Presse | Pressemitteilung | 31. Oktober 2018

Aktion Sühnezeichen-Gründer ist „Gerechter unter den Völkern“

Jochen Kreyssig (links) nimmt de Ehrung vom Botschafter entgegen.
Foto: Botschaft des Staates Israel /Ruthe Zuntz

Am 30. Oktober 2018 sind Lothar und Johanna Kreyssig mit der Ehrung „Gerechte unter den Völkern“ der israelischen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem ausgezeichnet worden. Sie hatten 1944 die Jüdin Gertrud Prochownik auf ihrem Hof in Brandenburg versteckt und ihr so das Leben gerettet. Lothar Kreyssig hatte Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) vor 60 Jahren gegründet.

Der Botschafter des Staates Israel, S. E. Jeremy Issacharoff
, sagte in seinem Grußwort: „Als Lothar und Johanna Kreyssig Gertrud Prochownik versteckten, retteten sie nicht nur ein Menschenleben, sie retteten ein Universum an Werten. Vor 60 Jahren hat Lothar Kreyssig ASF gegründet. Die Organisation leistet bis heute außergewöhnliche Arbeit mit Holocaustüberlebenden und vielen anderen Aktivitäten.“

Dr. Dagmar Pruin, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
, sagte in ihrer Rede: „Die Ehrung von Lothar und Johanna Kreyssig kommt zu einem wichtigen und damit richtigen Zeitpunkt, denn die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sind nicht anders zu bezeichnen als besorgniserregend. Rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegungen gewinnen an Zulauf und wirken hinein bis in die Mitte der Gesellschaft.“

Botschafter Issacharoff überreichte die Medaille „Gerechte unter den Völkern“ an Jochen Kreyssig, der die Auszeichnung für seine Eltern entgegen nahm.

Prof. Martin Kreyssig, Enkelsohn von Lothar und Johanna
, sagte: „Johanna und Lothar Kreyssig sind Vorbilder für mitmenschliches Handeln. Sie sind auch Vorbilder für eine ungehorsame Zivilgesellschaft der bürgerlichen Mitte, die sich Minderheiten wie Mehrheiten entgegen stellt, um Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Verantwortung für das Leben zu schützen.“

Hintergründe

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ehrt Nichtjüdinnen und Nichtjuden, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um Jüdinnen und Juden zu retten. Sie werden als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Bis heute haben 26.973 Männer und Frauen diesen Titel erhalten, darunter 616 Deutsche.

In den Freiwilligendiensten und Sommerlagern von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste engagieren sich jedes Jahr mehrere hundert überwiegend junge Menschen in Europa, den USA und Israel in Gedenkstätten, in der Begleitung von Überlebenden der Schoa, in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung und sozial Benachteiligten und in der politischen Arbeit. Interessierte können sich noch bis zum 15. November 2018  bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für einen Freiwilligendienst bewerben.

Bei der Ehrung sprachen auch zwei ehemalige Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Ihre Rede kann hier nachgelesen werden.

Pressekontakt
Lena Högemann, Pressesprecherin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
Tel. 030-283 95 203
Mobil: 01511 – 777 69 53

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