“Reconciling Lives”

Geschichte bekam plötzlich ein Gesicht - Junge Menschen begegnen Überlebenden des Holocaust

Als Robert Behr 20 Jahre alt war, wurde der junge jüdische Berliner mitsamt seiner Familie ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Er und seine Eltern hatten Glück, sie überlebten das KZ und wanderten nach Ende des Zweiten Weltkriegs in die USA aus. Als Tilman Wiesners Grossvater 20 Jahre alt war, arbeitete er als Wächter im Konzentrationslager Buchenwald.

Was er dort genau getan hat, weiss Tilman bis heute nicht. Sein Grossvater redet nicht gern darüber. Manchmal bricht er in Tränen aus, wenn man ihn auf das Thema anspricht. Mehr als 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg begegnen der 20-jährige Tilman Wiesner, der etwa gleichaltrige Fabian Pähr und rund 20 andere junge Deutsche Robert (Bob) Behr im United States Holocaust Museum in Washington DC. Bob tritt dort als Zeitzeuge auf, die jungen Deutschen sind für einen einjährigen Freiwilligendienst mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in die USA gekommen.

Am Ende seines Vortrages sagt Bob den Jugendlichen: “Ihr seid von nun an meine Botschafter. Ich werde nicht mehr sehr lange leben. Aber ihr werdet da sein. Und alles, was ihr hier gelernt habt, woran ihr glaubt, müsst ihr nun weitergeben.” Die Idee für dieses Buch entstand vor einigen Jahren, als der amerikanisch-jüdische Autor und Fotograf Alvin Gilens mit einem ehemaligen Freiwilligen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste über seine ersten Begegnungen mit Holocaustüberlebenden in den USA Anfang der 80er Jahre sprach. Waren die Überlebenden, die nach dem Holocaust meist jeden Kontakt zu Deutschen gemieden hatten, am Anfang oft sehr zurückhaltend, entwickelte sich im Laufe der Zeit ein sehr inniges Verhältnis zwischen dem jungen Deutschen und den Verfolgten der NS-Diktatur.

Alvin Gilens erkannte das Besondere in den Beziehungen zwischen deutschen ASF-Freiwilligen, ihren „Klienten“ und Projektpartnern und beschloss, ein paar dieser einzigartigen Beziehungsgeschichten zu dokumentieren. Im vorliegenden Buch porträtiert Gilens ASF-Freiwillige und ihre Arbeit mit Überlebenden in den USA, in Tschechien, Großbritannien und Israel in den Jahren 2009/2010. „Dies sind Geschichten, in denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft widerspiegeln“, so Autor Alvin Gilens.

Danksagung: Die Entstehung dieses Buch wurde finanziell unterstützt von der Allianz of America, der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” , Ralph und Jan Baxter, Barbara und Charles Kahn Jr., Philip und Annabel Lindy, Jan und Sandi Saltzman sowie Lilian Sicular.

Das Buch kann direkt bei ASF bestellt werden und kostet 19,90 Euro:

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
Auguststr. 80,
D-10117 Berlin
Telefon: 030 / 28 395 - 184
Telefax: 030 / 28 395 - 135
E-mail: asf(at)asf-ev.de

Leserkritik zum Buch auf unserer amerikanischen ASF-Webseite

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