Blog | Freiwilligenbericht | 21. Januar 2018

Freizeit ohne Disko

Auf der Kinder-Sommerfreizeit in Shdanowichi bei Minsk

Ab nach Nadeschda! Einige Bewohner*innen des Heimes für Erwachsene mit Behinderung fuhren im Februar von Minsk aus wie fast jedes Jahr auf eine Winterfreizeit in die dortige Erholungsstätte. Endlich raus aus dem Heimalltag, raus auf's Land, und das auch noch mit mehr Betreuer*innen. Nadeschda beherbergt neben Schulklassen auch schon lange Freizeiten für Menschen mit Behinderung. Ein Highlight ist dabei immer der Disko-Abend: Ein großer Raum, laute Musik, buntes Licht. Und oft ist es das erste Mal, dass unsere Bewohner*innen mit anderen Jugendlichen und Erwachsenen in der Anlage in Kontakt kommen. Auch dieses Jahr war der Diskobesuch ein Spaß, egal wie alt, ob mit oder ohne Rollstuhl, ob schüchtern oder nicht, alle tanzten ein bisschen mit. Umso größer war die Enttäuschung am nächsten Tag, als es von der Leitung der Ferienanlage hieß, dass es gut wäre, wenn wir zum nächsten Disko-Abend bitte nicht mehr kommen würden. Die Eltern einiger Kinder hätten sich engagiert darüber beschwert, dass auch Erwachsenen mit Behinderung in der Disko waren. Das war natürlich nicht hinzunehmen, aber die Leitung der Anlage blieb dabei. Als Kompromiss bot sie an, einen separate Disko-Abend für Menschen mit Behinderung und ihre Betreuer*innen zu veranstalten. Aber das war natürlich nicht das Gleiche.

Schon die Freizeit in diesem Sommer fand in einer anderen Anlage statt. Dort waren wir nur mit den Kindern aus unserem benachbarten Kinderheim. Wir sind fast jeden Abend in die Disko gegangen und wurden herzlich aufgenommen.

Lucas Oswald, geb. 1998, war 2016-17 Freiwilliger bei der belarussischen Organisation zur Hilfe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Minsk (BelApDi i MI)

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