Stadtteilmütter-Film:
„Es ist auch meine Geschichte“

Film-Ausschnitt: „Es ist auch unsere Geschichte“

Film-Ausschnitt: „Es ist auch unsere Geschichte“

Ein Film von Julia Oelkers mit Emine Elçi, Hanadi Mourad und Memduha Yagli sowie u.a. Margot Friedlander, Rolf Joseph und Petra Rosenberg.

Für den Film „Es ist auch meine Geschichte – Stadtteilmütter auf den Spuren des Nationalsozialismus“ hat die Filmemacherin Julia Oelkers mit Emine Elçi, Hanadi Mourad und Memduha Yagli drei Stadtteilmütter aus Berlin-Kreuzberg und Neukölln über mehrere Monate begleitet: u.a. bei einem Besuch der Synagoge in Berlin-Charlottenburg, zum ehemaligen „Zigeunerlager“ in Berlin-Marzahn und zu einem Mietshaus in Berlin-Kreuzberg. Hier spricht die heute 89-jährige Margot Friedlander mit den Frauen darüber, wie ihre Mutter und ihr Bruder am 20. Januar 1943 von der Gestapo zum Transport in die Vernichtungslager abgeholt wurden. Julia Oelkers fragt Emine Elçi, Hanadi Mourad und Memduha Yagli aber auch nach ihren eigenen Geschichten von Flucht, Herkunft und Migration.

Stadtteilmütter auf den Spuren des Nationalsozialismus

Der Film „Es ist auch meine Geschichte“ lässt die ZuschauerInnen teilnehmen an den Gesprächen mit Überlebenden der Schoa und deren Angehörigen und hört den Frauen und ihren GesprächspartnerInnen zu. Mit Emine Elçi, Hanadi Mourad und Memduha Yagli kommen in dem 30-minütigen Dokumentarfilm Frauen zu Wort, die als „Stadtteilmütter“ in Kreuzberg und Neukölln andere Familien begleiten und beinahe täglich mit Stereotypen und Vorurteilen konfrontiert sind.

„Mit Migrantinnen, die in Berlin-Neukölln leben, werden in der deutschen Öffentlichkeit oft bildungsunwillige Musliminnen assoziiert, die altmodisch, unemanzipiert und tendenziell antisemitisch sind. Und die sich für Themen der deutschen Gesellschaft nicht interessieren. Mit all diesen Klischees räumt Julia Oelkers gerade mal dreißig Minuten langer Film auf. Gleichzeitig überrascht er mit einer Vielzahl von Erkenntnissen“, rezensiert Silke Bartlick in der Deutschen Welle den Film.

Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Çiçek Bacik, Sprecherin des Türkischen Bunds in Berlin-Brandenburg, waren sich im Filmgespräch anlässlich der Premiere am 7. April 2011 einig: Der Film sei ein „mehr als sehenswerter Film“ und ein „dringend notwendiger Beitrag in einer oftmals polemisch geführten Debatte“. Mehr als 220 BesucherInnen, darunter viele Stadtteilmütter und Engagierte aus der historisch-politischen Bildung, waren zur Premiere ins Passage-Kino nach Berlin-Neukölln gekommen.

Der Film ist auch ein Ergebnis des preisgekrönten Projekts „Stadtteilmütter auf den Spuren der Geschichte“, das Aktion Sühnezeichen Friedensdienste seit fünf Jahren gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Neukölln-Oberspree e.V. organisiert. Ziel des Projekts ist es, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus für alle zugänglich zu machen – und die Gesellschaft für die Geschichte(n) der Eingewanderten zu öffnen.

Die Filmemacherin Julia Oelkers, Jahrgang 1967, arbeitet als Autorin u.a. für mehrere ARD-Anstalten. Kameramann Lars Maibaum, Jahrgang 1964, arbeitet als freier Kameramann ebenfalls für mehrere ARD-Anstalten. „Es ist auch meine Geschichte – Stadtteilmütter auf den Spuren des Nationalsozialismus“ ist eine Produktion von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. und autofocus Videowerkstatt.

DVDs des Films können für Veranstaltungen und Angebote der politisch-historischen Bildung kostenlos bei ASF bestellt werden: stegen@asf-ev.de

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