Aktuelles | 22. April 2021

Gegen den Al Quds Marsch am 8. Mai 2021 - Gegen Israelhass und Antisemitismus

Auch dieses Jahr soll in Berlin wieder eine Demonstration zum „Al-Quds-Tag“ stattfinden. Al-Quds ist der arabische Name Jerusalems. Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini initiierte diesen Tag zum ersten Mal im Jahr 1979. Traditionell wird seitdem einmal im Jahr im Iran bei Demonstrationen zur Eroberung Jerusalems und zur Zerstörung von Israel aufgerufen.

Seit vielen Jahren findet der „Al-Quds-Tag“ auch in Deutschland statt, mit einem jährlichen Aufmarsch in Berlin, organisiert von Unterstützer*innen des iranischen Regimes.

Vorgeblich geht es um den Einsatz für die Rechte der Palästinenser*innen. Der antisemitische Charakter der Veranstaltung zeigt sich jedoch Jahr für Jahr: In Parolen wie „Kindermörder Israel“, „Zionisten ins Gas“ sowie in zahlreichen Transparenten, in denen Israel dämonisiert wird. Israelfeindliche Terrororganisationen wie die Hamas und Hizbollah werden verherrlicht. Auch Neonazis nehmen an der Veranstaltung teil. Diese Indikatoren zeigen, dass die von den Organisatoren vorgebrachte Argumentation, dass Antizionismus kein Antisemitismus sei, nicht trägt.

Der diesjährige Al-Quds-Marsch ist für den 8. Mai 2021 angekündigt. Der 8. Mai markiert das Ende des nationalsozialistischen Terrors und die Befreiung der wenigen Überlebenden der NS-Verfolgung. Er ist in manchen europäischen Ländern ein offizieller, aber in allen ein inoffizieller Gedenktag. Als Tag der Befreiung ist er heute auch das Signal für ein „Nie wieder Auschwitz“, nie wieder Antisemitismus. Dabei wissen wir, dass Antisemitismus nicht verschwunden ist. Wir wissen auch, dass er sich heute oft mit einer Form der Israelfeindschaft verbindet. Die Parolen des Al-Quds-Marsches richten sich eindeutig mit traditionellen antisemitischen Feindbildern gegen die Existenz Israels. Deshalb stellen wir uns entschieden gegen eine solche Demonstration - zumal an diesem Gedenktag.

Wir positionieren uns gegen jede Form von Israelhass und Antisemitismus und solidarisieren uns mit demokratischen Bewegungen im Nahen Osten, die sich für Verständigung und Frieden einsetzen. Wir solidarisieren uns mit Israel und allen Jüdinnen und Juden weltweit, gegen die sich der Hass des Al-Quds-Marsches richtet.

Wir rufen politische und gesellschaftliche Kräfte dazu auf, eindeutig gegen den antisemitischen Charakter des Al-Quds-Marsches Position zu beziehen.
Aufgrund der Pandemie sind Gegenaktionen in der Öffentlichkeit nur eingeschränkt möglich. Wir ermuntern dazu, sich den vielfältigen Aktionen anzuschließen, die Bündnisse gegen den Al-Quds-Marsch organisieren werden:

www.gegenqudsmarsch.de

https://keinalqudstag.noblogs.org


Jutta Weduwen, Geschäftsführerin Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
Dr. Christian Staffa, Beauftragter für den Kampf gegen Antisemitismus bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Henning Flad, Projektleiter Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus (BAG K+R)

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