ASF-Salon

NSU - 10 Jahre nach der Selbstenttarnung.
Wie haben sich rechte Szene und Zivilgesellschaft verändert?
Digitaler Salon von ASF in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R)

3.11.2021 von 18:00 bis 19:15 Uhr, zoom

Zehn Jahre sind seit der Selbstenttarnung des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) vergangen. Am 4. November 2011 ging in Eisenach ein Wohnmobil in Flammen auf, wenige Stunden später explodierte in Zwickau eine Wohnung. Wohnmobil und Wohnung gehörten zu drei Neonazis, die zwischen 2000 und 2007 neun rassistisch motivierte Morde verübt sowie 43 Mordversuche, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle begangen hatten – unterstützt durch ein deutschlandweites extrem rechtes Netzwerk. Neonazistische Netzwerke, zahlreiche Versäumnisse und rassistische Ermittlungen durch die Sicherheitsbehörden und der unsägliche Umgang mit den Angehörigen der Opfer wurden erst dann bekannt. Der jahrelange Gerichtsprozess im Anschluss ließ viele Fragen offen.

Der digitale Salon will diesmal zusammen mit der Initiative Offener Prozess aus Chemnitz und der Nebenklageanwältin im NSU-Prozess, Antonia Behrens, über diese Selbstenttarnung des NSU vor genau zehn Jahren sprechen und die Folgen für die rechte Szene sowie die Zivilgesellschaft beziehungsweise für das zivilgesellschaftliche Engagement und Erinnern beleuchten. Was hat der NSU-Komplex in der rechten Szene verändert, nachdem er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde? Wie haben sich Netzwerke und Positionen zu Terror entwickelt? Und was hat die Zivilgesellschaft seither gelernt? Wie hat sich ihre Wahrnehmung des NSU und der langen Tradition rechtsterroristischer Morde in Deutschland verändert, wie sieht heute ihre Rolle in der Aufarbeitung des NSU-Komplex, bei der Erinnerung an die Opfer und Angehörigen und der Blick auf Betroffene von heute aus?

Gesprächsteilnehmer*innen:

Initiative Offener Prozess aus Chemnitz

Antonia von der Behrens (Anwältin der Nebenklage im NSU-Prozess und Autorin)

Moderation: Christian Staffa (Evangelische Akademie zu Berlin und Mitglied des Sprecher*innenrats der BAG K+R)

Der digitale Salon findet auf zoom statt.

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