Digitale ASF-Jahrestagung
Am 12. Juni 2021, ab 10 Uhr

Gender* - Vielfalt und Gerechtigkeit

Erneut widmet sich die Tagung dem von den ASF-Mitgliedern gewählten Zwei-Jahresthema und gibt vielen Perspektiven dazu Raum. Unter dem Titel Gender* – Vielfalt und Gerechtigkeit werden wir am Samstag, den 12. Juni in den gemeinsamen Austausch treten.

Hier geht es zum vollständigen Programm

Du bist herzlich eingeladen, den gesamten Tag auf der ASF-Jahrestagung zu verbringen – genauso ist es aber auch möglich, sich nur für ausgewählte Programmpunkte anzumelden. Wir versuchen, die Workshopwünsche zu berücksichtigen und bitten Dich, dann auch verbindlich an den Workshops teilzunehmen, da dort die Plätze begrenzt sind.

Am Abend können alle Gäste die Impulse des Tages in einem offenen Austausch weiterdiskutieren und die Tagung entspannt ausklingen lassen.

Die Anmeldefrist ist abgelaufen. Wenn Sie sich noch kurzfristig registrieren möchten, schreiben Sie bitte eine Mail an brill[at]asf-ev.de.

Wir danken der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld sehr für die Förderung der diesjährigen Jahrestagung.

Kurze Programmübersicht:

10.00 - 11.30 Uhr

Einstieg und Keynote zu intersektionaler Gerechtigkeit mit Maureen Maisha Auma

Zum Einstieg der Tagung widmen wir uns der Frage: Was hat das von den Mitgliedern gewählte Zweijahresthema Gender* mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zu tun? Im Anschluss wird Maureen Maisha Auma in ihrer Keynote das Thema Gender* in einen größeren Kontext von vielfältigen und sich überschneidenden Unterdrückungskategorien einordnen - Intersektionale Gerechtigkeit: Oder wer braucht Intersektionalität?  


11:45 - 13:15 Uhr

Workshops

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – eine Einführung

Dieser Workshop soll als Anhaltspunkt für Menschen dienen, die sich in dem Feld rund um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, gerne auch als „Gender-Thematik“ bezeichnet, bisher noch nicht so gut auskennen, aber gerne mehr wissen würden. Du wolltest schon immer mal wissen, was Pansexualität ist oder wie man Intergeschlechtlichkeit und Transgeschlechtlichkeit unterscheidet? Dafür sind wir da! Gemeinsam und interaktiv wollen wir einen Überblick über zentrale Begriffe des Diskurses erarbeiten. Dabei wollen wir auch analysieren, wie in diesem Feld Privilegien und (Definitions-)Macht verteilt sind.

 

Referent*innen: Rebecca Görmann und Bianca Kastl

50 Jahre LSBTIQ*-Bewegungen in der BRD und DDR

50 Jahre LSBTIQ*-Bewegungen in der BRD und DDR: Der Workshop gibt einen Einblick in die Kämpfe um sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung seit den 1970er Jahren. Es geht um das feministische Wirken von Lesben in der Kirche in Ostberlin, um Gedenkpolitik für die lesbischen Opfer des Nationalsozialismus, die Auswirkungen der Aidskrise auf die schwule Emanzipationsbewegung und die Forderungen nach Selbstbestimmung im trans* und inter* Aktivismus. Mit einem intersektionalen Blick wird gefragt, welche Queers von rechtlichen Errungenschaften profitieren und welche Ausschlüsse auch innerhalb von Szenen wirksam werden. Anhand historischer Schlaglichter der LSBTIQ*-Geschichte wird damit eine Einführung in queere Themen gegeben und diese werden mit der eigenen Praxis verbunden.

 

Referent*innen: Felicia Rolletschke und Caro Grimmer

Hate Speech

Hate Speech ist nicht nur auf individueller Ebene problematisch, es handelt sich dabei auch um ein politisches und gesamtgesellschaftlich zu betrachtendes Thema. Gezielt wird versucht, bestimmte gesellschaftliche Gruppen aus dem öffentlichen Diskurs zu verdrängen, speziell auch Frauen. Darüber hinaus schwappt die Welle des organisierten Online-Hasses immer wieder in die Offline-Welt.  Was tun? Dieser Workshop informiert über Hate Speech und die betroffenen Gruppen, sensibilisiert für die Folgen von Hate Speech auch anhand aktueller öffentlicher Beispiele und aktiviert zu Gegenrede. Natürlich gibt es dazu konkrete Tipps, wie man mit toxischer Kommunikation auf den eigenen und anderen Profilen umgehen bzw. ihr vorbeugen kann.

 

Referent*in: Fluky

Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität im Asyl- und aufenthaltsrechtlichen Verfahren

In 69 Staaten wird gleichgeschlechtliche Sexualität strafrechtlich verfolgt, in einigen Ländern droht sogar die Todesstrafe. In Deutschland werden sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität als Fluchtgrund anerkannt. Das Problem dabei: Es gibt keine eindeutigen Beweise. Ob die Darstellung der asylsuchenden Person glaubhaft ist oder nicht, hängt von der subjektiven Bewertung der Entscheider*innen ab. Hier fließen stereotype, westliche Vorstellungen von sexueller Orientierung und Geschlecht ins Asylverfahren ein. Im Workshop werden die rechtlichen Hintergründe in der EU und Deutschland betrachtet und die Anhörungsverfahren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) anhand einiger konkreter Beispiele analysiert. Welche Vorstellungen von Homosexualität und Geschlecht werden in den Verfahren sichtbar?

 

Referent*innen: Magdalena Müssig und Mohammad Dalla

Feministische Protestbewegungen in Polen

Feministische Proteste prägten und prägen Polen: Welche geschichtlichen Entwicklungen haben dazu geführt, dass Frauen überhaupt auf die Straßen gehen? Wie sieht die feministische Bewegung in Polen aus und warum sind reproduktive Rechte so ein umkämpftes Thema? Der Workshop will nicht mit Theorie langweilen, sondern die Teilnehmer*innen mit auf eine Zeitreise nehmen, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Das Credo lautet: nur die lernt, die Fragen stellt. In Gruppen werden Themen kreativ erarbeitet und gemeinsam diskutiert. Die Teilnehmer*innen werden Raum bekommen, um über ihren eigenen Bezug und eigene Handlungsmöglichkeiten zu reflektieren.

 

Referent*innen: Urszula Bertin und Gabriela Bertin

Antisemi_Gender

In der Berichterstattung über rassistische und antisemitische Attentate wird immer wieder auch der Frauen*hass der Täter diskutiert. Wie hängen Antifeminismus und Antisemitismus, Sexismus und Judenfeindschaft, Gender und Verschwörungstheorien zusammen - historisch und aktuell? Ziel des Webinars ist es, die Verschränkungen dieser Phänomene in den Blick zu nehmen und ihren antiemanzipatorischen Charakter herauszuarbeiten.

 

Referent*innen: Donja Banai und Naya Zarabian

„Theology is a Queer Thing“

Bei Adam und Eva anfangen – und aufhören? Nein! Bibel und Tradition haben viel mehr zu bieten als eingefrorene Heteronormativität, aka "Schöpfungsordnung". Der Workshop lädt ein zu einer Reise durch überraschende jüdisch-christliche Geschlechterwelten. Theologische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.   

 

Referent*in: Ruth Heß

Antifeministische Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien verbreiten sich im digitalen Zeitalter schneller denn je. Diskriminierende Ideologien stellen eine Gefahr für die Demokratie und unser Zusammenleben in einer Gesellschaft dar. Antifeminist*innen verfolgen dabei das Ziel, Frauen rechtlich und biologisch zu diskriminieren und einzuschränken, was durch antifeministische Verschwörungstheorien unterstützt werden kann.
Im Workshop werden Inputs zu Antifeminismus, Verschwörungstheorien und (Rechts-)Extremismus gegeben sowie konkrete Übungen zu antifeministischen Verschwörungstheorien gemacht: Was sind die Merkmale und welche Ideologien liegen bestimmten Verschwörungstheorien zugrunde? Zuletzt soll der eigene Umgang mit Verschwörungsgläubigen reflektiert werden.

 

Referent*innen: Kerstin Scheibenpflug und Johanna Taufner

15.00 - 16.30 Uhr

Zeitzeuginnengespräch mit Lidia Maksymowicz

Lidia Maksymowicz überlebte als Kind das KZ Auschwitz-Birkenau. Die heute 80-jährige wird aus Krakau zugeschaltet und ihre bewegende Geschichte teilen. Sie wurde als Dreijährige zusammen mit ihrer Mutter, ihren Großeltern und einem Bruder als sogenannte „Partisanenfamilie“ in Belarus verhaftet. Getrennt von Ihrer Familie blieb sie bis zur Befreiung im KZ und wurde von einer polnischen Familie aus der Stadt Oświęcim aufgenommen. Erst siebzehn Jahre später erfuhr sie, dass ihre Mutter lebt und dass sie drei Schwestern hat. Das Gespräch findet auf Polnisch statt, es wird von Elisabeth Wassermann geführt und konsekutiv ins Deutsche übersetzt.

17.00 - 18.00 Uhr

Die Proteste in Belarus – Analyse und Ausblick

Unmittelbar nach den illegitimen Präsidentschaftswahlen im August 2020 begannen friedliche Proteste für Neuwahlen und Grundrechte. Trotz der massiven Gewalt und Willkür durch Sicherheitskräfte gingen immer wieder Zehntausende Menschen landesweit auf die Straße. Bekannte Frauen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft führen die Opposition an. Wie sehen feministische Perspektiven auf die Proteste aus? Aufgrund der anhaltenden Repressionen gibt es derzeit nur noch vereinzelt Proteste. Viele aktive und engagierte Menschen wurden festgenommen und verurteilt, andere flohen ins Exil. Die Unsicherheit über die Zukunft des Landes ist groß. Über die Proteste, die Menschen, die sie prägen und die Herausforderungen vor denen Belarus nun steht, wollen wir auf dem Podium sprechen.

 

Referent*innen: Katja Artsiomenka und Felix Ackermann, Moderation: Hans-Ulrich Probst

19.30 - 20.30 Uhr

Lesung „Why We Matter“ mit Emilia Roig

In „Why We Matter?“ (2021, Aufbau Verlag) zeigt die die Aktivistin und Politologin Emilia Roig – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der wie unter einem Brennglas Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten –historisch gewachsen sind. Sie deckt die Muster der Unterdrückung auf und leitet zu radikaler Solidarität an.


ab 20.30 Uhr

Ausklang- und Austauschabend

Alle sind herzlich eingeladen, die Jahrestagung gemeinsam im digitalen Raum ausklingen zu lassen, weiter zu diskutieren und sich mal wieder zu begegnen. Nähere Informationen dazu wird es auf der Jahrestagung geben.

Programm (, 4,00KB)
Zur Anmeldung

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