Freiwilligendienst in den USA

Freiwilliger in Philadelphia

Aktuell leisten bis zu 25 ASF Freiwillige jährlich einen Friedensdienst mit ASF in den USA - vorwiegend in Großstädten wie Boston, New York und Philadelphia im Nordosten und Chicago im Mittleren Westen. Hinzu kommen einige Projekte in ländlichen Regionen – beispielsweise die Lebensgemeinschaft in Innisfree (Virginia), wo Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammen leben. Das ASF-Landesbüro befindet in Philadelphia.

Jan Längle und Bella Ouziel, eine 90-jährige Überlebende aus Thessaloniki beim JFCS Cincinnati, Juli 2016; Foto: Thomas Heldt

Ein Friedensdienst mit ASF in den USA ist eine einmalige Möglichkeit, das Leben hinter den Kulissen eines ohnehin sehr facettenreichen Landes zu entdecken – und die eigenen Vorurteile, Projektionen und Stereotype schnell hinter sich zu lassen. Denn viele Projekte, in denen sich ASF-Freiwillige engagieren, arbeiten mit denjenigen, die am Rand der US-amerikanischen Gesellschaft leben – wie beispielsweise Wohnungslose in New York oder Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und in Frauenzufluchtshäusern leben oder illegalisierte Einwander_innen. Rund die Hälfte aller Freiwilligen arbeitet in Projekten der jüdischen Gemeinden – beispielsweise in der aufsuchenden Altenarbeit mit Überlebenden der Schoa oder in der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus.

Transnationale Netzwerke

Freiwillige arbeiten in den USA mit Obdachlosen und sozial benachteiligten Menschen

Unmittelbar nach der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus durch die Alliierten kamen auch die ersten US-amerikanischen Freiwilligen nach Europa, um beim Wiederaufbau des zerstörten Kontinents zu helfen. Dabei entstanden auch die ersten Kontakte zu Aktion Sühnezeichen, insbesondere von Seiten der Quäker und der methodistischen Kirchen. 1968 wandten sich dann US-amerikanische Friedenskirchen und die United Church of Christ an Aktion Sühnezeichen mit der Bitte, deutsche Freiwillige in die USA zu entsenden, damit der Friedensdienst keine Einbahnstraße bleiben würde. In den 1960er bis Ende der 1980er Jahre waren ASF-Freiwillige dann vor allem in Projekten aktiv, die von und mit gesellschaftlich benachteiligten Minderheiten für „social justice“ – also soziale Gerechtigkeit – eintraten. Partnerprojekte wie das Farm Labour Organizing Committee (FLOC), eine Gewerkschaft von mexikanischen Wanderarbeiter_innen, verbanden konkrete Forderungen nach fairen Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen mit Gesellschaftskritik. Ein weiteres Beispiel für transnationale Netzwerke, an denen ASf-Freiwillige beteiligt waren, war die internationale Friedensbewegung der 1980er Jahre, in der US-amerikanische Friedensinitiativen, ASF-Freiwillige und deutschen Friedensgruppen zusammenarbeiteten sowie – auch heute noch aktuell – Community Organizing Projekte. Längst haben ASF-Freiwillige die Strategien des Community Organizing nach Europa exportiert.

Wesentlich länger dauerte es, bis die ersten ASF-Freiwilligen in jüdischen Einrichtungen arbeiteten.  In den USA lebt die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels, viele Gemeindemitglieder haben Bezüge nach Europa – denn rund 150.00 Juden und Jüdinnen konnten vor der NS-Verfolgung aus Europa in die USA fliehen. Erst nach Jahren Vertrauen bildender Schritte gelang es, Partnerprojekte in den jüdischen Gemeinden zu finden, die mit Freiwilligen aus Deutschland arbeiten wollten. Heute sind diese Projekte aus dem ASF-Angebot für die USA nicht mehr wegzudenken.

Die USA gehören zum internationalen Programm von ASF für Freiwillige aus Deutschland.

ASF vor Ort

ASF-Vertretung in den USA:
Mark McGuigan
1501 Cherry Street
Philadelphia, PA 19102
Fon: 001-215-241 7249
Fax: 001-215-241 7252

Projekte vor Ort

Alle ASF-Projekte in den USA in der Übersicht

Freiwillige vor Ort

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Freiwilligendienst mit ASF

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