Freiwilligendienst: Von der Bewerbung bis zur Rückkehr

Friedensdienst &  Freiwilligendienst im Ausland mit ASF: Von der Bewerbung bis zur Rückkehr - Ablauf

Freiwilligendienst & Friedensdienst im Ausland mit ASF: Von der Bewerbung bis zur Rückkehr - Ablauf

Auswahlverfahren

Wenn deine Bewerbung vollständig bei uns eingegangen ist, können wir dich zu einem mehrtägigen Info- und Auswahlseminar einladen. Bitte gib für die Einladung, die wir per E-Mail verschicken, auf jeden Fall deine E-Mail Adresse an!

Auf dem Seminar, welches in der Regel im Januar oder Februar stattfindet, informieren wir über ASF, Grundlagen und Ziele unserer Arbeit sowie über die Bedingungen eines Friedensdienstes mit ASF. In Gruppen- und Einzelgesprächen wollen wir gemeinsam mit dir feststellen, ob wir die „richtige“ Organisation für dich sind und ob die beiderseitigen Wünsche und Erwartungen soweit übereinstimmen, dass eine Zusammenarbeit möglich ist.

Wenn nach dem Info- und Auswahlseminar die Entscheidung für eine Zusammenarbeit gefallen ist, erhältst du als künftige/r Freiwillige/r einen Dienstvertrag. Dieser Vertrag muss innerhalb einer Woche unterschrieben an ASF zurückgeschickt werden.

Vorbereitung auf den Freiwilligendienst

Zur Vorbereitung gehört das Erlernen der Sprache (Sprachvorbereitung), ein mindestens zweiwöchiges Praktikum im sozialen Bereich, die (optionale) Teilnahme an einer Gedenkstättenfahrt oder an einem ASF-Sommerlager, der Aufbau eines Patenkreises (mehr dazu unter Finanzierung) und die selbstständige inhaltliche Vorbereitung auf das Projekt und das Land.

Begleitung und Vorbereitung während des Freiwilligendienst

Vorbereitungsseminar

Der Freiwilligendienst beginnt für die meisten Freiwilligen am 1. September und dauert 12 Monate. Die meisten Freiwilligen nehmen am Anfang ihres Dienstes an einem Vorbereitungsseminar in der Nähe von Berlin statt. Für Freiwillige der Ländergruppen Polen und Großbritannien findet dieses Seminar gemeinsam mit ukrainischen und polnischen Freiwilligen in Polen statt.

Neben dem gemeinsamen Kennenlernen und dem Kennenlernen der Geschichte und der gegenwärtigen Aufgaben von ASF stehen die historische, politische und soziale Themen im Mittelpunkt des Seminars.

Orientierungstage

Unmittelbar nach den Vorbereitungsseminaren finden die Orientierungstage im jeweiligen Gastland statt. Sie vermitteln vertiefende Einblicke in Kultur und Geschichte und geben wichtige praktische Infos und Tipps zum Ankommen und Leben im Gastland.

Länderseminare

Nach ca. 4 Monaten findet ein erstes Zwischenseminar im Gastland statt. Es dient einem ersten Erfahrungsaustausch über die Arbeit in den Projekten.

Im Frühjahr findet ein weiteres einwöchiges Zwischenseminar statt, oft bilateral mit einheimischen jungen Erwachsenen. Auf diesem Seminar arbeiten wir gemeinsam zu politischen und gesellschaftlichen Themen. In vielen Ländern arbeiten Freiwillige während des Dienstes mit biografischen und familienbiografischen Methoden, machen Recherchen und Führen Interviews.

Rückkehrseminar

Zwei bis drei Monate nach Dienstende findet ein Rückkehrseminar in Deutschland statt. Hier werden die Erfahrungen mit Freiwilligen aus verschiedenen Ländergruppen ausgetauscht und gemeinsam ausgewertet. Das Seminar gibt auch Einblicke, wo und wie sich ehemalige Freiwillige nach ihrem Dienst weiter politisch und sozial engagieren können.

In jedem Land, in dem ASF Projekte hat, werden die Freiwilligen vor Ort durch ein ASF-Landesbüro betreut.

"Nach dem Seminar habe ich gemerkt, dass mein Interesse für meine deutsche Vergangenheit geweckt wurde. Ich möchte mich mit der Geschichte meiner früheren Verwandten zur Zeit des Holocaust auseinandersetzen und mehr Fragen stellen, an die ich mich zuvor nicht so wirklich herangetraut habe. Auf die nächsten Seminare, die noch tiefer auf Fragen zum Thema Holocaust eingehen, wäre ich sehr gespannt."
Binta Sophie Camara

"Mir hat das Seminar sehr, sehr gut gefallen! Zum einen, weil ich viel über Länder, Projekte und Projektbereiche erfahren und erfragen konnte, zum anderen habe ich den Eindruck, dass sich umfassender als bei anderen Organisationen ein Bild gemacht wurde. Ich persönlich hatte eine echt schöne, sehr kurze Zeit hier und muss sagen, dass sie mich aber auch weitergebracht hat. Ich habe mir so viele Gedanken über Länder, Projekte, aber auch über Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und den Nationalsozialismus gemacht. Insgesamt eine tolle Erfahrung!"
Nina Blume

„Das „Unterfangen ASF"  fing für mich bereits vor über einem Jahr an, denn: am 1. November war Bewerbungsschluss für den Friedensdienst 2017/2018. Es hieß also, bis dahin die Bewerbungsunterlagen zu gestalten. Klar, bewerben muss man sich immer wenn man etwas machen oder erreichen will und das ist auch gut so, denn schon der Bewerbungsprozess war für mich eine ganz persönliche Vorbereitung auf den, dann hoffentlich folgenden, Friedensdienst. Während des Ausfüllens der Bewerbungsformulare und Beantwortens der Leitfragen wurde mir bereits klar, in welchen Projektfeldern und -ländern von ASF ich mich persönlich arbeiten und leben sehe und das ist bei der Vielzahl der verschiedenen Einrichtungen mit denen AFS zusammenarbeitet gar nicht so leicht gewesen. Dennoch hat es mir sehr dabei geholfen, vorbereitet und mit klaren Vorstellungen auf das Info- und Auswahlseminar im Februar zu fahren, nachdem ich im Dezember glücklich die ersehnte Einladung erhalten hatte.

„Vorbereitet“ ist in diesem Zusammenhang eher relativ zu sehen, denn tatsächlich hatte man nur wenig Ahnung von dem, was einem bei dem Seminar „in der Nähe von Berlin“, ein Code für das brandenburgische Werftpfuhl, genau erwarten würde. Tatsächlich waren die Tage in der Jugendbildungsstätte geprägt von spannenden Diskussionen und Begegnungen, sowohl mit den anderen Bewerbern, als auch mit ASF als Verein. Sie brachten einem vor allem dem näher, was dieses Jahr in einem anderen Land, mit vielen neuen Menschen und der gesellschaftlichen Arbeit sein würde. Natürlich blieb auch der gezielte Einblick in die Projektländer und individuellen Projekte nicht aus. Ich fuhr müde, aber auch enthusiastisch und begeistert von den Werten Aktion Sühnezeichens, wieder nach Hause.“
Judith Kaack