Freiwilligendienst in Russland

Freiwillige in Russland

Freiwillige in Russland

Russland ist ein riesiges Land, so dass die acht ASF-Freiwilligen nur einen kleinen Ausschnitt erleben können – aber diesen dann sehr intensiv. Die ASF-Projektpartner befinden sich im europäischen Teil des Landes, in Moskau – wo auch die ASF-Landesbeauftragte arbeitet – in Petersburg, Wolgograd, Nischni Nowgorod und Perm.

Freiwillige helfen älteren Menschen

Schwerpunkt der ASF Freiwilligenarbeit in Russland ist die Begleitung und Unterstützung von ehemaligen Zwangsarbeiter_innen und GULAG-Überlebenden. In diesem Arbeitsbereich kooperieren wir mit der Organisation Memorial, dem jüdischen Häftlingsverband und der Gemeinde Sarepta. Im Holocaustzentrum Moskau arbeiten die Freiwilligen in der historischen Bildung, unterstützen die Bibliotheks- und Archivarbeit und gestalten Unterrichtsstunden für russische Schüler zum Thema Holocaust auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR.

Freiwillige von ASF unterstützen auch Initiativen zur gesellschaftlichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen, in Moskau und Nischni Nowgorod arbeiten die Freiwilligen in Zentren, die Kinder und ihre Familien im Lebensalltag begleiten.  

In Russland trifft man auf extreme Armut, aber auch auf protzig zur Schau gestellten Reichtum. Kommunikationsfreudigkeit erleichtert die Lösung zahlreicher Probleme im Alltag enorm und fördert zudem das Erlernen der russischen Sprache. Experimentierfreudigkeit, Flexibilität und Belastbarkeit ist eine unbedingte Voraussetzung für einen längeren Aufenthalt in Russland.

Überlagerte Erinnerungen

Die Sowjetunion wurde explizit im Gründungsaufruf von Aktion Sühnezeichen im Jahr 1958 genannt. Bereits in den 1960er Jahren entstanden trotz Kaltem Krieg erste Kontakte, die zu Beginn der 1970er Jahre dazu führten, dass ASF-Studienreisen nach Minsk, Leningrad und Wolgograd (das ehemalige Stalingrad) stattfanden. Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen konnte die Entsendung von ASF-Langzeitfreiwilligen erst zum Ende der Perestroika realisiert werden. 1990 reisten erstmals ASF-Freiwillige nach Moskau und Leningrad und arbeiteten im Krankenhaus für Veteranen des „Großen Vaterländischen Krieges“ und in einem Behindertenheim.

Russland steht weiterhin in der Tradition einer sowjetischen Erinnerungskultur. Der Sieg über den Faschismus im „Großen Vaterländischen Krieg“ ist fester Bestandteil nationaler Identität. Eine NS-spezifische Verfolgung bestimmter Bevölkerungsgruppen - wie etwa der sowjetischen Juden - fand und findet im offiziellen Diskurs praktisch keine Erwähnung.

Man kann über die Auseinandersetzung mit dem NS in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nicht sprechen, ohne über die Erinnerungskultur oder besser die Kultur des Nichterinnerns in Bezug auf den Stalinismus zu stolpern. Die ASF-Partnerorganisationen, insbesondere die Menschenrechtsorganisation Memorial, gehören zu denjenigen, die dem Vergessen aktiv entgegen treten – und ASF-Freiwillige haben hier die Chance, hautnah gesellschaftliche Debatten mitzuverfolgen.

ASF vor Ort

Ansprechpartnerin für die Freiwilligen in Russland
Ute Weinmann 
Postfach 33
107023 Moskva
Fon/Fax: +7-499-400 41 31 

russland[at]asf-ev.de

Projekte vor Ort

Alle ASF-Projekte in Russland in der Übersicht

Freiwillige vor Ort

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