Wir trauern um Helga Sibaei-Budich

Helga Sibaei-Budich. 1940 – 2019. Wir erinnern.

Foto: Archiv MDSM/IJBS

Am 25. Dezember 2019 ist Helga Sibaei-Budich im Alter von 79 Jahren in einem Berliner Pflegeheim gestorben. Die meisten heute in der ASF-Arbeit Engagierten erinnern sich nicht an sie. Ich will eine langjährige Kollegin ins Gedächtnis rufen und mich bedanken.

Seit 1982 organisierte Helga Sibaei in ihrem kleinen Büro in der Osteuropa- bzw. Polen-Abteilung Begegnungsprogramme mit Überlebenden der NS-Verbrechen. Mit hohem Einsatz auch über persönliche Belastungsgrenzen hinaus entwickelte und pflegte sie über 30 Jahre enge persönliche Beziehungen und Freundschaften zu ASF-Projektpartnern in Polen, ehemaligen KZ-Häftlingen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gedenkstätten, Freundinnen und Freunden – im Laufe der Jahre auch zu deren Familien.

Bis zum Ende ihrer ASF-Dienstzeit 2012 organisierte sie für ihre Gäste jährlich mehrtägige Besuchsprogramme in Berlin, mit Unterstützung des Berliner Senats, in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und mit tatkräftiger Hilfe aktueller oder ehemaliger ASF-Freiwilliger.

In meiner Erinnerung verschmelzen Helga und ihre polnischen Gäste an ihren glücklichen und manchmal auch schweren gemeinsamen Tagen im Berliner Jagdschloss Glienicke zu einer von gegenseitiger Liebe und Wertschätzung getragenen verschworenen Gemeinschaft.

Mit ihren deutsch-polnischen Treffen hat Helga Sibaei die pathetischen Formulierungen aus der Sühnezeichen Gründungszeit (zum Beispiel Brücken über Blut und Asche, Buchtitel von Ansgar Skriver) in lebensfrohe Alltagssprache übertragen und bahnbrechende Schritte zur Versöhnung ermöglicht.

Bernhard Krane, Mitarbeiter in der Berliner ASF-Geschäftsstelle seit 1987, Referent für Archiv und Azubi-Programme

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