Presse| Aktuelles | 22. Januar 2020

Stimmen von Shoa-Überlebenden weiter hörbar machen

75 Jahre nach der Befreiung der noch verbliebenden Inhaftierten im Konzentrationslager Auschwitz am 27. Januar 1945 betont Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), dass noch mehrere hunderttausend im Holocaust verfolgte Menschen leben: Jüdinnen und Juden, Sint*ezze und Rom*nja sowie ehemalige Zwangsarbeiter*innen des NS-Regimes. Diese Menschen sind wichtige Zeitzeug*innen, die ihre Erinnerungen an die nächsten Generationen weitergeben können.

Pfarrerin Dr. Dagmar Pruin:
„Oft wird davon gesprochen, dass die Zeitzeug*innen bald nicht mehr unter uns sind und nicht von ihrem Erlebten berichten können. Tatsächlich leben aber noch viele Menschen, die ihre Erinnerungen mit uns teilen können. Es ist unsere Aufgabe, diese kostbaren Stimmen hörbar zu machen und die Erinnerungen in der Gegenwart lebendig werden zu lassen. Genau das tun derzeit mehr als 170 ASF-Freiwillige mit einem Friedensdienst in Europa, in Israel und den USA, denn viele von ihnen arbeiten mit Holocaust-Überlebenden sowie deren Nachkommen und beschäftigen sich intensiv mit dieser Thematik.“

Mit großer Sorge beobachtet ASF, dass Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sich wieder lauter Bahn brechen und einen Platz mitten in der Gesellschaft finden. ASF appelliert angesichts des Gedenkens am 27. Januar an alle gesellschaftlichen und politischen Kräfte, sich gegen Ausgrenzung und für eine friedvolle und tolerante Welt einzusetzen.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) engagiert sich seit mehr als 60 Jahren für Verständigung und Frieden. Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist dabei der Freiwilligendienst. Jedes Jahr engagieren sich etwa 500 Jugendliche und Erwachsene in der Begegnung mit Menschen, die unter dem Nationalsozialismus gelitten haben. Mehr Informationen unter www.asf-ev.de

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