Kamila Serdelska aus Berlin

Kamila in Berlin

Kamila in Berlin

Ich heiβe Kamila Serdelska, bin 27 Jahre alt und komme aus Polen. Der Verein Kreisau-Initiative (KI), bei dem ich mit Vergnügen als Freiwillige arbeite, sitzt in Berlin. KI wurde 1989 von Ost- und Westberliner gegründet, um die moralische und finanzielle Unterstützung für die Kreisauer Stiftung zu sichern. Die polnische Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung ermöglicht die Zusammenarbeit vieler Menschen aus dem ganzen Europa dadurch, dass sie Projekte und Treffen für Jugendliche in Kreisau, Berlin und auch in anderen Städten organisiert. Zusammen mit internationalen Partnern bereitet die KI interdisziplinäre Bildungsprojekte mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten vor, die Schüler*innen und junge Erwachsene aus Deutschland, Polen und anderen Ländern in Kreisau zusammenführen. Die Mehrheit der Projekte wird in Kreisau durchgeführt, einem kleinen Ort in Niederschlesien in Polen, etwa 3 Stunden von Berlin entfernt. Innerhalb von einem ehemaligen Landgut der deutschen Familie von Moltke befindet sich dort zurzeit unter anderem die Internationale Jugendbegegnungsstätte, die Gedenkstätte und die Europäische Akademie Kreisau. Jedes Jahr kommen etwa acht Tausend Menschen nach Kreisau, um an solchen internationalen Treffen teilzunehmen. Kreisau gilt als Symbol der Versöhnung, der gemeinsamen Geschichte und auch der gemeinsamen Zukunft, besonders in Deutschland und in Polen. Für mich war es sehr wichtig, an einem Projekt teilzunehmen, das sich mit der Arbeit mit Jugendlichen beschäftigt.

Die Schwerpunkte in meinem Projekt sind sehr unterschiedlich – Geschichte, Gesellschaftspolitik, Menschenrechte, Dialog der Generationen, aber auch Inklusionspädagogik. Die Vorbereitung eines jeden Projektes verlangt groβe Anstrengung, Engagement, Wissen und Kreativität. Das konkrete Programm jedes Treffens wird an die teilnehmende Gruppe angepasst. Jedes Projekt, jedes Seminar ist anders. Der groβe Teil meiner Arbeit im Büro ist Mithilfe bei der Vorbereitung der einzelnen Projekte, die meine Kollegen und Kolleginnen koordinieren. Ich soll zum Beispiel konkrete Informationen aussuchen, an andere Teilnehmer*innen und Partner*innen Emails senden, Texte aus dem Polnischen ins Deutsche und umgekehrt übersetzen und mich mit der polnischen Webseite beschäftigen. Selbstverständlich kann ich auch an den Projekten selbst teilnehmen und während der ersten 3 Monate meines Dienstes hatte ich zwei Mal solche Gelegenheit. Über den Projekt hören ist eine Sache, aber selber an der Durchführung teilnehmen zu können, ist einfach unbeschreiblich. Dank gut geplanter Arbeit und ausgezeichneter Moderation lernen sich ganz fremde Menschen von Tag zu Tag gegenseitig kennen, sie finden gemeinsame Sprache und haben dabei Spaß. Dabei beschäftigen sie sich mit wichtigen Inhalten. Nachdem ein Projekt beendet ist, soll ich Fragebögen vorbereiten, wo die Teilnehmer*innen das Projekt einschätzen können. Oft lese ich sehr interessante, persönliche Aussagen, die uns Koordinator*innen in gute Stimmung versetzen. Sehr wichtig ist für mich auch die Atmosphäre in der Arbeit und die Verhältnisse zwischen den Angestellten. Hier, bei Kreisau-Initiative fühlte ich mich schon von Anfang an ungezwungen. Ich konnte immer Fragen stellen und sofort bekam ich Antworten. Ich konnte mich auf mein Team und sein Fachwissen verlassen.


 

 

Krzyżowa

Das Highlight in meinem bisherigen Dienst bei ASF

Wenn ich über Sachen denke, die mich in den letzten drei Monaten am meisten beeindruckten, fallen mir sofort zwei Ereignisse ein. Das erste ist das Training in Kreisau, an dem ich mich Anfang Dezember beteiligte. Es war ein fünftägiges Treffen für Personen, die in der Zukunft als Moderatoren inklusiver Begegnungen mit Menschen mit Behinderung arbeiten wollen. Zusammen mit den anderen Teilnehmer*innen lernten wir konkrete Methoden kennen, tauschten uns mit unseren eigenen Erfahrungen und unterhielten uns über unterschiedliche Themen. Die sprachlichen Schwierigkeiten schienen gar nicht zu existieren. Innerhalb von ein paar Tagen wurden wir zu einer integrierten, kreativen und sehr engagierten Gruppe. Das zweite Ereignis ist eher persönlich. Seit 3 Monaten wohne ich mit zwei Israelis, ich habe auch viele andere Menschen aus Israel in Berlin kennen gelernt. Israel ist ein Land mit faszinierenden Kultur, Musik, Religion, Traditionen, Essen und Sehenswürdigkeiten. Ich lernte viele persönliche Geschichten kennen, Orte, wo meine Bekannten herkommen, wo sie studiert hatten und wo sie ihre Familien und Freunde haben. Das fremde Land Israel wurde plötzlich nah.

Kamila Serdelska, Freiwillige in der Kreisau Initiative e.V.