Antisemitismus

Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus wird immer wieder von Debatten und Kontroversen begleitet. Es wird darüber diskutiert, bei welchen Gruppen Antisemitismus besonders ausgeprägt ist: bei Alteingesessenen? Zugewanderten? Christ*innen? Muslim*innen? Rechten? Linken? Es wird darüber debattiert, was unter Antisemitismus gefasst werden kann: Kritik an israelischen Politiker*innen? Die BDS-Bewegung?

Diese Debatten, die auch die Forschung beschäftigen, sind gut und richtig, weil davon auch die zielgerichtete Arbeit gegen Antisemitismus abhängt. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Thematisierung von Antisemitismus schnell und oft Widerspruch hervorruft. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass nach der Shoah niemand den Vorwurf auf sich ziehen möchte, antisemitisch zu sein.  Gleichzeitig wissen wir, dass nach 1945 die antijüdischen Ressentiments nicht einfach verschwunden sind, sondern in Erzählungen, Debatten und den Medien weiterleben und sich – oft über Umwege – auf andere und neue Weise äußern.

Wir dürfen bei allen Debatten nicht aus dem Blick verlieren, was Antisemitismus vor allem bedeutet: die Bedrohung und Verletzung der Sicherheit, Freiheit, Integrität, Mitbestimmung und Beteiligung von Jüdinnen und Juden. Und das geht nicht nur Jüdinnen und Juden etwas an, sondern uns alle, denn damit gerät unser demokratisches Miteinander weiter in Gefahr.

Wir möchten Sie mit diesem zeichen einladen, sich mit den verschiedenen Facetten des Judenhasses zu beschäftigen und sich mit uns gemeinsam weiter gegen Antisemitismus zu engagieren.

Das Antisemitismus-Paradox

Der Frankfurter Historiker Meron Mendel beobachtet in der deutschen Gesellschaft ein Antisemitismus-Paradox: der Vorwurf des Antisemitismus scheint oft schwerer zu wiegen als Antisemitismus selbst. Anstatt danach zu fragen, ob jemand Antisemit*in sei, müsse vielmehr auf verwendete antisemitischen Bildern und Codes geachtet werden.

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Die Macht der ernsten Augen

Luigi Toscano fotografiert seit 2015 Überlebende des Holocaust. Im Projekt "Gegen das Vergessen" werden 78 der insgesamt 400 Porträts ausgestellt. Im Interview spricht er auch über die antisemitischen Zerstörungen einiger Bilder und die davon ausgelöste Solidarisierungswelle gegen Antisemitismus und Hass.

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Widerstand gegen Antisemitismus muss aus der Zivilgesellschaft kommen

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) wurde 2015 gegründet und hat seither zusammen mit jüdischen und nicht-jüdischen Organisationen ein berlinweites Netzwerk für die Meldung antisemitischer Vorfälle aufgebaut. Jutta Weduwen sprach mit Alexander Rasumny.

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Umweg-Kommunikation

Hinter Kritik an Israel kann sich auf vielfältige Art und Weise Antisemitismus verbergen. Es gilt, achtsam gegenüber antisemitischen Motiven und Feindbildern zu sein, auch dann, wenn sie über Umwege kommuniziert werden. ASF distanziert sich klar von der BDS-Bewegung.

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Es braucht den 'Aufstand der Anständigen'

Sigmount A. Königsberg von der Jüdischen Gemeinde in Berlin, im Interview mit Dagmar Pruin über Antisemitismus im Alltag und was dagegen zu tun ist: ein soldarisches, dauerhaftes Zeichen von der breiten Bevölkerung statt vielsagendem Schweigen.

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Hass als Prinzip. Antisemitismus in der extremen Rechten

Henning Flad von der BAG K+R geht auf die Frage ein, inwieweit Antisemitismus in rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien auftaucht, die sich immer wieder als die besonderen Verbündeten von Jüd*innen ausgeben.

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Antisemitismus in den USA - eine transatlantische Perspektive

Der Antisemitismus in den USA wird zunehmend stärker und lauter - so empfinden es viele junge amerikanischen Jüd*innen, die am deutsch-amerikanisch-jüdischen Begegungsprogramms Germany Close Up teilgenommen haben. Dagmar Pruin berichtet von besorgniserregenden Veränderungen im öffentlichen und politischen Klima - angefangen mit dem rechtsextremistischen Aufmarsch in Charlottesville 2017. Diese Veränderungen beeinflussen die Arbeit von GCU nachhaltig.

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Die Kirchen im Kampf gegen Antisemitismus - auf schwierigem Terrain

Wie weiter mit der Kritik des Antisemitismus im Kontext der Evangelischen Kirche? Der Soziologe Klaus Holz greift drei zentrale Themen auf, mit denen sich evangelische Institutionen und Personen in der Zukunft auseinandersetzen sollten: Selbstreflexion, die fehlerhafte strikte Trennung von christlichem und säkularem Antisemitismus und die Abschottung antikolonialer Rassismuskritik gegen Antisemitismuskritik.
Foto: Gundi Abramski

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Antisemitismuskritische Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft

In der Debatte um Antisemitismus werden häufig einseitig Migrant*innen antisemitische Ressentiments zugeschrieben und damit rassistische Vorurteile reproduziert. Der ASF-Arbeitsbereich "Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft" (AMIGRA) nimmt deshalb die Gesamtgesellschaft in den Blick. In den Bildungsprogrammen von AMIGRA setzen sich Menschen mit Einwanderungsgeschichte mit deutscher Zeitgeschichte, etwa der NS-Zeit, auseinander.

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Vorurteile, Lügen und Missverständnisse verlernen

Die Rubrik "Zum Verlernen" ist ein Bestandteil der Predigthilfe-Schriftreihe von ASF. Dafür zuständig ist unter anderem Helmut Ruppel, der im Folgenden erklärt, was denn verlernt werden müsste – und auch gleich ein Beispiel gibt.

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Arbeitet wie eine Taskforce

Der Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus setzt ein vielfältiges Instrumentarium zur Eindämmung des Antisemitismus ein: Beobachtung, Forschung, Handlungsempfehlungen. Elke Gryglewski über die Ergebnisse des zweiten Berichts des Expertenkreises. Foto: RIAS

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Und wie sieht es in anderen Ländern aus - in puncto Antisemitismus?

Über eine steigende Atmosphäre der Angst, antisemitischen Vandalismus und offene Gewalt gegenüber Überlebenden des Holocaust berichten die Länderaufbeauftragten von ASF in Großbritannien, Russland und Frankreich.

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„In Berlin hat es begonnen, in Berlin endet es"

Der Holocaust-Überlebende Arthur Langerman übergab dem Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin einzigartige Sammlung mit Artefakten des visuellen Antisemtismus. Barbara-Maria Vahl hat mit dem Direktor des Zentrums, Prof. Dr. Uffa Jensen, über die Sammlung und seine Forschungsarbeit daran gesprochen.

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Antisemitismus

Die zweite Ausgaben des zeichens nähert sich mit dem Thema Antisemitismus aus verschiedenen Perspektiven: Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Theolog*innen sowie andere Expert*innen geben ihre Einschätzungen zu steigenden antisemitischen Tendenzen in und außerhalb Deutschlands ab. Mit einem Ergebnis: Engagement gegen Antisemitismus ist so wichtig wie lange nicht.

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