Gottesdienstbesuche am 9. November 2014

Am Abend des 9. Novembers hatten sich 75 Menschen in der Französischen Friedrichstadtkirche zusammengefunden, um den Opfern der Reichspogromnacht zu gedenken. In einem Gottesdienst, den die AG Theologie gestaltet hatte, wurde gelesen und gesungen, gehört und geschwiegen. Es war eine andächtige Stimmung, die von schöner Orgelmusik begleitet wurde.

Wir hörten Auszüge aus der Bußtagspredigt Helmut Gollwitzers vom 16. November 1938, die in dem ASF-Gedenk-Gottesdienst bereits eine Tradition haben. Wieder haben die Worte Gollwitzers sehr bewegt, wenn er sagt „Wer soll denn heute noch Buße predigen? Ist uns nicht allen der Mund gestopft an diesem Tage?“ Trotzdem sind wir dankbar, dass Menschen wie Gollwitzer nicht geschwiegen, sondern den Mund aufgemacht haben.

Die Predigt des Gottesdienstes, die den Text der Verleugnung des Petrus aus dem Markusevangelium zum Thema hatte, konnte uns Hoffnung und Kraft geben, mit den vergangenen Verbrechen aber auch mit den heute aktuellen Ungerechtigkeiten umzugehen und gegen Diskriminierung und Antisemitismus das Wort zu erheben.

Nach dem Gottesdienst lud die AG Theologie zum Beisammensein bei Wein und intensiven Gesprächen ein. Viele Gottesdienstbesucher_innen sind dieser Einladung gefolgt und tauschten sich über die Gedanken und Anregungen aus dem Gottesdienst aus.

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