"Was tun, damit's nicht brennt" - Online Handreichung gegen rassistische Mobilisierungen veröffentlicht

Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus, Evangelische Akademie zu Berlin und Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin veröffentlichen den ersten bundesweiten „Leitfaden zur Vermeidung von rassistisch aufgeladenen Konflikten im Umfeld von Sammelunterkünften für Geflüchtete.“

Mit einem bundesweit einmaligen Online-Leitfaden „Was tun, damit’s nicht brennt“ reagieren die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R), die Evangelische Akademie zu Berlin und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin auf die steigende Anzahl von rassistischen und neonazistischen Gewalttaten gegen Sammelunterkünfte für Geflüchtete in Ost- und Westdeutschland. Auf 24 Seiten geben die Praktiker_innen aus der zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Beratungsarbeit gegen Rechtsextremismus zahlreiche Handlungsempfehlungen für „Willkommensbündnisse“ als wirksame Gegenmaßnahmen, Vorschläge zur Unterstützung von Geflüchteten und Empfehlungen zum Umgang mit AktivistInnen der extremen Rechten bei öffentlichen Veranstaltungen. Der Leitfaden richtet sich dabei an ein breites Spektrum zivilgesellschaftlicher Gruppen – von Kirchengemeinden und anderen Glaubensgemeinschaften über Nachbarschafts- und Gewerkschaftsgruppen bis hin zu antirassistische Initiativen, Flüchtlingsselbstorganisationen und Einzelpersonen.

„Aufgrund unserer Erfahrungen mit rassistischen Mobilisierungen, insbesondere in Berlin-Hellersdorf, wollen wir mit dem Online-Leitfaden all diejenigen unterstützen, die in größeren und kleineren Kommunen in Ost und West mit ähnlichen Kampagnen der extremen Rechten konfrontiert sind“, betonen die Herausgeber_innen des Leitfadens.
Insbesondere im Vorfeld der Europawahlen sowie der Landtags- bzw. Kommunalwahlen in Thüringen und Sachsen sei eine Eskalation extrem rechter Aktionen gegen Geflüchtete und Zuwanderer_innen zu befürchten. „Umso notwendiger ist es, jetzt durch Willkommensbündnisse vor Ort rassistischen Mobilisierungen entschlossen entgegen zu treten“, sagt Bianca Klose von der  Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin. „Diese Handreichung soll ein wirklich breites Spektrum unterschiedlicher Gruppen dazu ermutigen, sich gemeinsam vor Ort zu engagieren und etwaige Differenzen dabei auszuhalten“, betont Dr. Christian Staffa, Studienleiter an der Evangelischen Akademie zu Berlin. Die Herausgeber_innen des Leitfadens betonen dabei, dass sie die Unterbringung von Geflüchteten in Sammelunterkünften prinzipiell ablehnten – da diese aber derzeit in den meisten Bundesländern behördliche Praxis sei, „müssen wir den Geflüchteten auch unter diesen Bedingungen ein menschenwürdiges Leben ohne rassistische Gewalt und Diskriminierungen ermöglichen und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zur Verfügung stellen“, ergänzt Grit Hanneforth, Sprecherin der BAG K+R. Mit dem Titel „Was tun, damit´s nicht brennt“  solle zudem die Sorge der Herausgeber_innen vor einer Wiederholung der Eskalation rassistischer Gewalt wie in den frühen 1990er Jahren verdeutlicht werden.

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