Aktuelles | Stellungnahme | 01. Juli 2019

Menschenleben retten ist kein Verbrechen

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste erklärt sich solidarisch mit der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete, die von den italienischen Behörden verhaftet wurde, nachdem sie mit 40 Flüchtlingen auf ihrem Schiff in Lampedusa angelegt hatte.

Jutta Weduwen, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, erklärt dazu: „Die Verhaftung der Kapitänin Carola Rackete ist ungeheuerlich. Die Mitarbeiterin von Sea-Watch hat mit ihrem mutigen Schritt Menschenleben gerettet. Die Menschen waren Gefahren ausgesetzt, weil das Schiff nicht anlegen durfte. Sie einzusperren, widerspricht fundamental meinem Verständnis vom Schutz der Menschenrechte und der Verpflichtung, Menschen in Not aufzunehmen.

Wir fordern die Staaten der Europäischen Union deshalb auf, sich für die Freilassung von Frau Rackete einzusetzen und eine Lösung für die Gefahren zu finden, denen Menschen auf der Flucht ausgesetzt sind. Diese Lösung kann nicht heißen, dass die Grenzen noch dichter gemacht werden.

Der Rechtspopulismus hat in Deutschland und in vielen anderen Ländern eine Diskursverschiebung und eine menschliche Kälte mit sich gebracht. Flucht und die Rettung von Menschen sind keine Verbrechen!

Meine große Hochachtung gehört den Menschen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass Menschen auf dem Mittelmeer und anderswo gerettet werden und dass Flüchtlinge Zuflucht finden. Die Arbeit von Sea-Watch ist großartig und dringend notwendig, sie darf nicht kriminalisiert oder blockiert werden. Ich wünsche mir, dass alle dort helfen und unterstützen, wo es ihnen möglich ist, um gemeinsam Zeichen der Solidarität zu setzen“.

 

 

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