ASF-Salon

Lesung mit Natascha Wodin
Digitaler ASF-Salon am 13. Oktober / 18-19.15 Uhr

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Digitaler ASF-Salon“ liest die Schriftstellerin Natascha Wodin am 13. Oktober 2021 um 18 Uhr aus ihrem Roman „Sie kam aus Mariupol“.

Das Buch handelt von der Lebensgeschichte ihrer Mutter, die als Tochter einer adeligen Familie in der Sowjetunion verfolgt und von den Nazis als sowjetische Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt wurde. Natascha Wodin wurde 1945 geboren und wuchs zunächst in einem deutschen Nachkriegslager für sogenannte „displaced persons“ auf. Nach dem Suizid ihrer Mutter, wurde sie im Alter von 11 Jahren in einem katholischen Mädchenheim untergebracht. Nachdem sie einige Zeit in die Obdachlosigkeit gezwungen war, arbeitete Natascha Wodin zunächst als Telefonistin und Stenotypistin. Anfang der siebziger Jahre absolvierte sie eine Sprachenschule und gehörte zu den ersten Dolmetscherinnen, die nach Abschluss der sogenannten Ostverträge für deutsche Firmen und Kultureinrichtungen in die Sowjetunion reisten. Nach Aufgabe des Dolmetscherberufs begann sie Literatur aus dem Russischen zu übersetzen (u.a. Jerofejew, Ginsburg, Bitow, Sanajew) und lebte in den 1980er Jahren vorübergehend in Moskau, wo sie in Kontakt mit bekannten Schriftsteller*innen kam. Seit 1980 arbeitet sie selbst als freie Schriftstellerin.

In ihren Werken setzt Natascha Wodin sich vor allem mit dem Thema der Entwurzelung, Fremdheit und Ortlosigkeit auseinander, mit Außenseiterexistenzen und mit der Diskrepanz zwischen innerer und äußerer Wirklichkeit. In ihrem Roman "Nachtgeschwister" schildert sie eine komplizierte deutsch-deutsche Künstlerbeziehung. Ihr Roman "Alter, fremdes Land" befasst sich mit dem Alterungsprozess aus einer weiblichen Perspektive. Ihre Werke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Für ihren Roman „Sie kam aus Mariupol“ wurde sie 2017 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Der digitale Salon findet auf zoom statt.

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