Presse | Presse | 10. April 2018

10 Jahre deutsch-amerikanisch-jüdische Begegnungen

Seit 10 Jahren vergibt das deutsch-amerikanisch-jüdische Begegnungsprogramm „Germany Close Up“ Stipendien an junge nordamerikanische Jüdinnen und Juden, damit sie nach Deutschland reisen und sich hier ein realistisches Bild vom modernen Deutschland machen können.

Das Begegnungsprogramm „Germany Close up – American Jews Meet Modern Germany“, deren Trägerin Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ist, bringt jedes Jahr 250 junge jüdische Amerikaner*innen nach Deutschland. Sie lernen das heutige Deutschland kennen durch Museums- und Gedenkstättenbesuche, durch Begegnungen und Diskussion mit Politiker*innen, gleichaltrigen Deutschen und Mitgliedern der jüdischen Gemeinden.

„In der amerikanisch-jüdischen Welt bestehen nach wie vor große Vorbehalte gegenüber Deutschland. Zwar gibt es ein grundsätzliche Interesse, doch ist das Wissen über Deutschland meist auf die Zeit der Schoa beschränkt und der Blick auf die deutsche Gegenwart von der Vergangenheit geprägt. Wir beschäftigen uns intensiv mit der Vergangenheit und weichen schwierigen und schmerzhaften Fragen in unseren Diskussionen nicht aus. Auch versuchen wir nicht, die Gegenwart schönzufärben, sondern beschäftigen uns auch mit Fragen von Antisemitismus und Rassismus. Gleichwohl erleben die  Teilnehmenden auf diesen Reisen vielfältige Veränderungsprozesse. Sie berichten nach der Rückkehr in ihre Heimat, wie sehr ihre Erfahrungen ihr Leben nachhaltig geprägt haben“, erklärt Dr. Dagmar Pruin, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und Programmdirektorin von Germany Close Up, die 2007 das deutsch-amerikanisch-jüdische Begegnungsprogramm konzipierte und es seither leitet. „Wir errichten so Brücken in die jüdische amerikanische Welt, die tragfähig sind. Denn darum geht es vor allem bei Germany Close Up – die Vergangenheit zu erinnern, um die Zukunft zu gestalten.“

Im Herbst 2007 wurde das durch die Bundesregierung initiierte Projekt „Germany Close Up“ gegründet, um jungen jüdischen Multiplikator*innen das heutige Deutschland zu zeigen und Verbindungen in die amerikanisch-jüdische Welt aufzubauen und zu stärken. Bisher haben knapp 2400 junge amerikanische Jüdinnen und Juden in 114 Reisen mit diesem Programm Deutschland besucht. Die Teilnehmenden kommen aus allen Bereichen des jüdischen Lebens, es finden sich sowohl orthodoxe als auch liberale Jüdinnen und  Juden auf den Programmen, Rabbinerinnen, Studierende und junge Berufstätige.

Von Oktober 2007 bis Dezember 2013 war die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum Trägerin des Projekts. Seit Januar 2014 liegt die Trägerschaft bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, da die Programmdirektorin von Germany Close Up, Dr. Dagmar Pruin seitdem auch eine der beiden Geschäftsführerinnen von ASF ist. Weiterhin besteht eine enge Kooperation mit der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum.

Germany Close Up wird finanziert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aus dem von ihm verwalteten ERP-Sondervermögen sowie durch Spenden und Teilnehmer*innen-Beiträge.

 

Presseeinladung zur Feierstunde:

Am Montag, 16. April 2018 um 18.30 Uhr begeht das Programm Germany Close Up sein zehnjähriges Bestehen mit einer Feierstunde in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Str. 28-30, 10117 Berlin.
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme an:
schmidt[at]asf-ev.de.

 

 

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