Langfristige Freiwilligendienste

Allgemeines Freiwilligen-Programm

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) entsendet pro Jahr rund 180 Frauen und Männer in Länder, die unter der NS-Herrschaft besonders gelitten haben: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Israel, die Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Tschechien, die Ukraine, die USA und Weißrussland. Die Freiwilligen sind überwiegend junge Frauen und Männer zwischen 18 und 27 Jahren.

Die Freiwilligen unterstützen und begleiten Überlebende der Schoa und ihre Nachkommen, arbeiten in Gedenkstätten mit, unterstützen alte und behinderte Menschen, sozial Benachteiligte und Flüchtlinge und engagieren sich in Stadtteilprojekten und Antirassismusinitiativen. Die langfristigen Freiwilligendienste sind nicht nur eine wichtige Unterstützung der Arbeit unserer Partnerorganisationen vor Ort, sondern ein jeweils neuer Schritt zur Verständigung über Grenzen hinweg. Durch die vielfältigen Begegnungen mit Menschen in einem anderen Land machen die ASF-Freiwilligen nachhaltige interkulturelle Erfahrungen und erleben die Gegenwärtigkeit von Geschichte.

Im Rahmen des pädagogischen Begleitprogramms diskutieren sie mit jungen Erwachsenen der Gastländer über ihre Identitäten, kollektiven und individuellen Erinnerungen und politisches, sowie soziales und religiöses Engagement. Im Dialog wird ihr Bewusstsein für das Fortwirken der Geschichte gestärkt und ihre Motivation gefördert, sich auch zukünftig für eine offene, den Menschenrechten verpflichtete Gesellschaft einzusetzen.

Freiwilligendienste

Internationales Deutschlandprogramm

Seit 1996 kommen auf Anfrage unserer Partnerorganisationen pro Jahr 15 bis 20 Freiwillige aus den USA, Osteuropa, Israel und anderen Ländern für einen Friedensdienst nach Deutschland. Sie bringen eine Vielfalt von gesellschaftlichen, religiösen, politischen und kulturellen Erfahrungen und Neugier mit. Mit ihren unterschiedlichen Perspektiven auf die Bedeutung von Geschichte für die Gegenwart, auf Frieden und politisches Engagement bereichern sie einen gleichberechtigten interkulturellen und interreligiösen Dialog. In der Begegnung mit den deutschen TeilnehmerInnen des Programms führen sie spannende Diskussionen, entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede und entwickeln ihre interkulturelle Kompetenz weiter. Durch ihre Mitarbeit in sozialen und bildungspolitischen Projekten bauen sie Brücken der Verständigung.

Freiwilligendienste

Trilaterales Freiwilligenprogramm

Seit 2001 arbeiten deutsche und polnische Jugendliche in diesem Programm gemeinsam in sozialen und historisch-politischen Einrichtungen in Großbritannien. Vor dem Hintergrund ihrer unterschiedlichen Herkunft lassen sie sich auf den wichtigen und spannungsvollen Prozess der Verständigung und Versöhnung zwischen Polen und Deutschen ein. Durch den Aufenthalt in einem dritten Land und die Einbeziehung britischer junger Erwachsener in das Programm wird eine gleichberechtigte Begegnung ermöglicht. In einem lebendigen Trialog entwickeln die TeilnehmerInnen einen anderen Blick auf die eigene Geschichte, auf die Geschichte der anderen und auf die Beziehung zwischen Geschichte und Gegenwart. Im Austausch über aktuelle Europapolitik und über ihre Erfahrungen in den Projekten bauen sie Vorurteile und Klischees ab und Respekt füreinander auf.

Freiwilligendienste