Begegnungen, die verändern

„Ich habe mit der Spitzhacke ausgeholt und bin umgefallen“, erzählt Regina Lawrowitsch. Als Zehnjährige war sie von ihrer Familie getrennt und zur Zwangsarbeit gezwungen worden. Weit weg von ihrem Heimatdorf in der weißrussischen Sowjetrepublik, baut sie in der Normandie mit tausenden anderen Zwangsarbeiter*innen den Atlantikwall, um die Alliierten aufzuhalten.

Regina Lawrowitsch

Zwischen 1939 und 1945 wurden über 13 Millionen Frauen, Männer und Kinder aus vielen Teilen Europas deportiert und gezwungen, für das nationalsozialistische Deutschland Zwangsarbeit zu leisten. Regina Lawrowitsch überlebt. Sie kehrt zurück in ihre Heimat – und muss der Mutter versprechen, niemals von dieser Zeit zu erzählen. Erst als Rentnerin teilt sie ihre Geschichte und beginnt zu kämpfen. In Minsk gründet sie den Verein für ehemalige minderjährige Zwangsarbeiter*innen: „Dolja“ – Schicksal, Sprachrohr und Treffpunkt für die vergessenen Opfer des Krieges. Schon bald unterstützen auch ASF-Freiwillige den Verein, besuchen die Mitglieder zu Hause und helfen ihnen im Haushalt. Sie packen dort mit an, wo es notwendig ist. Und sie hören die Geschichten und bewahren die Erinnerung von Regina und den anderen. Durch die Begegnung zwischen den jungen Freiwilligen und den Überlebenden und ihren Nachkommen geschieht Veränderung. Das tatkräftige Handeln lässt eine Zukunft aufscheinen, die ohne dieses Tun nicht erfahrbar und damit auch nicht denkbar ist. Für die Freiwilligen ist diese Erfahrung prägend und gibt ihnen Grund und Grundlage, sich hier in Deutschland gegen Rassismus und Antisemitismus einzusetzen. Und das ist in diesen Tagen notwendiger denn je. Die heute 86-jährige Regina Lawrowitsch lächelt: „Ich habe mich riesig gefreut, als einer der ersten jungen Freiwilligen auch noch ein Sommerlager organisierte.“ Ihr Blick wandert zu Evelin, Maja und Rita, die bei der Konferenz zur „Entwicklung einer Strategie für würdevolles Altern“ mithelfen. Die drei ASF-Freiwilligen haben erst vor wenigen Wochen ihren Friedensdienst in Minsker Partnerorganisationen begonnen.

Sie ermöglichen mit Ihrer Spende, dass weiterhin Überlebenden tatkräftig geholfen wird und dass junge Freiwillige zum Engagement befähigt werden. Herzlichen Dank für dieses wertvolle Geschenk!

Im Namen des Vorstandes und der Mitarbeiter*innen bei ASF wünschen wir Ihnen von Herzen eine gute und frohe Weihnachtszeit und verbleiben mit allen guten Wünschen Ihre

Dagmar Pruin und Jutta Weduwen

Mehr Informationen zur Arbeit von ASF-Freiwillige mit ehemaligen minderjährigen Zwangsarbeiter*innen

Bildergalerie:

links: Regina Lawrowitsch, Foto: Sanne Kaperlat

rechts: Foto privat, Familie Lawrowitsch

Regina Lawrowitsch gestern und heute

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