Kyrie-Texte / Sündenbekenntnisse

Sündenbekenntnis

Ein reines Herz schaffe mir, Gott,
einen festen Geist erneure in meinem Innern!
Verwirf mich nicht vor deinem Antlitz,
den Geist deiner Heiligung nimm nicht von mir!
Gott, lass uns trauern lernen um die Geschundenen und
Erschlagenen deines Volkes Israel, um die Verfolgten und
zu Tode Gequälten aller Völker, die die Anschläge
der Mörder nicht überlebt haben.
Gott, lass uns lernen, zornig zu werden mit dir und
deinem Volk über Verleumdung und üble Nachrede,
mit den von Rassismus und Sexismus Bedrohten vieler
Glaubens- und Lebensformen.
Stärke uns und unseren Glauben! Vergib uns unsere
Schuld! Erbarme dich unser! Amen

Sündenbekenntnis

Heute mahnen uns die Kerzen auf dem Altar.
Sie brennen für die Länder der Erde, in denen Krieg ist.
Sie brennen für alle Menschen, die in diesen Kriegen
ihr Leben lassen mussten. Sie brennen für die Menschen,
die durch Bomben und Terror umgekommen sind.
Sie brennen gegen alle Brutalität und Sinnlosigkeit
der Kriege und Kämpfe zwischen verfeindeten Menschengruppen.
Sie brennen und verzehren sich für die Millionen
Frauen, Kinder und Männer, die in den Konzentrationslagern ermordet
worden sind.
Sie brennen heute für alle Menschen auf der Welt,
die durch Menschen gefoltert und getötet werden.
Sie mahnen und erinnern uns an unsere eigene Friedlosigkeit.
Und unseren tyrannischen Umgang mit der Schöpfung,
an die grausame Behandlung der von uns unterworfenen Tiere,
an den gnadenlosen Umgang mit Erde, Wasser und Luft.
Nach deinem Willen, Gott, dürfen wir gemeinsam in deiner
Schöpfung leben, Tiere, Pflanzen und Menschen.
Doch wir zerstören, was du kunstvoll geformt hast.
Wir lassen dein Schöpfungslied nicht in uns klingen,
lernen nicht aus dem Zug der Kraniche, was an der Zeit ist!
Dein Wort findet uns nicht, unsere Gedanken sind mit vielem beschäftigt,
nicht aber mit dem Blühen der Blumen und den Lauten der Tauben.
Ein neues Sehen, ein neues Hören schaffe in uns, Gott,
einen aufmerksamen Geist erneuere in unserem Inneren,
verwirf uns nicht von deinem Angesicht und nimm den
Geist deiner Heiligung nicht von uns. Deine Gnade rufe unsere
Gerechtigkeit ins Leben! Erbarme dich unser!

Sündenbekenntnis

I. Heute mahnen uns die Kerzen auf dem Altar:
Sie brennen für die Länder der Erde, in denen Krieg wütet.
Sie brennen für alle Menschen, denen in diesen Kriegen ihr
Leben geraubt wurde. Sie brennen für die Menschen, die durch
Bomben und Terror umgekommen sind. Sie brennen gegen
alle Brutalität, die Menschen Menschen antun können…

II. Unser Vater, erbarme dich der gefolterten Freiheit,
der verlachten Sehnsucht, der verhandelbaren Wurde,
des vermarkteten Lebens auf dieser Erde, des alltaglichen
Massensterbens von Kindern – wenn du die Liebe bist!

I. Gott, erwecke in uns die Sehkraft des Herzens, die
Falschmunzerreden zu durchschauen:
Sie preisen die todlichen Waffen als Friedensbringer,
sie schrecken uns mit dem Verlust von Arbeitsplatzen
in Kenntnis der vollautomatischen Waffenschmieden.
Wir sind ein Land profitabler Waffenverkaufe geworden.

II. Sie geben sich als Beschützer des Lebens aus, während die
Atemluft täglich schlechter wird. Riesenmengen an
Energie werden verschwendet, die allen Menschen gehört
und nicht in die Düsenjets gehört.
Ermutige uns, den stummen Komplicenstand aufzugeben,
dem wir in der Industrieherrschaft angehören.

Sündenbekenntnis

Unser Vater, der du die Abende dunkeln lässt
und die Morgende heraufführst,
das Leben, das du uns gegeben hast, ist manchmal
sehr schwer. Oft ist es gar nicht zu erkennen und
bringt uns zum Verzweifeln.
In guten Zeiten denken wir: Nun haben wir es endlich
geschafft. In schlechten Zeiten zweifeln wir daran, dass
du für uns sorgst.
Mach uns frei von dem Hochmut, dass wir dich eigentlich
gar nicht brauchen, aber auch frei von dem Misstrauen,
dass du uns nicht begleitest und hilfst.
Was hindurch scheint durch vieles, was wir tun, ,ist Kälte,
ist Hass, ist Ungerechtigkeit.
Was sichtbar wird unter uns, ist allzu oft Zerstörungslust,
ist blinde Wut und Besitzgier.
Was überall erkennbar wird, ist Teilnahmslosigkeit,
immer wieder Teilnahmslosigkeit.
Was durch viele Worte hindurch klingt,
ist Täuschung, ist Lüge, Gefühllosigkeit.
Wir bekennen vor dir und gegenseitig:
Wir haben viel versäumt, Gott, an dir und untereinander:
Zeit verplanten wir ohne dein Wort, ohne Gebet,
ohne Dank für deine Zeichen der Nähe und Begleitung.
Wir haben viel versäumt, Gott, an dir und untereinander:
Lüge benutzten wir zur Täuschung;
Worte spitzten wir an zu Pfeilen:
Sie trafen Menschen und verwundeten.
Wir haben viel versäumt, Gott, an dir und untereinander:
Hungrigen gaben wir nichts zu essen,
Durstigen nichts zu trinken,
Fremde nahmen wir nicht auf,
Kummervollen gaben wir keine gemeinsame Zeit;
Kranke haben wir nicht besucht,
Verstörten keinen Brief gesandt.
Mit denen, die keinen Ausweg sahen, keine Stunde gegangen.
Wir haben viel versäumt, Gott, an dir und untereinander.
Erbarme dich unser. 


Unser Vater in den Himmeln, der du die Abende dunkeln lässt
und die Morgen heraufführst, bewahre uns, kraftlos vor der Gewalt
zu resignieren. Lehre uns, dass Zurückhaltung der stärkste Ausdruck
von Macht ist, dass Besonnenheit und Mitgefühl Zeichen der Stärke sind.
Hilf uns, unsere Feinde zu lieben, nicht dadurch, dass wir ihre Aggressionen
hinnehmen, sondern dadurch, dass wir unserer eigenen Aggressionen
gedenken. Lass uns niemals auch nur einen Augenblick lang vergessen,
dass sie von derselben Speise genährt, von denselben Waffen verwundet werden
und dass sie Kinder haben, für die sie dieselben Hoffnungen hegen wie wir.
Gib uns die Fähigkeit, Freude und Stärke nicht in dem schrillen Ruf
zu den Waffen zu finden, sondern darin, unsere Mitgeschöpfe in ihrem Streben
nach Gerechtigkeit und Wahrheit zu verstehen.

Nach "Gewalt überwinden" in Laudate omnes gentes, 118

Sündenbekenntnis

Der du unsere Geburt gewollt hast,
unser Aufwachsen,
unsere besseren Jahre.
Brich in uns die Macht zur Verdrängung,
dieses faule, bange Vergessen, Nicht-Wissen,
Nicht-Wissen-Wollen, dieses Tun,
als ob es nur halb so schlimm ist, dieses Selbst-Beschwichtigen,
dass wir es ja persönlich nicht gewesen sind;
dass auch manche vielleicht selbst schuld waren;
dass auch wir haben leiden müssen;
dieses "So ist das Leben" und "Es muss auch mal Schluss sein".
Der du unsere Geburt gewollt hast,
unser Aufwachsen,
unsere besseren Jahre,
der das Leben so nicht gemeint hat, ruf uns an:
"Wie kostbar ist deine Freundlichkeit, Gott!"
"Mensch, wo sind deine Geschwister?"
Stoße uns wach, der du in unserer Welt so mächtig bist
wie Menschen gut sind!
Bring uns zur Einsicht,
dass wir zu unserem grundlosen Unrecht von abfälligen Reden,
verachtungsvollen Urteilen,
stummem Zuschauen und passivem Hinnehmen der Gewalt stehen müssen,
seine Opfer erinnern und sie als unseren Bruder und unsere Schwester
endlich begreifen!
Der du unser Ursprung bist!
Vor deinem Angesicht lass uns der Toten gedenken
und aufstehen gegen den Tod in allen seinen Formen.
Werde in uns Herz und Verstand,
dass wir fähig werden gegen den Ungeist aufzustehen,
wenn schon nicht damals, so dann heute.
Strecke deine Hand aus bis dahin, wo wir noch tot sind.
Vergib uns und mache, heute noch, mit uns einen neuen Anfang.
Erbarme dich unser, dass wir der Toten gedenken und es nicht hinnehmen,
dass unsere Erde noch einmal so verwildert.

Paraphrase nach Huub Oosterhuis, Um Recht und Frieden. Gebete, Düsseldorf
1989

 

 


Texte ohne Quellenangabe entstammen der Predigthilfen-Redaktion

Friedensdekade

Zur Ökumenischen Friedensdekade gibt ASF eine aktuelle Predigthilfe heraus. Hier finden Sie Impulse für Predigt, Liturgie und Materialien für die Gemeinde sowie Freiwilligenberichte.

Hier geht's zum Download der Predigthilfen sowie zum Bestellformular für die gedruckte Ausgabe.

  • Gefördert vom:
  • im Rahmen des Bundesprogramm
  •  
  •