Termine | Digitale Jubiläumsveranstaltung | 28. November 2021

60 Jahre ASF in Israel

Am 28. November 2021 hat Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. das 60-jährige Jubiläum der Arbeit von ASF in Israel im Rahmen einer digitalen Jubiläumsveranstaltung begangen. Außenminister Heiko Maas hielt ein Grußwort.

Bundesaußenminister Heiko Maas hob den besonderen Stellenwert der Arbeit von ASF in Israel hervor: „Aktion Sühnezeichen (…) gehörte vor 60 Jahren zu den Freiwilligendiensten, die mutig Grundsteine für die deutsch-israelische Annäherung und Freundschaft der folgenden Jahre legten.“ Die deutsche Botschafterin in Israel, Dr. Susanne Wasum-Rainer, bekräftigte in ihrem Grußwort: „Ohne die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste könnten wir heute nicht auf die Tiefe und Vielfalt der gegenseitigen Beziehungen zurückschauen.“

Sowohl der Bundesaußenminister als auch die deutsche Botschafterin und der israelische Botschafter in Deutschland, S.E. Jeremy Issacharoff, dankten den ehemaligen und aktuellen ASF-Freiwilligen für ihren Einsatz und ihr Engagement in Israel: „Für die Arbeit von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste Israel empfinde ich Hochachtung. Diese Hochachtung hängt mit den vielen Freiwilligen zusammen, deren großartige Arbeit in Israel ich Jahr für Jahr erleben darf“, würdigte Dr. Susanne Wasum-Rainer das Engagement vor Ort.

Im Oktober 1961 gingen die ersten Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen nach Israel, wo sie im Kibbuz Urim aufgenommen wurden und gemeinsam mit den „Chaverim“, den Kibbuz-Bewohner*innen, lebten und arbeiteten. Damit leisteten sie – vier Jahre vor der Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel - Pionierarbeit in den deutsch-israelischen Beziehungen.

„Es beeindruckt uns noch immer sehr, dass im Jahr des Eichmann-Prozesses und nur 16 Jahre nach der Shoah Sühnezeichen-Freiwillige in Israel empfangen wurden. Für diese Bereitschaft und Offenheit zur Aufnahme von ASF-Freiwilligen sind wir den damaligen und heutigen Partner*innen in Israel äußerst dankbar“, sagt ASF-Geschäftsführerin Jutta Weduwen.

Seit 1961 haben inzwischen weit mehr als 1.000 Freiwillige mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel einen Friedensdienst geleistet. Seit 1998 organisiert ASF jährlich eine deutsch-israelische Jugendbegegnung und auch Israelis kommen für einen einjährigen Freiwilligendienst nach Deutschland.

In Israel besuchen die Freiwilligen Überlebende der Shoah, unterstützen die Arbeit in Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen gegen Antisemitismus, assistieren Menschen mit Beeinträchtigungen und engagieren sich für sozial benachteiligte Menschen, etwa in Einrichtungen für Geflüchtete und in Frauenhäusern.

Mit den langfristigen Freiwilligendiensten, den zweiwöchigen ASF-Sommerlagern und Sozialpraktika für Auszubildende kann ASF in Israel einen herausragenden Beitrag zur deutsch-israelischen und christlich-jüdischen Verständigung leisten. Das Anliegen von ASF, Menschen für die heutigen Folgen der NS-Gewaltgeschichte zu sensibilisieren und aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten entgegenzutreten, bleibt in der gegenwärtigen politischen Situation besonders relevant.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von ASF in Israel liegt auf der Begegnung mit Überlebenden der Shoah.

Der Festakt fand am Sonntag, den 28.11.2021, von 17.00-18:30 Uhr (MEZ) online statt. Neben einem Grußwort des Außenministers Heiko Maas gab es Beiträge der deutschen Botschafterin in Israel Dr. Susanne Wasum-Rainer, des israelischen Botschafters in Deutschland Jeremy Issacharoff sowie von Prof. Dina Porat, der leitenden Historikerin von Yad Vashem.

Ein Kurzfilm gab einen Einblick in die Bedeutung der 60-jährigen Arbeit von ASF in Israel. So fanden schon vor Aufnahme der diplomatischen Beziehungen Begegnungen zwischen dem damaligen Premierminister David Ben-Gurion und ASF-Freiwilligen statt. Der Kurzfilm kann für die Pressearbeit schon vorab zur Verfügung gestellt werden.

In einem Podiumsgespräch der ASF-Geschäftsführerin Jutta Weduwen mit der Shoah-Überlebenden Tamar Landau, ehemaligen ASF-Freiwilligen und Projektpartnern ging es um die besondere Bedeutung der Freiwilligenarbeit von ASF in Israel.

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