. Ihre Lebensgeschichten wurden von den Freiwilligen sehr kreativ dargestellt.

Zudem wurde das Projekt „Exil in Belgien“ diesmal ausgeweitet auf die heutige Zeit: Eine Gruppe ließ sich von der Lebensgeschichte von Ahmad - "Zahnarzt, Optimist und Flüchtling" - aus Syrien zu einem eindrucksvollen Film inspirieren in dem sie Straßeninterviews ohne Worte durchführten. Eine andere Gruppe befragte Julijana, die während des Bosnienkrieges (1992-1995) ihre Heimatstadt Sarajevo verlassen musste und in Belgien eine neue Heimat fand. Das Resultat war eine berührende (Foto-)Ausstellung über Julijana und andere Migrant*innen in Antwerpen.

Wir danken allen, die diesen Nachmittag mit uns so schön gestaltet haben und für ihr Interesse an der Arbeit der Freiwilligen in Belgien.