Missverständnisse bereichern das Leben

Sportliche Einlage der ASF-Freiwilligengruppe in Norwegen: ASF

Sportliche Einlage der ASF-Freiwilligengruppe in Norwegen: ASF

Anne Fuhrmann ist seit März 2011 Freiwillige an dem integrativen Schulprojekt Lundheim Folkehøgskoleder in Moi in Norwegen. Viele sprachliche Missverständnisse der letzten acht Monate waren nicht immer einfach zu lösen, aber meistens zum Lachen.

Zu Beginn meines Freiwilligendienstes habe ich mich vor allem mit ein paar Brocken Norwegisch, englischen Worten und durch das Raten von Begriffen verständigt. Als mich dann mein Mitbewohner fragte, ob ich wüsste, wo seine „ tøfler” wären, war ich mir so sicher, dass es nur Kartoffeln heißen konnte. Über das Wort „meine“ habe ich nicht weiter nachgedacht. Ich wusste natürlich nicht, wo sie waren, aber da ich ja einen guten Eindruck machen wollte und es ja egal ist, ob es seine Kartoffeln oder andere sind, holte ich schnell welche aus der Küche und gab sie ihm. Er schaute mich völlig entgeistert an. Es muss auch komisch aussehen, wenn man nach seinen „Hausschuhen“ fragt und einem einen Moment später jemand vor Freude strahlend eine Tüte Kartoffeln entgegenstreckt.

Freiwilligendienst in Norwegen: Anne Fuhrmann arbeitet im integrativen Schulprojekt Lundheim Folkehøgskoleder in Moi.

Wo bleibt das Baby?

Beim Aufstellen des WG-Putzplans wollte ich mir besonders viel Mühe geben und habe ihn auf  Norwegisch geschrieben. Unten drunter kam der besonders große Satz: „Termin ist Freitag!“ Nachdem alle den Zettel begutachtet hatten und in ziemliches Gelächter verfallen waren, fragte ich, was so lustig daran sei. Irgendwann bekam ich heraus, dass „Termin“ nicht Termin im allgemeinen Sinne bedeutet, sondern es sich um den Begriff für den Geburtstermin eines Babys handelt. Seitdem werde ich jeden Freitag gefragt, wie mein Baby heißt und wo es bleibt.

Mit der Zeit ist mein Norwegisch zum Glück viel besser geworden. Es sind nur noch wenige Wörter, die ich völlig falsch benutze. Dazu zählt das Wort „Jo“, was soviel heißt wie „Doch!“ Im deutschen ist „Jo“ ein völlig normales Wort, um jemandem zuzustimmen. Warum also nicht auch im Norwegischen? Nach vielen Versuchen, mir das Wort aus dem Kopf zu treiben, bekam mein Mitfreiwilliger das Angebot einer Freundin, ihm ein Wort beizubringen, welches ich nicht kann. Er freute sich, denn davon gibt es kaum eins. Er fragte also ganz interessiert, welches es sei und die Antwort war „ Anne kann nicht „Ja!“ sagen.“

Das sind nur einige der Missverständnisse, die das Leben bereichern und für viel lustige Stimmung sorgen.

Autorin: Anne Fuhrmann, Jahrgang 1991, aus Berlin arbeitet als ASF-Freiwillige im integrativen Schulprojekt Lundheim Folkehøgskoleder in Moi in Norwegen.


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Freiwilligendienst in Norwegen

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