Freiwilligendienst in Russland

Freiwillige beim Länderseminar am Ladoga-See

Freiwillige beim Länderseminar am Ladoga-See

Russland, das flächenmäßig größte Land der Erde, erstreckt sich über gigantische Dimensionen, sodass die Freiwilligen nur einen kleinen Ausschnitt des Landes erleben können – diesen jedoch sehr intensiv. Die ASF-Projektpartner befinden sich im europäischen Teil des Landes, in Moskau – wo auch die ASF-Landesbeauftragte arbeitet – Sankt Petersburg, Wolgograd und in Perm.

Die Freiwilligen in Russland begleiten Überlebende des Nationalsozialismus und Opfer stalinistischer Repressionen, Foto: Josua Rösing

In Russland begleiten und unterstützen die Freiwilligen ehemalige Zwangsarbeiter*innen und jüdische Überlebende, sowie Opfer stalinistischer Repressionen. Sie setzen sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges auf dem Gebiet der Sowjetunion auseinander und engagieren sich in der historischen und politischen Bildungsarbeit. Ein weiterer Arbeitsbereich sind Projekte zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen.   

Kommunikationsfreudigkeit erleichtert die Lösung zahlreicher Probleme im Alltag enorm und fördert zudem das Erlernen der russischen Sprache. Experimentierfreudigkeit, Flexibilität und Belastbarkeit sind unbedingte Voraussetzungen für einen längeren Aufenthalt in der Russischen Föderation.

Neben der tatkräftigen Unterstützung der Partnerorganisationen durch die ASF Freiwilligen hat deren Präsenz auch eine symbolische Bedeutung – als Zeichen des Interesses an den Menschen und dem Land und der Auseinandersetzung mit ihren Geschichten.

St. Petersburg, Foto: Josua Rösing

Geschichte von ASF in Russland

Die Sowjetunion wurde explizit im Gründungsaufruf von Aktion Sühnezeichen im Jahr 1958 genannt. Bereits in den 1960er Jahren entstanden trotz Kaltem Krieg erste Kontakte, die zu Beginn der 1970er Jahre dazu führten, dass ASF-Studienreisen nach Minsk, Leningrad und Wolgograd (das ehemalige Stalingrad) stattfanden. Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen konnte die Entsendung von ASF-Langzeitfreiwilligen erst zum Ende der Perestroika realisiert werden. Die ersten Freiwilligen wurden in einem Krankenhaus für Veteranen des Zweiten Weltkriegs (der in Russland der Große Vaterländische Krieg genannt wird) eingesetzt. Der Kontakt zur russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, die sich um historische Aufklärung und soziale Belange ihrer unter Stalin und bis weit in die 1980er Jahre hinein staatlich repressierten Mitglieder bemüht, wurde später Grundstein, der bis heute andauernden Zusammenarbeit im Rahmen von Freiwilligendiensten und Sommerlagern.

Überlagerte Erinnerungen

Die kollektive Erinnerung in Russland steht weiterhin in der Tradition der sowjetischen Erinnerungskultur. Der Sieg über den Faschismus im „Großen Vaterländischen Krieg“ ist fester Bestandteil der von Seiten des Staates geformten nationalen Identität. Die im Nationalsozialismus spezifische Verfolgung bestimmter Bevölkerungsgruppen – wie etwa der sowjetischen Juden – fand und findet im offiziellen Diskurs kaum Erwähnung.

Man kann über die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nicht sprechen, ohne über die Erinnerungskultur oder besser die Kultur des Nichterinnerns in Bezug auf den Stalinismus zu stolpern. Die ASF-Partnerorganisationen, insbesondere die Menschenrechtsorganisation Memorial, gehören zu denjenigen, die dem Vergessen aktiv entgegen treten  und ASF-Freiwillige haben hier die Chance, hautnah gesellschaftliche Debatten mitzuverfolgen.

ASF vor Ort

Ansprechpartnerin für die Freiwilligen in Russland
Ute Weinmann 
Postfach 33
107023 Moskva
Fon/Fax: +7-499-400 41 31 

russland[at]asf-ev.de

Projekte vor Ort

Alle ASF-Projekte in Russland in der Übersicht

Freiwillige vor Ort

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